Frühjahrssymposion des BVSK: Elektromobilität – neue Herausforderungen für Kfz-Sachverständige

Von: Red.

Das diesjährige Frühjahrssymposion des BVSK am 23.03.2012 in der BVSK-Akademie AWG in Mayen warf einen Blick in die Zukunft unserer automobilen Gesellschaft.

Elektromobilität ist heute ein Thema, das von allen namhaften Automobilherstellern aufgegriffen wird.

Zwar ist der Fahrzeugbestand in den nächsten Jahren noch gering, doch gehen die großen Automobilhersteller davon aus, dass in 10–15 Jahren 10 % der Neuzulassungen Elektroautomobile sein werden.

Sehr eindrucksvoll eröffneten die Unternehmen Opel und Renault ihre Ansätze zum  Ausbau der Elektromobilität.

Der für die technische Betreuung der Elektromobilität im Hause Opel zuständige Referent, Jürgen E. Peitz, stellte das Elektromobilitätskonzept am Beispiel des Opel Ampera vor.

Mit dem Opel Ampera ist ein vollwertiges, voll elektrisch zu fahrendes Fahrzeug entwickelt worden, das bis zu 80 km rein elektrisch gefahren werden kann.

Der Nutzer des Fahrzeuges hat keinerlei Einschränkungen, da ggf. auch auf einen konventionellen Benzinantrieb zurückgegriffen werden kann.

Einen etwas anderen Weg geht die Firma Renault. Beatrice Degand stellte die Antriebskonzepte des Hauses Renault vor. Renault bietet noch in diesem Jahr eine ganze Palette unterschiedlicher Modelle an mit dem Schwerpunkt der gewerblichen bzw. kommunalen Nutzung am Beispiel des Renault Kangoo, gefolgt von Fahrzeugen, die eher für die private Nutzung geeignet sind, wie beispielsweise der Renault Fluence bzw. der Renault Zoe.

Die Fahrzeuge werden in einem Preissegment angeboten, das sich durchaus noch im Bereich vergleichbar konventioneller Antriebsarten bewegt. Die Batterien für sämtliche Fahrzeuge werden ausschließlich über gesonderte Leasingverträge zur Verfügung gestellt.

Elektromobilität stellt auch den Kfz-Sachverständigen vor neue Herausforderungen. Sowohl Opel als auch Renault gehen davon aus, dass nicht nur speziell ausgebildete Reparaturbetriebe erforderlich sind, sondern man erwartet auch, dass sich Kfz-Sachverständige mit dem Thema Elektromobilität befassen, um überhaupt eine korrekte Schadensfeststellung im Unfallschaden vornehmen zu können.

Werner Steber vom ZDK erläuterte die neuen Anforderungen, die sich für Reparaturbetriebe ergeben. Nur auf den ersten Blick ist der Elektroantrieb technisch leichter zu beherrschen, tatsächlich bedarf es erheblicher Investitionen, um mit der gewohnten Fachkunde auch die Besonderheiten des Elektroantriebs zu beherrschen.

Auf die Risiken und Gefahren für Kfz-Sachverständige wies Herr Dr. Thorsten Neumann hin, der zugleich auch Sachverständiger für Arbeitssicherheitsfragen ist.

In der Zusammenfassung machten BVSKPräsident Harald Brockmann und BVSKGeschäftsführer Rechtsanwalt Fuchs deutlich, dass Elektromobilität stellvertretend steht auch für die Kompetenz der Zukunft, die von einem Kfz-Sachverständigen erwartet wird.