Verursachte Schäden am Fahrzeug durch eine Feuerwerksbatterie

Von: Kfz-Meister Peter Millies, Solingen

Laut Auftrag des AG W. wurde der Unterzeichner beauftragt, ein technisches Gutachten zum Beweisthema zu erstellen. Für die Beantwortung der Beweisfragen war es unumgänglich, einen praktischen Versuch für die Rekonstruktion von Verursachung von Schäden an einem Fahrzeug durch eine Feuerwerksbatterie durchzuführen. Für eine richtlinienorientierte Untersuchung wurden u.a. Spezialkameras (Slow Motion), Drohnen, wie auch das System Spurfix (Sichern und Auswerten von Mikrospuren) eingesetzt. Bei der Vorbereitung bzw. Recherchearbeit für die Beantwortung der Beweisfragen wurde festgestellt, dass keine Veröffentlichungen entsprechender Versuche von Feuerwerksbatterien an Kfz vorhanden waren. Nur mit Einsatz der zuvor genannten Spezialgeräte und der chemischen Analyse der Kontaktspuren mithilfe der Spurfix-Folie konnten die Beweissicherungsfragen richtlinienorientiert beantwortet werden.

Technisches Gutachten
Geschäfts-Nr.: XXXX
im Rechtsstreit: XXXXX ./. XXXXX und andere

Gemäß Beweisbeschluss S. 83 der Gerichtsakte wurde der Unterzeichner im o.g. Verfahren als Sachverständiger bestellt.

Aufgabenstellung

Gemäß dem vorgenannten Beweisbeschluss soll der Unterzeichner ein schriftliches Gutachten erstellen und
Beweis erheben über die Fragen:

a) Die auf den Bildern Nr. XXXX des Gutachtens des Kfz-Sachverständigen XXXXX vom 13.9.2017 zu sehenden Beschädigungen am Lack des Fahrzeug des Klägers resultieren aus einer thermischen Einwirkung infolge eines gezündeten Feuerwerks.
b) Die Beschädigung des hinteren Eckfensters im oberen Bereich auf der Fahrerseite des Fahrzeuges des Klägers resultiert aus einem gezündeten Feuerwerk.

Aktenprüfung/Kostenprüfung

Der Gerichtsakte, die mit Bl. 1 öffnet und mit B. 131 schließt, liegt eine Zahlungsanzeige in Höhe von 1.500,– € vor.

Material zur Untersuchung

In der Gerichtsakte lag das Schadensgutachten XXXXX, S. 36–58 der Gerichtsakte vor. Die gefertigten Lichtbilder durch Sachverständigenbüro XXXXX vom 13.9.2017 wurden durch den Unterzeichner im Original angefordert. Die Lichtbilder wurden dem Unterzeichner per E-Mail zur Verfügung gestellt.

Des Weiteren wurde eine Feuerwerksbatterie als Vergleichsbatterie 36-Schuss, Typ XXXXXXXX, welche am 2.9.2017 gegen 22:00 Uhr auf dem Gelände des XXXXXX gezündet wurde, durch die XXXXXXX GmbH zur Verfügung gestellt.

Zudem stand das hier zu untersuchende Fahrzeug zur Verfügung:

Fahrzeugart: PKW
Hersteller: Mazda
Typ-/Verkaufsbezeichnung: CX-5 Skyactiv
Fzg.-Ident-Nr.: XXXXXXXXXX
Fahrzeuglackierung: schwarz metallic
Erstzulassung: 28.2.2014
abgelesene Betriebsleistung: 82.291 km
Amtl. Kennzeichen: XXXXXXXXXX

Der Termin fand ordnungsgemäß statt. Herr XXXXXXX und RA XXXXXXXX waren zugegen.

Untersuchungen/Beantwortung der Beweisfragen

Das hier in Rede stehende Fahrzeug wurde durch den Unterzeichner beim Beweissicherungstermin 14.8.2018 vorab visuell äußerlich besichtigt. Das hier zu untersuchende Fahrzeug wurde mithilfe der Fahrzeugpapiere und der eingeschlagenen bzw. angegebenen Fahrzeug-Ident-Nummer identifiziert.

