14.04.2018

Abbau „fauler“ Kredite

Die Europäische Kommission hat Vorschläge für den schnelleren Abbau „fauler“, d.h. notleidender Kredite in der EU vorgelegt.

„Notleidende“ Kredite sind ausfallgefährdet oder sind bereits ausgefallen, d.h. der Kreditnehmer ist nicht mehr in der Lage, die vorgesehenen Zahlungen zur Zins- oder Kapitaltilgung zu leisten. Nach Angaben der Kommission ist der Anteil ausfallgefährdeter Kredite im EU-Bankensektor in den vergangenen Jahren auf 4,4 Prozent gesunken. In einigen Mitgliedstaaten wie Griechenland, Zypern, Portugal und Italien erreicht er aber immer noch hohe zweistellige Zahlen. Die EU-Kommission hat Vorschläge für den Abbau dieser Kredite vorgelegt, auch um den Aufbau einer EU-Bankenunion zu beschleunigen.

 

Das vorgeschlagene Paket umfasst mehrere Maßnahmen: Banken sollen eine ausreichende Kreditverlustdeckung für künftige notleidende Kredite vorhalten. Für Problemanleihen sollen sogenannte Sekundärmärkte aufgebaut werden, auf denen Banken diese Anleihen verkaufen können. Außerdem sollen sich Bank und Kunde vor der Kreditvergabe auf ein außergerichtliches Verfahren zur Schuldeintreibung einigen. Die Kommission gibt den Mitgliedstaaten Leitlinien zur Einrichtung nationaler Bad Banks an die Hand.

 

Weiterführende Hinweise:

Memo