Der Kfz-Sachverständige

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Die aktuelle Ausgabe "Der Kfz-Sachverständige" - Heft 3/2017

Inhalt 

Rückblick: Zweites Expertenforum Automotive Recht (EAR) der Wettbewerbszentrale

HUK-Coburg in Pilotregionen mit neuer Strategie

Erstattungsfähigkeit vorprozessualer SV-Kosten im Passiv- und Aktiv-Prozess

Aus dem Editorial:

Elmar Fuchs

Liebe Leserin, lieber Leser,

im Rahmen der Regulierung wird zurzeit wieder einmal sprichwörtlich eine „Sau durch das Dorf getrieben“. Es handelt sich um die Schadensposition des Kfz-Sachverständigenhonorars. Dass um die Höhe des Sachverständigenhonorars gestritten wird, ist zwar nicht neu, aber die Methodik, die derzeit insbesondere die HUK-COBURG an den Tag legt, hat mit einer fairen Schadensabwicklung, mit Qualität und mit Unabhängigkeit des Kfz-Sachverständigen nicht mehr das Geringste zu tun.

Zuerst einmal schließt die HUK-COBURG mit einem sogenannten Sachverständigennetzwerk eines einzelnen Sachverständigen offensichtlich einen Vertrag, wonach sich dieses Sachverständigennetzwerk angeblich verpflichtet, auch im Haftpflichtschadensfall Gutachten für einen Festpreis inkl. Mehrwertsteuer von 280,00 € zu erstellen. In einem Erstinformationsschreiben, das sich an den Geschädigten richtet, wird dieser mehr oder weniger deutlich darauf aufmerksam gemacht, dass ihm ein Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht droht, wenn er einen anderen, insbesondere kostspieligeren Sachverständigen, mit der Schadensfeststellung beauftragt. Man will offensichtlich Tendenzen der Mietwagenrechtsprechung, die aber nicht ansatzweise mit der Thematik der Einschaltung eines Kfz-Sachverständigen vergleichbar sind, auf die Schadensposition des Honorars des Kfz-Sachverständigen übertragen.

Zwischenzeitlich sind bereits erste Fälle bekannt, in denen die HUK-COBURG, aber auch Trittbrettfahrer wie die DEVK, die Regulierung eines ansonsten durchaus angemessenen Sachverständigenhonorars mit der Begründung verweigert, der Geschädigte habe ja Kenntnis von einem Sachverständigen gehabt, der das Gutachten für 280 € erstellt.

Interessant ist aber, dass der Vertragspartner der HUK-COBURG selbst weder öffentlich bestellt und vereidigt ist noch IfS-zertifiziert noch Mitglied eines anerkannten Berufsverbandes. Vielmehr ist der benannte Sachverständige Mitglied eines Berufsverbandes mit dem Namen BDSF in Verbindung mit einer Bürozertifizierung durch eine Zertifizierungsgesellschaft mit Sitz in Großbritannien. Das Verhalten der HUK-COBURG und der Versicherer, die sich der Idee der HUK-COBURG anschließen, wird zu einer völlig unnötigen Verhärtung der Fronten führen. Den Schaden haben am Ende alle Unterbeteiligten zu tragen. Die HUK-COBURG ist ein überaus erfolgreicher Versicherer, der in der Vergangenheit in der Lage war, auch bei unterschiedlichen Positionen mit unterschiedlichen Kräften zielorientiert Gespräche zu führen.

Diese Fähigkeit ist bei der Thematik des Kfz-Sachverständigenhonorars offenbar verloren gegangen. Ob es sich um die Arroganz des Erfolgs handelt oder nur um die Idee eines übereifrigen Mitarbeiters kann noch nicht abschließend beurteilt werden. Noch ist es möglich, die Eskalation der Auseinandersetzungen in der Regulierung eines Unfallschadens zu beenden. Es wäre nämlich außerordentlich kurzsichtig, zu glauben, dass man die Auseinandersetzung des Sachverständigenhonorars isolieren könnte. Man muss überdies kein Prophet sein, um zu erkennen, dass in gerichtlichen Auseinandersetzungen die völlig absurde Theorie der HUK-COBURG zum Scheitern verurteilt ist.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die gesamten Schadensabwicklungskosten in Zukunft steigen, man erreicht also das genaue Gegenteil dessen, was man ursprünglich geplant hat.