Es handelte sich hier um das zu untersuchende Fahrzeug. Die Fahrzeugkarosserie wurde mithilfe eines elektronischen Lackschichtdickenmeßgerätes äußerlich im Rasterverfahren abgetastet. Die Lackschichtdicke
wurde am Fahrzeug vermessen. Die in der Schadenskalkulation des Sachverständigen XXXXXXX im Schadengutachten vom 13.9.2017 mit Gutachten-Nr. XXXXXXXXXX aufgeführten Karosseriebeschädigungen (Motorhaube, Fahrzeugdach, Seitenscheibe hinten links) wurden durch den Unterzeichner besichtigt und beurteilt (s. Lichtbilder Nr. XX bis Nr. XX).

Mithilfe der Spurfix-Folie wurde im Bereich der Motorhaube, Seitenscheibe hinten links eine Probe von Mikrospurenentnahme zwecks labortechnischer Untersuchung genommen (siehe Lichtbilder Nr. XX, Nr. XX).
Das Fahrzeugdach wurde u.a. mithilfe eines Streifensegels auf Beschädigungen hin untersucht und beurteilt (s. Lichtbilder Nr. XX bis Nr. XX).

Die Feuerwerksbatterie, welche durch Fa. XXXXXX GmbH, zur Besichtigung zur Verfügung gestellt wurde, wurde durch den Unterzeichner visuell betrachtet. Bei dem hier in Rede stehenden Feuerwerk handelt es sich um eine 36-Schuss Feuerwerksbatterie des Types XXXXXXXXX Feuerwerkskatogorie II.

Bei der weiteren Besichtigung des Fahrzeuges wurden mithilfe der bereitgestellten Lichtbilder des Sachverständigenbüros XXXXXXX der Bereich Motorhaube, Seitenscheibe hinten links und Fahrzeugdach untersucht.

Die zur Verfügung gestellten Lichtbilder durch Sachverständigenbüro XXXXXXX zeigten auch Situationen, wo sich noch Material einer abgeschossenen Feuerwerksbatterie, wie z.B. Reste von Bombetten und Tonablagerungen im Bereich der Motorhaube, Windschutzscheibe, Fahrzeugdach befanden  (s. Lichtbilder Nr. XX bis Nr. XX).

Folgende Beschädigungen im Untersuchungsbereich wurden durch den Unterzeichner beim Beweissicherungstermin 14.08.2018 am Fahrzeug festgestellt:

Die Motorhaube zeigte mehrere Lackbeschädigungen, welche bereits Korrosionsspuren zeigten (s. Lichtbilder Nr. XX bis Nr. XX), des Weiteren wurde Beschädigung der hinteren linken Seitenscheibe eine Beschädigung der hinteren linken Seitenscheibe festgestellt (s. Lichtbilder Nr. XX bis Nr. XX). Am Fahrzeugdach waren diverse Dellen und Deformationen vorhanden (s. Lichtbilder Nr. XX bis Nr. XX).

Unter Berücksichtigung sämtlicher vorliegenden Daten und Materialien konnten jedoch die gestellten Beweisfragen des Beweisbeschlusses vom 14.4.2018 nicht seriös beantwortet werden. Dies wurde im Schreiben vom 21.8.2018, S. 114 der Gerichtsakte, nochmals dem Gericht dargestellt. Da u.a. keine Vergleichsdaten, bei der Entstehung von Schäden durch Feuerwerkskörpern/Feuerwerksbatterien an Fahrzeugen vorhanden waren, war es für die Beantwortung der Beweisfragen unumgänglich, einen praktischen Versuch durchzuführen.

So könnte nachgestellt und der Beweis geführt werden, welche mechanischen und thermischen Schäden durch eine Feuerwerksbatterie (Normalabschuss und Querschläger) an einem Fahrzeug entstehen.

Der Beweissicherungstermin für den praktischen Versuch auf dem Betriebsgelände Fa. XXXXXX GmbH vom 14.11.2018 wurde aufgrund von Sicherheitsbedenken der Fa. XXXXXX abgesagt. Demzufolge wurde ein geeigneter Untersuchungsort für den praktischen Versuch durch den Unterzeichner organisiert.

Der Beweissicherungstermin (praktischer Versuch) fand nunmehr am 14.12.2018, 10:00 Uhr, auf dem Betriebsgelände der Fa. XXXXXXXXX in Goch statt (s. Lichtbild Nr. XX).

Für den zuvor genannten Beweissicherungstermin wurden u.a. beim zuständigen Ordnungsamt der Stadt Goch eine Ausnahmegenehmigung für Abbrennen eines Feuerwerkskörpers beantragt. Zudem wurde das Untersuchungsgelände mithilfe der Feuerwehr Goch abgesichert.

- Das vollständige Gutachten finden Sie in der Ausgabe 05/2019 -



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