Der Kfz-Sachverständige

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Die aktuelle Ausgabe "Der Kfz-Sachverständige" - Heft 6/2018

Inhalt 

Leasing oder Kauf?

Die sogenannte Reparaturfreigabe durch den Kfz-Sachverständigen, den Versicherer und den Leasinggeber

Die Rechtsprechung zu Fragen der Vergütung des gerichtlich bestellten Sachverständigen

Aus dem Editorial:

Elmar Fuchs

Liebe Leserin, lieber Leser,

der BGH hat sich in kurzer Zeit in insgesamt sieben Entscheidungen mit den Anforderungen an Abtretungsformulare im Hinblick auf Transparenz und Verbraucherfreundlichkeit sowie mit der Indizwirkung einer bezahlten Sachverständigenrechnung befasst.

Frühere Entscheidungen des BGH, die von einer Indizwirkung einer bezahlten Rechnung im Hinblick auf Erstattungsfähigkeit durch den regulierungspflichtigen Haftpflichtversicherer ausgehen, stießen schon deshalb auf Kritik, weil kaum einsehbar ist, dass bspw. bei einer verhältnismäßig kleinen Rechnung, wo der Geschädigte eher in der Lage ist, den Rechnungsbetrag unmittelbar auszugleichen (und sei es nur aus taktischen Gründen), die Indizwirkung zu bejahen ist, während der Versicherer bei noch nicht ausgeglichenen Rechnungen die Möglichkeit haben soll, die Zahlung mit dem Bestreiten der Angemessenheit zu verweigern.

Nun hat der BGH (Urteile vom 5.6.2018 – VI ZR 171/16 und VI ZR 185/16 in einem etwas anders gelagerten Fall seine Rechtsprechung zumindest neu justiert und die Indizwirkung in Fällen verneint, in denen ein Factoring-Unternehmen gegenüber dem Sachverständigen die Sachverständigenkosten ausgeglichen hat und nun aus abgetretenem Recht gegen den Haftpflichtversicherer klagt.

Diese Entscheidungen lassen zumindest hoffen, dass die künstliche Trennung zwischen bezahlter und nicht bezahlter Rechnung für die Frage der Prüfung der Angemessenheit des Sachverständigenhonorars an Bedeutung verliert.

Die anderen Entscheidungen vom 17.7.2018 – VI ZR 274/17, VI ZR 275/17, VI ZR 276/17, VI ZR 277/17 und VI ZR 278/17 setzen sich mit den Abtretungsformularen – insbesondere bei der sogenannten Kettenabtretung – auseinander.

Hier wird in den nächsten Monaten zu prüfen sein, ob es notwendig ist, auch bei der klassischen Abtretung Formulierungen zu überprüfen.

Sicher dürfte jedoch sein, dass auch diese Entscheidungen dazu genutzt werden, Schadensersatzansprüche zuerst einmal abzulehnen, selbst wenn an der Höhe überhaupt keine Zweifel bestehen.

Ohnehin kann davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Auseinandersetzungen über Schadensersatzpositionen, die eigentlich klar zu sein schienen, zunehmen wird.

Das OLG Braunschweig (Urteil vom 30.1.2018 – 7 U 3/17, s.a. Kfz-Anwalt 07/2018, 8) musste sich im Rahmen einer Entscheidung u.a. mit der Restwertermittlung befassen und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass der Geschädigte gehalten sei, dem Haftpflichtversicherer eine Überprüfung des Restwertes zu ermöglichen.

Diese Entscheidung ist schlichtweg das Gegenteil zu den bekannten Entscheidungen des BGH, was allerdings den Haftpflichtversicherer nicht davon abhalten dürfte, sich künftig verstärkt auf diese Entscheidung zu berufen, zumal auch das LG München II (Urteil vom 14.9.2017 – 8 S 2704/17) eine ähnlich fehlerhafte Entscheidung getroffen hat.

Die Anzeichen sprechen für einen „heißen Winter“ in der Schadensregulierung, da fällt es nicht schwer, auch die aktuelle Dieseldiskussion zu verstehen. Ohne Sachverstand werden Milliarden für eine Hardware-Nachrüstung verplant, die man sicher besser in den Austausch alter Dieselfahrzeug in neue Dieselmodelle investieren würde.

