21.01.2019

Weiterhin betäubungslose Kastration

Das Vierte Gesetz zur Änderung des Tierschutzgesetzes wurde im Bundesgesetzblatt verkündet.

Grundsätzlich darf an einem Wirbeltier nach § 5 Abs. 1 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) ein mit Schmerzen verbundener Eingriff nicht vorgenommen werden. § 5 Abs. 2 und 3 sehen Ausnahmen von der Betäubungspflicht vor. § 6 Abs. 1 S. 1 TierSchG regelt ein grundsätzliches Amputationsverbot. Nach § 6 Abs. 1 Nr. 2a TierSchG dürfen ausnahmsweise männliche Ferkel im Alter von unter acht Tagen kastriert werden. Die Übergangsregelung in § 21 Abs. 1 S. 1 TierSchG ließ diesen Eingriff noch bis zum 31. Dezember 2018 ohne Betäubung zu. Danach sollte die Kastration unter wirksamer Schmerzausschaltung erfolgen. Mit dem Gesetz wird die Frist bis zum 31. Dezember 2020 verlängert. Eine Verschiebung der Frist sei zwingend erforderlich, so die Gesetzesbegründung, da die derzeit verfügbaren Alternativen zur betäubungslosen Kastration den Anforderungen der Praxis nicht gerecht würden.

Weiterführende Hinweise:
BT-Drs. 19/5522
BGBl. I, Nr. 47, S. 2586