Gerade die HUK-COBURG hat in der Vergangenheit dazu beigetragen, dass sich Sachverständigenhonorare an Inhalten orientierten und das geltend gemachte Honorar auch in einem angemessenen Verhältnis zur erbrachten Leistung stand. Die, die diesen Weg mitgegangen sind, werden nun bestraft und am Ende werden die gestärkt, die das Verhalten des Versicherers als „feindliche“ Kampagne bewerten. Im Übrigen wird mit Sicherheit auch im Sachverständigenwesen in Zukunft verstärkt darüber nachgedacht, inwieweit es überhaupt noch möglich ist, bestimmten Auftraggebergruppen vergünstigte Konditionen anzubieten. Pikanterweise wird am Ende die Zeche auch hier von Versicherungen gezahlt, die bislang am ehesten davon profitiert haben, dass ihnen Sonderkonditionen eingeräumt wurden.

Außerdem sollten auch Versicherer darüber nachdenken, dass ein derartiges Regulierungsverhalten das grundsätzlich positive Verhältnis zwischen Geschädigten und Versicherern enorm belastet und am Ende die eingetretene Rufschädigung weitaus kostspieliger sein kann als möglicherweise eingesparte Sachverständigenkosten. Es gibt genügend Fragen, die rund um die Unfallschadensabwicklung zu klären wären. Fahrzeugelektronik, autonomes Fahren, neue Bauweisen im Karosseriebereich wären hier zu nennen. All diese wichtigen Themen werden nun überlagert durch die Diskussion um die Schadensminderungspflicht.

In diesem Sinne steht uns allen sicherlich ein heißer Sommer bevor.

Ihr Elmar Fuchs

Der KFZ-SV Ausgabe 3 / 2017

Editorial

Editorial
....Seite 1 

Liebe Leserin, lieber Leser,

im Rahmen der Regulierung wird zurzeit wieder einmal sprichwörtlich eine „Sau durch das Dorf getrieben“. Es handelt sich um die Schadensposition des Kfz-Sachverständigenhonorars. Dass um die Höhe des Sachverständigenhonorars gestritten wird, ist zwar nicht neu,...

 
mehr... Elmar Fuchs

Meldungen

Prämienkalkulation in der Kfz-Versicherung mit Hilfe der Telematik?
....Seite 3 

Das Prinzip einer Versicherung ist simpel: Menschen zahlen Geld in einen großen Topf. Die Gesamtsumme ist so berechnet, dass sie dem statistisch kalkulierten Umfang der erwarteten Schäden entspricht. Passiert dann einem der Beitragszahler ein Schaden, bekommt er seine Entschädigung aus dem großen...

 
mehr... Red.
Zahl der getöteten Fußgänger könnte um die Hälfte sinken
....Seite 3 

Unfallforscher sehen laut Auto-Medienportal.Net große Chancen, die Zahl der bundesweit im Straßenverkehr getöteten Fußgänger in den kommenden Jahren deutlich zu reduzieren. Voraussetzung dazu sei eine schnelle Durchdringung des Marktes mit Fahrzeugen, die über Notbremssysteme mit Fußgängererkennung...

 
mehr... Red.
Die Mehrheit ist offen für selbstfahrende Autos
....Seite 4 

Die Bundesbürger sind gegenüber selbstfahrenden Autos mehrheitlich positiv eingestellt, meldet Auto-Medienportal.Net. Rund zwei Drittel sehen in einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom Vorteile in autonomen Fahrzeugen. Demnach erwarten 44 Prozent der Befragten von selbstfahrenden...

 
mehr... Red.

Technik

Nissan Qashqai (1.2 Bezinger DIG TURBO)/Citroen C3 (Pure Tech 68)
....Seite 5 

 

 
Red.

Aus der AWG

Reinigung verschmutzter Verkehrsflächen
....Seite 7 

In den beiden bisher erschienen Auszügen aus dem Fachartikel zur „BVSK-Studie Verkehrsflächenreinigung“ wurden neben den einleitenden Betrachtungen zum Thema die verwendeten Reinigungsgerätschaften beschrieben, die Durchführung der Reinigungen dargestellt sowie die anschließende Realisierung der...

 
mehr... Dipl.-Ing. (FH) Günther Menzel, Leiter BVSK-Akademie, Kottenheim

Sachverständigenwesen

Rückblick: Zweites Expertenforum Automotive Recht (EAR) der Wettbewerbszentrale
....Seite 13 