Auch in den gerichtlichen Auseinandersetzungen ist noch kein Ende in Sicht und es ist schon heute absehbar, dass bei Durchführung einer Hardware-Nachrüstung eine Fülle weiterer Verfahren ins Haus steht, eben weil diese Hardware- Nachrüstung bei älteren Fahrzeugen nicht unerhebliche Probleme auslöst.

Der Herbst verabschiedet sich – langweilig wird es aber auch in den nächsten Monaten sicher nicht.

Ihr Elmar Fuchs

Der KFZ-SV Ausgabe 6 / 2018

Editorial

Editorial
....Seite 1 

Liebe Leserin, lieber Leser,

der BGH hat sich in kurzer Zeit in insgesamt sieben Entscheidungen mit den Anforderungen an Abtretungsformulare im Hinblick auf Transparenz und Verbraucherfreundlichkeit sowie mit der Indizwirkung einer bezahlten Sachverständigenrechnung befasst.

Frühere Entscheidungen des...

 
mehr... Elmar Fuchs

Meldungen

Der September wurde für Audi zum Horror-Monat
....Seite 3 

Die Audi AG hat im September weltweit nur rund 139.150 Automobile an Kunden übergeben, ein Rückgang um 22,0 % gegenüber der Bestmarke aus dem Vorjahr. Nach überdurchschnittlichen Absatzzahlen in Europa durch den Abfluss bevorrateter Modelle wirkten sich im September die leeren Lager und die...

 
mehr... Red.
Zulassungsstatistik: Der September wirbelte vieles durcheinander
....Seite 3 

Der Berichtsmonat September 2018 brachte laut Auto-Medienportal.Net in insgesamt neun Segmenten einen Wechsel des zulassungsstärksten Modells: Bei den Minis steht jetzt der Fiat 500, bei den Kleinwagen der Opel Corsa, in der Mittelklasse die Mercedes C-Klasse und in der Oberklasse der Mercedes CLS...

 
mehr... Red.
Europas Automärkte mit dem besten August seit 20 Jahren
....Seite 4 

Der europäische Automobilmarkt hat im August den besten Wert für diesen Monat seit 20 Jahren verzeichnet. Nach Angaben des internationalen Marktbeobachters Jato Dynamics in Schwalbach wurde das starke Wachstum jedoch „künstlich erzeugt“, da der Absatz durch Lagerräumungen vor der Einführung des...

 
mehr... Red.

Technik

Honda CR-V / Peugeot 108 1,0l Vti 72 5-Gang
....Seite 5 

 

 
Red.

Sachverständigenwesen

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte
....Seite 7 

Wie aussagekräftige Beweisfotos entstehen – Teil 4: Hilfsmittel

Bei guten Lichtverhältnissen und deutlichen Schäden sind Fotos schnell und leicht gemacht. Bei schlechten Lichtverhältnissen oder weniger deutlichen Schäden helfen verschiedene Hilfsmittel.

Ein Hilfsmittel kann ein größeres Blitzgerät...

 
mehr... Sabine Unterderweide, Fotografenmeisterin, Ettlingen
Der Sachverständige im Spannungsfeld der Interessenlagen
....Seite 12 

Fortsetzung des Beitrags aus Heft 5/2018

Regelmäßig werden Schulungen oder Seminare angeboten, bei denen es um das „überzeugende Auftreten“ der Sachverständigen geht. Solche Seminare sind sicherlich dazu geeignet, sich einmal damit auseinanderzusetzen, wie Verhaltensweisen auf die Mitmenschen...

 
mehr... Christian Hoffmann, Kfz-Sachverständiger, Bad Salzuflen
Leasing oder Kauf?
....Seite 15 

Größere Anschaffungen in Praxen leasen oder kaufen?

