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Betrifft-Unternehmen

Hinterlegung von Jahresabschlüssen

  • Hinterlegung

    Aufgrund der Umsetzung der EU-Richtlinie 2012/6/EU durch das Kleinstkapitalgesellschaften-Bilanzrechtsänderungsgesetz (MicroBilG) haben Kleinstunternehmen die Möglichkeit, ihren Jahresabschluss beim Bundesanzeiger zu hinterlegen, statt diesen wie bislang zu veröffentlichen.  Zudem müssen sie nur eine vereinfachte Bilanz aufzustellen und ihren Jahresabschluss nicht um einen Anhang erweitern, wenn bestimmte Angaben unter der Bilanz ausgewiesen werden.

  • Kleinstkapitalgesellschaften

    Ein Unternehmen ist "Kleinstkapitalgesellschaft", wenn mindestens zwei der folgenden Schwellenwerte den Abschlussstichtagen von zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren nicht überschritten werden:

    • 350.000 Euro Bilanzsumme,
    • 700.000 Euro Umsatzerlöse und
    • 10 Arbeitnehmern im Jahresdurchschnitt.

    Unabhängig von der Größe können jedoch Genossenschaften, Kreditinstitute, Pensionsfonds, Versicherungen, Rückversicherungsgesellschaften, Investmentgesellschaften, Beteiligungsgesellschaften sowie Unternehmen, die am geregelten Markt teilnehmen (börsennotierten Gesellschaften) von der Erleichterung keinen Gebrauch machen. Bei deutschen Zweigniederlassungen ausländischer Gesellschaften (Limited, S.A., B.V, etc.) gelten die Rechtsvorschriften des Staates der Hauptniederlassung - soweit dieser keine Erleichterung vorsieht, ist dies auch nach deutschem Recht ausgeschlossen.

    Wichtig: Eine Hinterlegung in einem Fall, in dem eigentlich veröffentlicht werden müsste, kann teure Folgen haben! Bei ernsthaften Zweifeln wird der Sachverhalt dem Bundesamt für Justiz gemeldet, das möglicherweise ein Ordnungsgeldverfahren einleitet.

  • Vorgehen

    Die Hinterlegungsoption kann nur bei Jahresabschlüssen mit Abschlussstichtag 31.12.2012 oder später in Anspruch genommen werden. Bei Jahresabschlüssen mit früheren Abschlussstichtagen ist weiterhin eine Veröffentlichung erforderlich.

    Der Auftrag zur Hinterlegung erfolgt über die Publikationsplattform des Bundesanzeigers.  Hinterlegte Jahresabschlüsse stehen im Unternehmensregister zum kostenpflichtigen Abruf zur Verfügung. Für die Beauftragung wie für die Beauskunftung müssen Sie auf den Plattformen registriert und angemeldet sein. Näheres regeln die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die entgeltliche Hinterlegung von Jahresabschlussunterlagen (Kleinstkapitalgesellschaften).

  • Einsicht

    Zur Hinterlegung eingereichte Abschlussunterlagen sind nicht kostenlos über den Bundesanzeiger zugänglich, sondern werden im Unternehmensregister per Antrag beauskunftet. Pro Abruf ist eine Gebühr in Höhe von 4,50 EUR zzgl. MwSt. zu zahlen.

    Um Zugang zu hinterlegten Jahresabschlüssen zu erlangen, müssen Sie sich auf der Internetseite des Unternehmensregisters anmelden (die Einrichtung eines neuen Benutzerkontos ist kostenlos möglich). Danach können Sie durch Eingabe der Firma das Unternehmen suchen und so auch die zugehörigen hinterlegten Unterlagen finden. Im Suchergebnis müssen Sie dann nur den Link "Hinterlegte Bilanzen" anklicken und das entsprechende Dokument ihrem Dokumentenkorb legen. Nach Bezahlung per elektronischer Lastschrift oder Kreditkarte können Sie die gewählten Dokumente (einmal) herunterladen.

    Hier geht´s zum Unternehmensregister.

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