Am 4.4. 2017 fand in der Autostadt in Wolfsburg das diesjährige Expertenforum Automotive Recht (EAR) der Wettbewerbszentrale statt. Im letzten Jahr hatten sich die Vertreter von Automobilherstellern und Zulieferunternehmen, Autohäusern sowie Kfz-Verbänden und -Innungen, Prüforganisationen und im...

 
mehr... Dr. Andreas Ottofülling, Rechtsanwalt, Geschäftsführung Wettbewerbszentrale, München
Die Ermittlung des merkantilen Minderwerts nach der NIVRE-Formel
....Seite 18 

Nach niederländischer Rechtsprechung stellt die merkantile Wertminderung, die ein Fahrzeug erleidet, obwohl es fachgerecht repariert worden ist, einen ersatzfähigen Schaden dar (Grundsatzentscheidung des Hoge Raad der Nederlanden vom 13.12.1963).

Diese merkantile Wertminderung wird durch...

 
mehr... Dipl.-Ing. Thomas Diekel, Bad Bentheim und Dipl.-Ing. (FH) Michael Wessels, Rheine
HUK-COBURG greift Rechte des Geschädigten mit Erstanschreiben an
....Seite 19 

Es wird darüber hinaus im Erstanschreiben suggeriert, dass die Möglichkeit besteht, über die HUK-COBURG unabhängige qualifizierte Schadensgutachten zu einem Flatrate-Preis von 280 erstellen zu lassen. Dabei wird ganz massiv auf die den Geschädigten treffende Schadensminderungspflicht aufmerksam...

 
mehr... Elmar Fuchs, Rechtsanwalt, Potsdam
HUK-COBURG in Pilotregionen mit neuer Strategie
....Seite 20 

Neben den bereits bekannten Hinweisen zu günstigen Mietwagen, die über die HUK-COBURG vermittelt werden können, verweist man nun auch auf ein angebliches Kostenrisiko bei der Auswahl eines Kfz-Sachverständigen, und als Beleg führt man eine angebliche Firma SV.NET auf und benennt drei...

 
mehr... Elmar Fuchs, Rechtsanwalt, Potsdam

Recht

Haftung und Schutzpflichten des Sachverständigengutachtens gegenüber Dritten bei fehlerhaftem Gutachten
....Seite 21 

Der Privatgutachter kann von seinem Auftraggeber im Rahmen des Werkvertragsrechts und der gerichtliche Sachverständige nach Maßgabe des § 839a BGB in Anspruch genommen werden. Ist der Geschädigte jedoch nicht Aufraggeber und damit auch nicht direkter Vertragspartner des Gutachters, kommt eine...

 
mehr... Jutta Aschmann, Rechtsanwältin, Potsdam
Erstattungsfähigkeit vorprozessualer Sachverständigenkosten im Passiv- und Aktiv-Prozess
....Seite 24 

Passiv-Prozess

1. Kostenerstattung, wenn sich das Gutachten auf den Rechtsstreit bezieht und gerade wegen des konkreten Prozesses in Auftrag gegeben wurde.

2. Allgemeine Unkosten einer Partei sollen nicht pauschal auf den Gegner übertragbar sein und so den Prozess verteuern.

3. Drängt sich einem...

 
mehr... Ass. jur. Dipl.-Jur. Hubertus W. Garchow, Düsseldorf
Ablehnung des Gerichtssachverständigen wegen Besorgnis der Befangenheit
....Seite 27 

1. Teil: Auftragserteilung (Fortsetzung)

1.1.2 Vorherige Tätigkeit für eine Partei

1.1.2.1 LSG Bayern (Beschluss vom 4.11.2013 – L 2 SF 124/13 B) – Keine Befangenheit wegen vorheriger Tätigkeit in einem anderen Klageverfahren eines Prozessbeteiligten

Leitsätze der Entscheidung:

1. Ein...

 
mehr... Dr. Felix Lehmann, Vorsitzender Richter am LG Kiel

Rechtsprechung

Rechtsprechungsreport
....Seite 33 

Sachverständigenkosten

AG Ehingen/Donau, Urteil vom 8.2.2016 – 1 C 343/15 BVSK-Honorarbefragung ist geeignete Schätzgrundlage für die Üblichkeit von Sachverständigenkosten

§ 249 BGB

AG Geislingen an der Steige, Urteil vom 16.2.2016 – 3 C 628/15 BVSK-Honorarbefragung ist taugliche Schätzgrundlage für...

 
mehr... Rechtsanwalt Elmar Fuchs, Potsdam

Fachliteratur

Buchtipps
....Seite 39 

Beck/Berr/Schäpe

OWi-Sachen im Straßenverkehrsrecht mit OWi-Verfahren im Ausland - C.F. Müller GmbH, Heidelberg, neu bearbeitete Auflage 2017. XXIX, 584 Seiten. Kartoniert. ISBN 978-3-8114-3967-2. 64,99 €

Bengler, K., Drüke, J., Hoffmann, S., Manstetten, D., Neukum, A. (Eds.)