Die schnelle technologische Entwicklung stellt heute jeden Kfz-Sachverständigen bei anstehenden Investitionsentscheidungen vor die Frage, ob er das betreffende Wirtschaftsgut leasen oder kaufen soll. Leasing bedeutet, dass dem Leasing-Nehmer das...

 
mehr... Dipl.-Vw. Dr. Hans-Ludwig Dornbusch, St. Augustin
Der Unsinn der Hardware- Nachrüstung bei Dieselfahrzeugen
....Seite 17 

VG Wiesbaden, Urteil vom 5.9.2018 – 4 K 1613/15.WI

Die Entscheidung des VG Wiesbaden vom 5.9.2018 – 4 K 1613/15.WI, dass in Frankfurt zur Einhaltung der Schadstoffgrenzwerte Fahrverbote für bestimmte Diesel- und Benzinfahrzeuge vorzunehmen sind, ist an ökonomischer und ökologischer Unvernunft kaum...

 
mehr... Elmar Fuchs, Rechtsanwalt, Potsdam
Die sogenannte Reparaturfreigabe durch den Kfz-Sachverständigen, den Versicherer und den Leasing-Geber
....Seite 21 

Häufig findet man in einem Schadensgutachten den Hinweis „Reparaturfreigabe – ja“, „Reparaturfreigabe – erteilt“ oder auch in ablehnender Form „Reparaturfreigabe – nein“. Auch der Versicherer verwendet gelegentlich den Begriff der Reparaturfreigabe. Auch wenn die Wortwahl identisch ist, ist...

 
mehr... Elmar Fuchs, Rechtsanwalt, Potsdam

Recht

Die Rechtsprechung zu Fragen der Vergütung des gerichtlich bestellten Sachverständigen
....Seite 23 

Der gerichtlich bestellte Sachverständige hat teilweise die Problematik, dass er sich seine Vergütung „erkämpfen“ muss und ihm hierbei „Stolpersteine“ im Wege liegen können. Nachfolgend daher eine kleine Übersicht der aktuellen obergerichtlichen Rechtsprechung zur Vergütung des Sachverständigen.

I....

 
mehr... Ass. jur. Dipl.-Jur. Hubertus W. Garchow, Düsseldorf
Ablehnung des Gerichtssachverständigen wegen Besorgnis der Befangenheit
....Seite 28 

Artikelserie zur Rechtsprechung aus den Jahren 2013–2015 (Fortsetzung Teil 8)

Die nachfolgende Beitragsreihe enthält einen umfassenden Überblick über die in den Jahren 2013–2015 ergangene Rechtsprechung zur Ablehnung des Gerichtssachverständigen wegen Besorgnis der Befangenheit. Dabei folgt die...

 
mehr... Dr. Felix Lehmann, Vorsitzender Richter am LG Kiel

Rechtsprechung

Rechtsprechungsreport
....Seite 34 

Sachverständigenhonorar

Erneute BGH -Entscheidung zur Indizwirkung einer unbezahlten Sachverständigenrechnung nach einem Unfall

BGH, Urteil vom 5.6.2018 – VI ZR 171/16 (s.a. VI ZR 185/16)

Leitsätze

„Legt der Geschädigte oder der an seine Stelle getretene Zessionar lediglich die unbeglichene Rechnung...

 
mehr... Ausgewählt und kommentiert von Rechtsanwalt Elmar Fuchs

Veranstaltungen

Veranstaltungen
....Seite 39 

 

 
Red.

Der Unsinn der Hardware- Nachrüstung bei Dieselfahrzeugen

VG Wiesbaden, Urteil vom 5.9.2018 – 4 K 1613/15.WI

Die Entscheidung des VG Wiesbaden vom 5.9.2018 – 4 K 1613/15.WI, dass in Frankfurt zur Einhaltung der Schadstoffgrenzwerte Fahrverbote für bestimmte Diesel- und Benzinfahrzeuge vorzunehmen sind, ist an ökonomischer und ökologischer Unvernunft kaum noch zu überbieten.

Der Wortlaut der Pressemitteilung hierzu lautet wie folgt:

„Das VG Wiesbaden hat entschieden, dass die Stadt Frankfurt am Main ab Februar 2019 ein Dieselfahrverbot einführen muss.

In einer noch festzulegenden Zone dürfen ab dem 01.02.2019 keine Diesel mehr mit Euro-4-Motoren und älter fahren. Auch Benziner der Klassen Euro 1 und 2 sind betroffen. Ab dem 01.09.2019 gilt dies dann auch für Diesel der Klasse Euro 5.

