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Sachverständigenhonorar

Sachverständigenhonorar bis 15 % über BVSK-Honorartabelle

AG Altötting, Urteil vom 17.8.2018 – 2 C 370/18

Hintergrund: Die Parteien streiten um restliches Sachverständigenhonorar nach einem Verkehrsunfall. Das Unfallgeschehen und die Haftung dem Grunde nach sind zwischen den Parteien unstreitig.

Aussage: Nach Ansicht des AG Altötting ist das angemessene Grundhonorar nach dem HB-V-Korridor der BVSK-Honorarbefragung zu ermitteln, wobei im vorliegenden Fall zum „unteren Betrag des Korridors ein 50iger-Augschlag des oberen Betrages minus des unteren Betrages kommt, da der Sachverständige P. öffentlich bestellt und allgemein vereidigt ist. Hieraus ergibt sich ein zu erstattendes Grundhonorar von 725,50 €.“

Das erkennende Gericht schließt sich hinsichtlich der zu erstattenden Nebenkosten dem OLG München an (OLG München, Beschluss vom 14.12.2015 und Endurteil vom 26.2.2016 – 10 U 579/15), wonach nach der BVSK-Honorarbefragung 2015 folgende Nebenkosten als angemessen anzusehen sind:

Fahrtkosten 0,70 €/km

Fotokosten 2,00 € je Lichtbild

Lichtbilder des zweiten Fotosatzes 0,50 je Lichtbild

Porto/Telefon pauschal 15,00 €

Schreibkosten 1,80 € je Seite

Kopie 0,50 € je Kopie

Weitere Nebenkosten sind nach Ansicht des Gerichts nicht zu erstatten, insbesondere sind die Kosten für Datenbanken und für den Ausdruck des Originalgutachtens Teil des Grundhonorars und nicht als gesondert zu vergüten anzusehen.

Die Gesamtrechnung des Sachverständigen P. belief sich auf 1.005,55 €.

„Der Geschädigte/der Sachverständige erhält – wenn dem Geschädigten wie hier eine subjektive Schadenbetrachtung nicht zuzubilligen ist – nach der Rechtsprechung des OLG München die vollen Kosten nur dann, wenn der Gesamtbetrag der Rechnung die Sätze der BVSK 2015 einschließlich eines Schätzbonuses von 15 % des Gesamtbetrages einhält.

Dies ist bei der Rechnung der Fall, sodass auch der noch offene Rechnungsbetrag von 83,90 € zu ersetzen ist.“

Praxis: Auch nach Ansicht des AG Altötting kann das angemessene Grundhonorar nach der BVSK-Honorarbefragung 2015 ermittelt werden. Auch die erstattungsfähigen Nebenkosten ermittelt das Gericht auf der Grundlage. Zudem erkennt das Gericht einen Schätzbonus von 15 % an.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Ausgabe 1 / 2019 auf Seite: 28
Ausgewählt und kommentiert von Rechtsanwalt Elmar Fuchs

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