Ur:Ban Human Factors in...

 
mehr... Red.

Veranstaltungen

Veranstaltungen
....Seite 40 

 

 
Red.

Erstattungsfähigkeit vorprozessualer Sachverständigenkosten im Passiv- und Aktiv-Prozess

Ass. jur. Dipl.-Jur. Hubertus W. Garchow, Düsseldorf

Passiv-Prozess

1. Kostenerstattung, wenn sich das Gutachten auf den Rechtsstreit bezieht und gerade wegen des konkreten Prozesses in Auftrag gegeben wurde.

2. Allgemeine Unkosten einer Partei sollen nicht pauschal auf den Gegner übertragbar sein und so den Prozess verteuern.

3. Drängt sich einem Versicherer der Verdacht des Betrugs auf und gibt dieser ein Privatgutachten in Auftrag, so sind diese Kosten im Prozess erstattungsfähig (OLG Köln, Beschluss vom 20.4.2016 – 17 W 26/15).

Die Praxissituation: Im Rahmen der Unfallschadensregulierung kommt es immer wieder vor, dass der Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers den Verdacht des Betrugs hat. Dies in der Regel dann, wenn das beschädigte Fahrzeug des Anspruchstellers Vorschäden hatte und unklar ist, ob und in welcher Form diese beseitigt wurden und/oder sich aus den Umständen Anhaltspunkte dafür ergeben, dass das Unfallereignis zwischen den Beteiligten abgesprochen war. Derartige Konstellationen sind ferner davon gekennzeichnet, dass der Anspruchsteller rechtsschutzversichert ist und im Falle einer Regulierungsverweigerung Klage erhebt.

Mangels eigener Sachkunde ist der Versicherer dann angesichts des sich abzeichnenden Prozesses darauf angewiesen, das Gutachten eines Sachverständigen einzuholen, um sich gegen unberechtigt geltend gemachte Ansprüche prozessual effektiv zu verteidigen. Damit schließt sich die hier zu behandelnde Frage an, ob und unter welchen Bedingungen der Haftpflichtversicherer die Kosten für das vorprozessuale Gutachten gegenüber der unterlegen Klägerseite festsetzen lassen kann.

Die Entscheidung:

Das OLG Köln hat im Beschluss vom 20.4.2016 – 17 W 26/15 die Voraussetzungen systematisch dargestellt und begründet, sodass dieser sich für eine Darstellung besonders eignet.

„Prozessbezogenheit“ der Gutachterkosten

„Im Ausgangspunkt dieser Würdigung trifft es allerdings zu, dass die Kosten eines vorprozessual beauftragten Privatgutachtens nur ausnahmsweise, nämlich dann als ‚Kosten des Rechtstreits‘ im Sinne des § 91 Abs. 1 ZPO angesehen werden können und daher von dem im Rechtstreit unterlegenen Prozessgegner zu erstatten sind, wenn sich das Gutachten auf den konkreten Rechtstreit bezieht und gerade mit Rücksicht auf den konkreten Prozess in Auftrag gegeben worden ist. Mit diesem Erfordernis der ‚Prozessbezogenheit‘ soll verhindert werden, dass eine Partei ihre allgemeinen Unkosten oder prozessfremde Kosten auf den Gegner abzuwälzen versucht und so den Prozess verteuert. Denn es ist grundsätzlich Sache der Partei, ihre Einstandspflicht und ihre Ersatzberechtigung in eigener Verantwortung zu prüfen und den dabei entstehenden Aufwand selbst zu tragen.“

Bloße Vorlage des Gutachtens

„Allein die Vorlage eines in diesem Zusammenhang im Auftrag einer Partei erstellten Privatgutachtens im Prozess genügt daher nicht, um die erforderliche Prozessbezogenheit begründen zu können. Die Tätigkeit des Privatsachverständigen muss vielmehr in unmittelbarer Beziehung zu dem sich konkret abzeichnenden Rechtsstreit stehen.“