Geklagt hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wegen der Überschreitung von Stickoxidgrenzwerten gegen das Land Hessen auf Einhaltung des Luftreinhalteplans von Frankfurt und die festgelegten Maßnahmen. Die Grenzwerte könnten nur durch eine rasche Umsetzung kurzfristig wirksamer Maßnahmen wie Fahrverbote für schmutzige Dieselfahrzeuge eingehalten werden. Die Luftverschmutzung durch Stickoxide könne dazu führen, dass etwa Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgelöst oder verschlimmert werden. Das Umweltministerium hatte dem Gericht zahlreiche Maßnahmen vorgelegt, die vom Ministerium auf ihre Wirksamkeit durchgerechnet wurden und ohne Fahrverbot funktionieren sollten. Ziel des Luftreinhalteplans ist es, dass der Grenzwert für Stickstoffdioxid auf Dauer eingehalten wird. Er liegt bei maximal 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. 2017 hatte Frankfurt das Ziel nicht erreicht, der Jahresmittelwert lag bei 47 Mikrogramm. Auf insgesamt 114 Straßen in Frankfurt wurden 2017 die Grenzwerte überschritten. Der Erlass und die Fortschreibung des Luftreinhalteplans ist Ländersache.

Das VG Wiesbaden hat das Land Hessen verpflichtet, bis zum 01.02.2019 den Luftreinhalteplan für die Stadt Frankfurt am Main zu ergänzen.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts sieht der derzeit gültige Luftreinhalteplan vom Herbst 2011 keine ausreichenden Maßnahmen zur Verbesserung der Luftsituation vor, um den Grenzwert für Stickoxide von 40 Bg/m³ einzuhalten. Dies gelte auch für das kurz vor der mündlichen Verhandlung von dem Beklagten vorgelegte vorläufige Gesamtkonzept zur Fortschreibung des Luftreinhalteplans.

Unter Berücksichtigung des Planungsermessens des Beklagten hat sich das Verwaltungsgericht darauf beschränkt, neben den bereits vorgesehenen Planungen drei weitere Maßnahmen in den Urteilsgründen zu benennen, die sie für unverzichtbar in dem fortzuschreibenden Luftreinhalteplan hält. Angesichts der hohen Grenzwertüberschreitung im Stadtgebiet Frankfurt sei die Einführung eines zonenbezogenen Fahrverbotes notwendig. Wegen der nach wie vor starken Gesundheitsgefährdung der Innenstadtbewohner, der Fahrradfahrer, der Fußgänger und Insassen der durchfahrenden Fahrzeuge verpflichte das Gericht das Land, dieses Fahrverbot für Fahrzeuge der Dieselfahrzeuge einschließlich der Klasse Euro 4 und Benziner der Klassen 1 und 2 bereits ab dem 01.02.2019 vorzusehen. Für die Dieselfahrzeuge der Klasse Euro 5 soll das Fahrverbot zum 01.09.2019 eingeführt werden. Bei der Erteilung von Ausnahmegenehmigungen zum Fahrverbot sind nach Auffassung des Gerichts durch zeitliche Begrenzung derselben sowie durch entsprechende Höhe der Gebühren deutliche Anreize zur Umoder Nachrüstung zu setzen.

Als weitere Maßnahme hat das Verwaltungsgericht dem Land aufgegeben, für eine Nachrüstung der Busflotte mit SCRT-Filtern zu sorgen.

Mit der Parkraumbewirtschaftung soll das Land zudem zusätzliche Anreize für den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr setzen. Insbesondere könnten hierfür außerhalb der Kernzonen kostenlose Park & Ride-Parkplätze geschaffen werden. Für Behinderte müsse preiswerter Parkraum vorgehalten werden.

Die Beteiligten können gegen dieses Urteil einen Antrag auf Zulassung der Berufung stellen, über den der VGH Kassel entscheidet.

