Editorial

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Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn ein Berufsverband auf 60 Jahre zurückblicken kann, hat er das Auf und Ab in der Schadenswelt vielfach erlebt. Die Frage der Erforderlichkeit der Hinzuziehung eines Kfz-Sachverständigen wird alle paar Jahre wieder gestellt und steht einhergehend mit der Frage der Sinnhaftigkeit der Einschaltung eines Rechtsanwalts.

Gelegentlich gewinnt man den Eindruck, dass Kfz-Sachverständige und Rechtsanwälte den Prozessablauf bei der Schadensabwicklung stören und nur deshalb so viel Energie darauf gelegt wird, diese beiden Institutionen erst gar nicht zum Schaden hinzuziehen. Vor 20 Jahren sprach bereits ein Schadenschef einer sehr großen Versicherung in München von den „Wegelagerern des Schadens“ – Ausdruck einer unglaublichen Arroganz und Selbstüberschätzung.

Umso erfreulicher ist es, dass der Kfz- Sachverständige als unabhängige Instanz nach wie vor fest bei Kfz-Betrieben, der Anwaltschaft, der Justiz und natürlich dem Verbraucher verankert ist. Auch der Rechtsanwalt wurde als Wegelagerer nicht vom Markt verdrängt, sondern die Zahl der Schadensabwicklungen mithilfe eines Anwalts ist in den letzten Jahren eher gestiegen.

Ein großer Dank gebührt an dieser Stelle einigen ansonsten sehr aktiven Versicherungsgesellschaften, die durch ihr zurückhaltendes Regulierungsverhalten den besten Beweis dafür erbracht haben, dass Kfz-Sachverständige und Rechtsanwälte aus der Schadensabwicklung nicht hinwegzudenken sind.

Neue technische Herausforderungen, veränderte Rahmenbedingungen aufgrund der Rechtsprechung und Digitalisierung prägen auch die aktuelle Diskussion in der Branche. Der Sachverständigentag des BVSK „BVSK 6.0“ am 17.5.2019 in Potsdam greift diese Themen auf und stärkt einer unabhängigen Schadensfeststellung und einer qualifizierten verkehrsrechtlichen Anwaltschaft den Rücken. Dieses Branchenereignis sollte schon deshalb besucht werden, um Flagge gegen alle Bestrebungen zu zeigen, die Unfallschadensabwicklung allein auf die Ebene Versicherungsgesellschaft – Control€xpert & Co. – zu verlagern.

Der Sachverständigentag des BVSK richtet sich nicht nur an die Kfz-Sachverständigen, sondern an alle Marktbeteiligten. Es geht darum, noch stärker in das Bewusstsein des Autofahrers zu rücken, da selbst das modernste Fahrzeug nicht in der Lage sein wird, den Unfallhergang selbstständig zu rekonstruieren und auch die Schadenshöhe zu ermitteln, sondern ohne qualifizierten Sachverstand die Rechte des Geschädigten auf der Strecke bleiben.

Ihr Elmar Fuchs

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Ausgabe 3 / 2019 auf Seite: 1
Elmar Fuchs

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