Verdacht des Betruges drängt sich auf

„Das danach für die Erstattungsfähigkeit der Kosten eines Parteigutachtens erforderliche Merkmal der Prozessbezogenheit ist jedoch in den Fällen zu bejahen, in denen der auf Regulierung eines Schadensfalls in Anspruch genommene Versicherer das Gutachten in einer Situation beauftragt, in der sich der Verdacht eines Versicherungsbetrugs aufdrängt. In einer solchen Situation muss sich der Versicherer von vornherein auf einen Deckungsprozess einstellen.“

Versicherer muss mit Klage rechnen

„Die Aufwendungen, die veranlasst werden, bevor der Rechtsstreit sich einigermaßen konkret abzeichnet, sind aus diesem Grund regelmäßig nicht erstattungsfähig. (vgl. BGH, MDR 2009, 231; BGH, NJW-RR 2009, 422; VersR 2008, 801 f – jeweils m. w. Nachw.). […] sind ausreichende Anhaltspunkte für den Versuch eines Versicherungsbetrugs vorhanden, so ist von Anfang an damit zu rechnen, dass es zum Prozess kommen wird, weil der Täter bei Ablehnung der Einstandspflicht versuchen wird, sein Ziel einer nicht gerechtfertigten Schadensregulierung auch durch einen Rechtstreit zu erreichen (vgl. BGH, a.a.O.; BGH, VersR 2003, 481, 482; OLG Karlsruhe VersR 2004, 931, 932; OLG Köln VersR 2004, 803 – jeweils. m. w. Nachw.). Unter diesen Umständen ist das Privatgutachten – unabhängig von einer ausreichenden zeitlichen Nähe zum Rechtstreit – regelmäßig als prozessbezogen anzusehen.“

Versicherer nicht sachkundig

„Die Kosten hierfür sind daher im Rahmen der Bestimmungen auch dann erstattungsfähig, wenn ein Verlust von Beweismitteln nicht zu besorgen ist. Der Versicherer besitzt nämlich in der Regel selbst nicht die erforderliche Sachkenntnis, um eine Verursachung der Schäden durch eine Straftat mit hinreichender Überzeugungskraft und Sicherheit auszuschließen. Er kann deshalb billigerweise nicht darauf verwiesen werden, zunächst die Einholung eines Gutachtens durch das Gericht abzuwarten. Vielmehr ist es in einem solchen Fall zweckmäßig und prozessökonomisch, wenn die Partei sich sachkundig beraten lässt, ehe sie vorträgt (BGH, NJW-RR 2009, 422).“

Hinreichende Anhaltspunkte für den Verdacht eines versuchten Betrugs

„Die Kosten des von der Beklagten zu 2) in Auftrag gegebenen Tätigkeitsberichts des Sachverständigen E sind nach diesen Maßstäben erstattungsfähig. Denn bereits im Zeitpunkt der Beauftragung des Gutachters lagen im Hinblick auf das Schadensbild, welches sich unstreitig nahezu durchgehend über die gesamte linke Seite des Fahrzeugs des Klägers abzeichnete und mit einem bloß versehentlichen Rangierschaden beim rückwärtigen Einparken des von der Beklagten zu 1) gefahrenen PKWs nicht ohne weiteres in Einklang zu bringen war, ferner mit Blick auf die übrigen berichteten Umstände des Schadensereignisses, namentlich was die Art der beteiligten Fahrzeuge sowie die Position des beschädigten Klagefahrzeugs angeht, die für sich alleine unverdächtig, in der Kumulation mit dem beschriebenen Schadensbild aber auffällig sind, hinreichende Anhaltspunkte für den Verdacht eines versuchten Versicherungsbetrugs vor.“

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Ausgabe 03/2017

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Veranstalter:  IfS Institut für Sachverständigenwesen e.V.
Anmeldung ab: 19.04.17, Anmeldung endet: 31.05.17 anmelden

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Termin:  01.06.17
Veranstaltungsort:  Erfurt
Veranstalter:  IfS Institut für Sachverständigenwesen e.V.
Anmeldung ab: 19.04.17, Anmeldung endet: 31.05.17 anmelden
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Rückblick: Zweites Expertenforum Automotive Recht (EAR ) der Wettbewerbszentrale

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