Hinweis der Redaktion: Die DUH hat insgesamt in vier hessischen Städten geklagt. Neben Hessens größter Stadt Frankfurt sind das Darmstadt, Wiesbaden und Offenbach. Bundesweit wurden Stuttgart und Aachen bereits gerichtlich zu Fahrverboten verpflichtet. In Stuttgart sollen ab Jahresbeginn 2019 Fahrverbote ebenfalls für ältere Dieselfahrzeuge gelten. Hamburg hat freiwillig ein Dieselfahrverbot für ältere Dieselfahrzeuge in zwei besonders betroffenen Straßen der Hansestadt eingeführt. Zuvor hatte das BVerwG geurteilt, dass Dieselfahrverbote in Städten grundsätzlich zulässig sind (BVerwG, Urt. v. 28.02.2018 – 7 C 26.16 und 7 C 30.17).“

Einmal abgesehen davon, dass man sich fragt, woher Verwaltungsrichter die Sachkenntnis gewinnen, welche Fahrzeuge von einem Fahrverbot betroffen sein müssen, ist bereits die Luftmessung ist je nach Bundesland/ je nach Stadt völlig intransparent. So kann es eben durchaus sein, dass eine Messung in 2 m Höhe unmittelbar am Straßenrand zu völlig anderen Ergebnissen als eine Messung in 5 m Höhe in einer Entfernung von 2 m zum Straßenrand führt. In dem betroffenen Bereich ist nun ein Fahrverbot für bestimmte Dieselfahrzeuge nicht nur möglich, sondern faktisch vorgegeben.

Dies kann zu völlig absurden Ergebnissen führen – wie in Hamburg, wo ein einzelner Teilbereich einer Straße gesperrt wird, der dann verbunden mit einer etwas längeren Wegstrecke umfahren wird – oder auch zu Sperrungen der Innenstädte, was zu einer faktischen Enteignung der Fahrzeughalter führen würde.

Selbst wenn man davon ausgeht, dass insbesondere Dieselfahrzeuge für einen hohen Schadstoffausstoß stehen, ist dies keinesfalls gleichbedeutend mit der Aussage, dass ausschließlich Dieselfahrzeuge Schadstoffausstoß verursachen, ohne überhaupt in Erwägung zu ziehen, Kraftwerke herunterzufahren oder Heizungsanlagen anders zu regulieren.

Die Entscheidung, die ökologisch vorbildlichen Atomkraftwerke vom Netz zu nehmen, hat beispielsweise die Deutsche Umwelthilfe keinesfalls zu einer Reaktion veranlasst. Stattdessen stellt man fest, dass von einem Fahrverbot für Automobile auch der öffentliche Personennahverkehr betroffen ist, der in vielen Regionen in den vergangenen 20 Jahren ausschließlich auf Busse umgestellt wurde.

Geht man von einer durchschnittlichen Betriebszeit eines Omnibusses von zehn Jahren aus, werden finanzielle Mittel für die Investitionen auch erst – bezogen auf das jeweilige Fahrzeug – in zehn Jahren zur Verfügung stehen. Müssen nun die Omnibusse vorzeitig ersetzt werden, um ein Verkehrschaos zu verhindern, stehen die Finanzmittel, die für vorzeitige Investitionen herangezogen werden, für andere notwendige Investitionen nicht mehr zur Verfügung.

In Anbetracht der Finanzsituation vieler Kommunen muss man zudem eher davon ausgehen, dass bei einem Fahrverbot schlichtweg der Personenverkehr eingestellt wird, was wiederum zu einer drastischen Erhöhung des Individualverkehrs mit einer unstreitig höheren Umweltbelastung führen wird.

Die plakative Forderung nach einer Hardware-Umrüstung oder -Nachrüstung kann in diesem Zusammenhang nur noch als blinder Aktionismus bewertet werden.

Betroffene Fahrzeuge werden schon aufgrund des Fahrzeugalters verhältnismäßig wenig bewegt. Auch der Wert dieser Fahrzeuge ist verhältnismäßig gering. Kein auch nur halbwegs klar denkender Mensch würde in die ältesten Fahrzeuge investieren – mit der Folge, dass sich die Lebenszeit dieses Fahrzeuges schon aus wirtschaftlichen Gründen nochmals verlängern muss, dabei in Kauf nehmend, dass diese Fahrzeuge trotz Nachrüstung ökologisch und sicherheitstechnisch veraltet sind.

Eine wie auch immer geartete Hardware- Nachrüstung mit ökologisch fragwürdiger Wirkung würde sicher zwei Jahre in Anspruch nehmen. Wenn von einer statistischen Lebenserwartung der Fahrzeuge von 14 Jahren ausgegangen wird, würden ohne Nachrüstung ohnehin viele der betroffenen Fahrzeuge durch neue Fahrzeuge ersetzt, was infolge der Nachrüstung naturgemäß unterbleiben muss.

