simTD“: Ergebnisse werden richtungsweisend sein

Von: Red.

Die Weiterentwicklung individueller Mobilität hin zu noch mehr Sicherheit, Effizienz und Umweltfreundlichkeit ist eine der zentralen Herausforderungen für die Gesellschaft. Dabei kommt der Vernetzung automobiler Verkehrsteilnehmer untereinander (Car-to-Car) und mit der Umwelt (Car-to-X) eine immer größere Bedeutung zu, meldet das Automedien-Portal. Der Start der Versuchsphase des Projekts „simTD“ (Sichere Intelligente Mobilität – Testfeld Deutschland) in Hessen markiert einen Meilenstein für die Realisation dieser Form der Fahrzeugkommunikation.

„Die Ergebnisse des Konsortialprojekts ‚simTD‘ werden für gesamt Europa richtungsweisend sein. Mit dem Beginn der Versuchsdurchführung startet einer der weltweit größten Feldversuche zur Car-to-X Kommunikation“, erläutert Dr. Burkard Milke, Direktor Elektrik/Elektronik-Entwicklung bei Opel und fährt fort „wenn man so möchte, lernen Fahrzeuge, nach standardisierten Regeln Daten auszutauschen. Sie lernen zudem, die übermittelten Daten so zu verarbeiten, dass sie schnell und zuverlässig die für den Fahrer wichtigen Informationen filtern und anzeigen können. In den vergangenen Jahren konnte Opel in Projekten wie zum Beispiel ‚Diamant‘ die Grundlagen für Car-to-X-Technologien erarbeiten. Diese Erkenntnisse fließen ein, wenn wir jetzt nach erfolgreicher Versuchsvorbereitung das Staffelholz von Continental übernehmen und die Flottenerprobung innerhalb von ‚simTD‘ leiten“.

Nach einer mehrjährigen intensiven Vorbereitungszeit beginnt mit einer Flotte aus insgesamt 120 Fahrzeugen aller deutschen Hersteller die Versuchsdurchführung im Großraum Frankfurt am Main. Der Feldversuch wird bis Ende des Jahres andauern und beinhaltet zahlreiche Untersuchungen im Hinblick auf die Carto-Car-Technologie und deren Wirkung zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und Effizienz. Im Laufe des Versuchs kommen rd. 450 Versuchsfahrer zum Einsatz. Während der Testfahrten werden mehrere Millionen Kommunikationsereignisse generiert, bei denen Daten ausgetauscht werden.

Die in den Versuchen erhobenen Daten werden in enger Abstimmung mit der Universität Würzburg und der Technischen Universität München analysiert. Dabei achten die Universitäten auch auf die richtige statistische Verteilung der Fahrer und Versuchsrouten. Letztere wurden in enger Abstimmung mit der Stadt Frankfurt am Main und „Hessen Mobil“ ausgewählt. Anlaufstation für alle Feldtest-Fahrzeuge ist ein Versuchsflottenstützpunkt auf einem Industrie-Gelände in Frankfurt-Höchst. Die Steuerung der Flotte erfolgt über das Drive Center nahe der hessischen Verkehrsleitzentrale.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) fördern „simTD“, da in diesem Verbund eine neue Dimension des vorausschauenden Fahrens, der Verkehrsbeeinflussung und der Unfallvermeidung verwirklicht werden kann. Voraussetzung für eine erfolgreiche kommerzielle Umsetzung der Car-to-X-Kommunikation ist dabei die Etablierung eines einheitlichen Standards.

„simTD“ ist ein Gemeinschaftsprojekt führender deutscher Automobilhersteller, Automobilzulieferer, Kommunikationsunternehmen und Forschungsinstitute sowie der öffentlichen Hand. Unterstützt wird das Projekt auch durch das Land Hessen, den Verband der Automobilindustrie e.V. und das Car 2 Car Communication Consortium. BMWi, BMBF und BMVBS fördern simTD mit rd. 40 Mio. €, die Projektpartner beteiligen sich mit rd. 31 Mio. €.