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  • Was ist SEPA?

    Nach einer aktuellen Studie  ist etwa einem Fünftel der deutschen Unternehmen die drohende Umstellung auf ein einheitliches europäisches Lastschrift- und Überweisungssystem noch nicht bewusst: 22 Prozent haben nach eigenen Angaben nur vage Vorstellungen von SEPA (Single Euro Payments Area) oder sogar noch nie etwas davon gehört. Dabei bietet SEPA sowohl Chancen als auch Risiken für deutsche Unternehmen - ein geöffnet, europaweit einheitlicher Markt für Bankkonten, aber auch ein hohes Fehlerpotential insbesondere bei Lastschriftverfahren.

    Änderungen im Zahlungeverkehr:

    Nach der EU-Verordnung Nr. 260/2012 laufen zum 1. Februar 2014 alle nationalen Zahlverfahren für Überweisungen und Lastschriften in den Euroländern (d.h. auch in Deutschland) aus. Sie werden durch Verfahren ersetzt, die im Rahmen der aus den 28 EU-Staaten, Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und Monaco bestehenden"SEPA (Single Euro Payments Area)" vereinbart wurden. Unverändert bleiben Verrechnungsschecks und Auslandsüberweisungen in anderen Währungen als Euro. Die Nicht-Euro-Staaten müssen bis zum 31. Oktober 2016 auf SEPA umstellen. Bis zum 1. Februar 2016 weiter genutzt werden kann zudem das bisherige elektronische Lastschriftverfahren.


    Statt Kontonummer und Bankleitzahl werden Sie in Zukunft IBAN (International Bank Account Number = Kombination aus Land, Kontonummer und Bankleitzahl) und BIC (Bank Identifier Code = Internationale Bankleitzahl) benutzen. Letzteres müssen Sie aber nur bei grenzüberschreitenden Zahlungen bis Februar 2016 einsetzen, d.h. die BIC ist ab Februar 2014  für nationale Lastschriften und Überweisungen nicht erforderlich. Der Grund ist einfach: Die IBAN enthält auch die Bankkennung, so dass die Angabe der BIC überflüssig ist. Die IBAN ist vor einfachen Schreibfehlern durch eine Prüfziffer geschützt. Ab Februar 2014 gelten alte Überweisungsträgervordrucke nicht mehr; auch im Onlinebanking sind die Formulare / Datenerfassungsmechanismen bis Februar 2014 umzustellen. Banken werden die alten Vordrucke ab Februar 2014 nicht mehr akzeptieren!


    Größere Änderungen gibt es in Bezug auf Lastschriften: Das "SEPA-Basislastschriftverfahren" ähnelt dem bisherigen  Einzugsermächtigungslastschriftverfahren. Die "SEPA-Firmenlastschrift" ist demgegenüber ausschließlich für den Verkehr mit Unternehmen vorgesehen und dem heutigen Abbuchungsauftragsverfahren vergleichbar. Ein (schriftlich, nicht nur elektronisch zu erteilendes) SEPA-Lastschriftmandat Mandat umfasst die Zustimmung des Zahlers zum Einzug der Zahlung per SEPA-Lastschrift an den Zahlungsempfänger als auch den Auftrag an den eigenen Zahlungsdienstleister zur Einlösung der Zahlung.  Ab 4. November 2013 kann die Vorlagefrist von Lastschrifteinzügen bei dem Zahlungsdienstleister des Zahlers auf einen Geschäftstag verkürzt werden. Mindestens 14 Kalendertage vor Fälligkeit (sofern keine andere Frist vereinbart wurde) muss eine  Vorabinformation an den Zahler gesandt werden, aus der sich das Fälligkeitsdatum und der genaue Betrag ergibt (diese kann sich auch auf mehrere Lastschrifteinzüge beziehen).


    Um als Zahlungsempfänger Lastschriften auf Basis der SEPA-Lastschriftverfahren zu nutzen, ist eine "Gläubiger-Identifikationsnummer" erforderlich. Hierbei handelt es sich um eine kontounabhängige und EU-weit eindeutige Kennung. Die Gläubiger-ID für Deutschland ist 18 Stellen lang. Sie enthält einen zweistelligen ISO-Ländercode (DE für Deutschland), eine zweistellige Prüfziffer, eine frei wählbare dreistellige Geschäftsbereichskennung (standardmäßig "ZZZ"). Die Stellen 8-18 werden zentral von der Bundesbank vergeben. Anzugeben ist zudem eine "Mandatsreferenz" von bis zu 35 Buchstaben/Zahlen, durch welche die konkrete Lastschrift eindeutig identifizierbar sein soll. Die Widerspruchsfrist beträgt für SEPA-Lastschriften acht Wochen, wenn überhaupt kein "Mandat" erteilt wurde sogar 13 Monate.


    Bisherige Lastschriften können als SEPA-Basislastschrift weiter genutzt werden. Vor dem ersten SEPA-Basislastschrifteinzug ist der Zahlende aber über den Wechsel vom Einzug per Einzugsermächtigungslastschrift auf den Einzug per SEPA-Basislastschrift unter Angabe von Gläubiger-Identifikationsnummer und Mandatsreferenz zu unterrichten (per Brief, Email, Telefax). Abbuchungsaufträge können demgegenüber nicht als SEPA-Lastschrift weitergenutzt werden. Zahlungsempfänger und Zahler müssen sich auf die Nutzung des SEPA-Basis- oder des SEPA-Firmen-Lastschriftverfahrens (nur Zahler, die nicht Verbraucher sind, dürfen das SEPA-Firmen-Lastschriftverfahren nutzen) einigen.

  • Aktuell

    Die komplette Umstellung  des Überweisungs- und Lastschriftverkehrs auf SEPA hat durch die EU-Kommission eine Verlängerung bis zum 1. August 2014 erfahren.

    Hier gibt es mehr Informationen.

  • Links

    Informationsseite der Deutschen Bundesbank

    Informationsseite der EU-Kommission

    Informationsseite der Europäischen Zentralbank

    Sepa-Wissen - Portal der ibi research an der Universität Regensburg

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