14.04.2018

Vertiefung der Kapitalmarktunion

Die Europäische Kommission hat Aktionspläne für „nachhaltige Finanzen“ und für FinTechs vorgelegt, mit denen der Kapitalbinnenmarkt in der Europäischen Union ausgebaut werden soll.

Nachhaltige Finanzen

 

Die Europäische Kommission will, dass Investoren in der EU Geld verstärkt in umweltfreundliche und sozialverträgliche Projekte lenken. Die Kommission verspricht sich davon nicht nur ein stabileres Finanzsystem, sondern auch einen Beitrag zur Erfüllung der im UN-Abkommen von Paris vereinbarten Klimaschutzziele. Dazu soll ein einheitliches EU-Klassifikationssystem (oder Taxonomie) für die Finanzbranche geschaffen werden, in dem auch der Begriff der Nachhaltigkeit festgelegt und die Bereiche genannt werden sollen, in denen nachhaltige Investitionen größtmögliche Wirkung entfalten können.

 

Für „grüne“ Finanzprodukte soll auf der Grundlage dieses EU-Klassifikationssystems ein EU-Kennzeichen geschaffen werden: damit sollen Investoren leicht erkennen können, welche Investitionen den Kriterien der Umweltfreundlichkeit oder Emissionsarmut genügen.

 

Vermögensverwalter und institutionelle Anleger sollen verpflichtet werden, das Kriterium der Nachhaltigkeit bei den Investitionsabläufen zu berücksichtigen und die Offenlegungsvorschriften zu stärken. Versicherungsunternehmen und Wertpapierfirmen sollen ihre Kunden entsprechend ihren Nachhaltigkeitspräferenzen beraten.

 

FinTechs

 

Neben einem Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen stellte die Kommission jetzt auch Pläne zur Förderung technologiegestützter Innovationen bei Finanzdienstleistungen (Fintechs) und Crowdfunding vor.

 

Die EU-Kommission will die Hürden für grenzüberschreitende Crowdfunding-Transaktionen abbauen. Ein Verordnungsvorschlag sieht eine EU-weite Lizenz für Crowdfunding-Plattformen vor, um ein breiteres Spektrum an Geldgebern zu gewinnen. Mit dem Label können die Betreiber dieser Plattformen ihre Dienstleistungen in der gesamten EU anbieten. Anleger auf Crowdfunding-Plattformen sollen durch klare Regeln für die Offenlegung von Informationen, für die Governance und für das Risikomanagement und durch eine kohärente Beaufsichtigung geschützt werden.

 

Zur Förderung von Finanztechnologien legte die Kommission ebenfalls einen Aktionsplan vor. Unter anderem will sie ein „EU-Fintech-Labor“ zur Kooperation von Behörden und Unternehmen ausrichten sowie Workshops zur Cybersicherheit. Eine Expertengruppe soll untersuchen, ob die EU-Finanzmarktgesetzgebung mit Blick auf neue Technologien überarbeitet werden muss. Für die Blockchaintechnologie soll ein Regelungsrahmen aufgebaut werden. Derzeit arbeitet der europäische Standardisierungsausschuss parallel zu der internationalen Standardisierungsorganisation ISO an europäischen Blockchainstandards, teilte die Kommission mit.

 

Weiterführende Hinweise:

Memo