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Familie Betreuung Soziales

Engagement von Ehrenamtlichen in der Begleitung älterer Menschen im Vorfeld rechtlicher Betreuung: Voraussetzungen, Möglichkeiten, Grenzen

Aufsätze

Im Zuge des demografischen Wandels wächst der Anspruch, möglichst lange selbstbestimmt leben zu können – auch vonseiten der Politik. Angebote der offenen Altenhilfe fördern die Selbstbestimmung im Alter. Sie können darüber hinaus – wie die individuelle Begleitung Ehrenamtlicher – als „andere Hilfen“ für ältere Menschen betreuungsvermeidend wirken. Hier setzt das Bundesmodellprojekt „SelbstBestimmt im Alter! – Vorsorge-Unterstützung im Team“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros e.V. (BaS) an, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert wird. Die BaS stellt die bisherigen Erfahrungen zur Arbeit mit Ehrenamtlichen vor.

I. Das Bundesmodellprojekt „SelbstBestimmt im Alter! – Vorsorge-Unterstützung im Team“

1. Ziel: Selbstbestimmung und Teilhabe für ältere Menschen

Selbstbestimmung und Teilhabe für ältere Menschen sind nicht nur im Hinblick auf Betreuungsvermeidung relevant, sondern auch zentrale Forderungen aus dem Siebten Altenbericht der Bundesregierung. Angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung, dass immer mehr Ältere alleinstehend sind, gewinnen soziale Hilfen und das „Teamwork“ zur Vorsorge an Bedeutung.

Seniorenbüros und andere Einrichtungen der offenen Altenhilfe legen den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf Selbstbestimmung und Teilhabe älterer Menschen. In vielen Kommunen fungieren Seniorenbüros bereits seit mehr als 20 Jahren als etablierte Ansprechpartner für ältere Menschen und deren Angehörigen zu allen Fragen rund um Versorgung, Hilfsangebote und Engagement im Alter und gelten als zentral für die Vernetzung der offenen Altenarbeit in den Kommunen. Sie fördern das bürgerschaftliche Engagement älterer Menschen und setzen sich für entsprechende Rahmenbedingungen ein.

Im Licht der Ergebnisse der rechtstatsächlichen Untersuchung des IGES Instituts „Umsetzung des Erforderlichkeitsgrundsatzes in der betreuungsrechtlichen Praxis im Hinblick auf vorgelagerte „andere Hilfen“ im Auftrag des BMJV („Erforderlichkeitsstudie“) gewinnt der Einsatz von Ehrenamtlichen in der Begleitung älterer Menschen an Bedeutung. Die Studie weist darauf hin, dass es nach wie vor Potenzial zur Vermeidung rechtlicher Betreuungen und zur Begrenzung der Aufgabenkreise eingerichteter Betreuungen durch eine optimierte Nutzung „anderer Hilfen“ gibt. Sie empfiehlt u.a., Angehörige bereits im Vorfeld rechtlicher Betreuung stärker zu aktivieren und bürgerschaftliches Engagement im sozialen Umfeld, bei Seniorenbüros, Nachbarschaftshilfen etc. zu fördern.

Demgegenüber stehen die in unserer Gesellschaft zunehmenden Möglichkeiten für die individuelle Gestaltung von freiwilligem Engagement. Aus den Freiwilligen-Surveys der letzten Jahre geht eine wachsende Anzahl an sich Engagierenden hervor. Danach sind heute mehr als 40 % der über 14jährigen Deutschen in ihrer Freizeit ehrenamtlich tätig.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Ausgabe 2 / 2018 auf Seite: 53
Agnes Boeßner