War ein gebrochener Motorhalter die Unfallursache?

Von: Dipl.-Ing. Jens Hoppe, Sachverständigenbüro für Fahrzeugtechnik und Fahrzeugverkehr Hoppe & Metke, Kiel

Fotos: Dipl.-Ing. Jens Hoppe

Ein Sachverständigengutachten sollte diese Frage klären

Beweisbeschluss

Gemäß Beweisbeschluss soll ein schriftliches Sachverständigengutachten zu der Frage eingeholt werden,
a) ob das Fahrzeug der Klägerin am 28.12.2009 dadurch einen Unfall erlitten hat, dass der Motorhalter ohne äußere Einwirkung gebrochen ist oder,
b) ob der Motorhalter erst als Folge eines Unfallereignisses (Kollision des Fahrzeuges mit einem Hindernis)
gebrochen ist.

Vorbereitung

Nach Durchsicht der aus 98 Blättern bestehenden Gerichtsakte und der nach rechtzeitiger Benachrichtigung der Parteien am 16.2.2011 in den Betriebsräumlichkeiten des XY durchgeführten Fahrzeugbegutachtung und der materialanalytischen Begutachtung des Triebwerkhalters erstatte ich das folgende Gutachten.

Im Rahmen der Begutachtung am Fahrzeug waren für die Klägerin der Rechtsanwalt Herr I. und für die Beklagte Herr E. in Begleitung des Rechtsanwaltes P. anwesend. Zur Auswertung und Ausarbeitung wurden die von der vorgerichtlich tätigen Sachverständigenorganisation gefertigten Lichtbilder zu den Gutachten Nr. X sowie zu dem Gutachten Nr. Y von mir angefordert. Die Bilder wurden als JPG-Dateien per E-Mail
zur Verfügung gestellt.

Zu Vergleichszwecken wurde ein baugleicher neuer Triebwerkhalter beschafft. Von der Klägerin wurde über
den Rechtsanwalt ein Triebwerkhalter zur Untersuchung ausgehändigt. Der übergebene Halter bestand aus vier Teilstücken, einer Schliffprobe und einem Bruchstück aus dem Getriebegehäuse (Bild 1).

Anhand des Vergleichs von Schlagmarken (Spuren mit Einmaligkeitscharakter) war erkennbar, dass es sich um den im Rahmen der vorgerichtlichen Begutachtungen fotografierten Getriebehalter handelte (Bild 2).

Nach der Eingangsuntersuchung des Triebwerkhalters wurde dieser zusammen mit dem identischen Vergleichsbauteil dem Leiter Prof. Dr. S. des Instituts für Werkstoff- und Oberflächentechnologie der Fachhochschule K. zur Materialanalyse übergeben.

Sachverhalt

Nach einem Unfallereignis ohne Fremdeinwirkung ließ die Fahrzeughalterin ein Schadensgutachten durch eine Sachverständigenorganisation erstellen. Aus dem Schadensgutachten heraus wurde der Verdacht eines Konstruktionsfehlers in Bezug auf die Triebwerkhalterung geäußert. Daraufhin ließ die Fahrzeughalterin ein weiteres vorgerichtliches Gutachten zur Beschaffenheit der Triebwerkhalterung ihres Fahrzeuges durchführen. Das vorgerichtliche Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass die Unfallursache in dem vorherigen Bruch eines seitlichen Triebwerkhalters lag. In der Folge des Bruches und dem damit verbundenen Absacken des Triebwerks habe das Fahrzeug dann seine Fahrstabilität verloren. Die Beklagte bestreitet einen Konstruktionsfehler bzw. Produktionsmangel an dem Triebwerkhalter.

Technische Daten

Die nachfolgenden technischen Daten wurden aus den Fahrzeugpapieren bzw. vom Fahrzeug entnommen:
Amtliches Kennzeichen ohne (abgemeldet)
Hersteller Daimler
Typ Smart fortwo
Fahrzeug-Ident-Nummer XYZ
Fahrzeug-Art/ PKW, Limousine,
Aufbau 2-türig
Hubraum/ 999 ccm/
Leistung 45 kW
Erstzulassung 2008
KM-Leistung 12.172 km (z.Z. der abgelesen Untersuchung)

Ausstattung

Softtip-Getriebe, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Fensterheber elektrisch, ABS/ESP, Colorglas (Bild 3, 4). 

Feststellungen

Im Rahmen der Begutachtung wurde das in Rede stehende Fahrzeug unter Verwendung einer Hebebühne nähergehend untersucht (Bild 5).

In die Untersuchung wurde ein im Heckbereich teilweise freigelegtes Vergleichsfahrzeug hinsichtlich der Bauteilzuordnungen einbezogen (Bild 6).

- Das vollständige Gutachten finden Sie in der Ausgabe 02/2019 -



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