Der jährliche Verkauf von Neufahrzeugen, die ökologisch alle besser sind als nachgerüstete Fahrzeuge, liegt deutlich über drei Mio. Die unerwartet hohen Verkaufszahlen wurden ausgelöst durch hohe Rabatte und die Umweltprämien, die bereits jetzt einen viel nachhaltigeren Effekt erzielen als eine Hardware-Nachrüstung, bei der im Übrigen immer noch nicht klar ist, welche Auswirkungen eine derartige Nachrüstung auf Verbrauch und Verschleiß haben wird.

Wenn wir unterstellen, dass die Fahrzeuge, die in den vergangenen acht Jahren verkauft wurden, ohnehin von den prognostizierten Fahrverboten nicht betroffen sind, sprechen wir bereits von über 25 Mio. PKW. In den nächsten fünf Jahren werden weitere 17 Mio. PKW verkauft, sodass wir dann insgesamt schon über 40 Mio. Fahrzeuge sprechen, die die Umweltanforderungen erfüllen.

Selbst wenn also keine anderen Maßnahmen getroffen würden, müsste sich der Schadstoffausstoß, der durch Kfz verursacht wurde, drastisch reduzieren.

Können die Luftreinhaltepläne dennoch nicht eingehalten werden, wird dem einen oder anderen vielleicht dämmern, dass gar nicht das Automobil alleine verantwortlich ist. Der ideologisch bedingte Hass gegen das Automobil und damit gegen die Schlüsselindustrie Deutschlands hat dann jedoch erfolgreich die effizienteste Antriebstechnik über viele Jahre vorsätzlich diskreditiert, was zu einer nachhaltigen Verunsicherung der Käufer führt – mit der Folge, dass ganz nebenbei der CO2-Ausstoß durch Benzinmotoren ansteigen wird.

Die beworbene Elektromobilität wird auch in zehn Jahren noch keine vernünftige Lösung des Individualverkehrs zulassen – insbesondere, wenn die Energiebilanz eines Elektrofahrzeuges korrekt dargestellt würde.

Deutschland war bislang ein Land, das sich der Vorteile einer hoch innovativen Automobilindustrie bewusst war. Statt der Technologie durch die Entwicklung neuer Fahrzeuge Vorsprung zu schaffen, propagiert man eine Hardware- Nachrüstung für Fahrzeuge, die in fünf Jahren ohnehin vom Markt verschwunden sind, verteufelt das benzin- und dieselbetriebene Fahrzeug und schwärmt von Elektromobilität, die selbst in einem hoch industrialisierten Land, wie der Bundesrepublik Deutschland, nur in homöopathischen Dosen zum Tragen kommen wird.

Keiner spricht über die drohenden Verluste von Hundertausenden Arbeitsplätzen, die ja nicht nur in der Automobilindustrie selbst, sondern auch bei Zulieferern und vor allen Dingen im mittelständisch geprägten Handel und Handwerk betroffen sind.

VG Potsdam, Beschluss vom 14.6.2018 – 10 L 303/18

Zunehmend befassen sich auch die VG mit der Abgasthematik. Nach den aufsehenerregenden Urteilen des BVerwG vom 27.2.2018 – 7 C 26.16 und 7 C 30.17) zur Zulässigkeit von Fahrverboten als Ultima Ratio der Luftreinhaltung hat mit nachvollziehbarer Begründung – soweit man dies der Pressemitteilung entnehmen kann – das VG Potsdam entschieden, dass ein Fahrzeughalter, der das Nachrüstungsangebot des Herstellers nicht annimmt, damit rechnen muss, dass ihm der weitere Betrieb seines Fahrzeuges untersagt wird.

Der Wortlaut der Pressemitteilung hierzu lautet wie folgt:

„Das VG Potsdam hat entschieden, dass dem Eigentümer eines Fahrzeuges mit einem Dieselmotor EA 189 EU 5, der sich geweigert hatte, ein vom Hersteller angebotenes ‚Software-Update‘ vornehmen zu lassen, der Betrieb des Pkw zu Recht untersagt wurde.

Das Fahrzeug des Antragstellers ist mit einem Dieselmotor EA 189 EU 5 ausgerüstet.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Ausgabe 6/2018 auf Seite 17

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