ThemenübersichtMenü
Betrifft-Unternehmen

Interview zum Thema Rückstellungen

Ein-/Ausblenden

Dr. Christian Zwirner, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Geschäftsführer bei der Dr. Kleeberg & Partner GmbH, München

Zur Person und zum Tätigkeitsbereich

Dr. Christian Zwirner ist als Geschäftsführer bei der Dr. Kleeberg & Partner GmbH in München tätig. Der promovierte Diplom-Kaufmann beschäftigt sich dort schwerpunktmäßig mit Grundsatzfragen der Rechnungslegung, Umstellungen auf die IFRS und Unternehmensbewertungen. Seine Kompetenz bringt er auch als Mitglied verschiedener Gremien wie dem DRSC, der Schmalenbach-Gesellschaft und dem Arbeitskreis Bilanzrecht BDI/DIHK ein. Dr. Zwirner ist Lehrbeauftragter mehrerer Universitäten und Autor zahlreicher Fachveröffentlichungen. Als Mitherausgeber veröffentlichte er den Systematischen Praxiskommentar und das Handbuch Bilanzrecht. Bei Kleeberg ist er zudem Experte für das BilMoG.

1. Herr Dr. Zwirner, welche Bedeutung kommt der Rückstellungsbilanzierung zu?

Zum einen sind Rückstellungen ein essentieller Bestandteil der Bilanz, um die Anforderungen des deutschen Handelsrechts zu erfüllen. Insbesondere mit Blick auf das Vorsichtsprinzip ist es erforderlich, die Schulden des Unternehmens vollständig abzubilden. Zum anderen bietet kein anderer Bilanzposten derart viele Möglichkeiten, Bilanzpolitik zu betreiben. Dies gilt weniger für den Bilanzansatz als vielmehr für die Bewertung der einzelnen Rückstellungen. Ursächlich hierfür ist das Charakteristikum der Ungewissheit, die den Rückstellungen immanent ist. Vor diesem Hintergrund, den gesetzlichen Anforderungen einerseits und den betriebswirtschaftlichen Überlegungen andererseits, kommt den Rückstellungen eine außergewöhnliche Bedeutung in der Bilanzierungswelt zu. Dies belegen auch die zahlreichen Urteile der Finanzrechtsprechung, die umfangreichen Stellungnahmen der Finanzverwaltung und der zunehmende Umfang an Fachveröffentlichungen hierzu. Besondere Schwierigkeiten in der Rechnungslegungspraxis ergeben sich nun auch durch die Änderungen, die das BilMoG mit sich gebracht hat. Dies erfordert bei den verantwortlichen Personen eine intensivere Auseinandersetzung mit den neuen gesetzlichen Normen zur Rückstellungsbilanzierung.

2. Mit dem neuen Werk „Rückstellungen in der Bilanzierungspraxis“ wollen Sie den angesprochenen Personenkreis bei Ansatz, Bewertung und Ausweis von Rückstellungen im Handelsrecht unterstützen. Welchen Mehrwert kann der Leser aus diesem Werk ziehen?

Das Werk ist ganz klar praxisorientiert, ohne dabei die theoretische Fundierung zu vernachlässigen. Dem Leser wird zunächst die Notwendigkeit und Zielsetzung der Rückstellungsbilanzierung verdeutlicht, woraufhin die einschlägigen Normen des HGB erläutert werden. Diese Ausführungen werden durch zahlreiche Beispiele ergänzt. Hier zeigen auch Buchungssätze dem Leser, wie die gesetzlichen Anforderungen umzusetzen sind. Durchgängig gesetzte Praxistipps sollen dem Leser unter anderem Chancen und Risiken aufzeigen. Darüber hinaus wird gesondert auf die Umstellungseffekte eingegangen, die mit dem BilMoG gekommen sind. Herzstück des Werkes ist jedoch ein, dem Umfang nach wohl einzigartiges, Rückstellungs-ABC, das sicherlich nicht alle, wohl aber die Mehrheit der in Literatur und Rechtsprechung diskutierten Sachverhalte enthält. Hier kann der Leser unter den mehr als 400 Schlagworten sehen, welche Rückstellung unter welchen Voraussetzungen angesetzt werden darf und wie diese zu bewerten ist. Damit wird dem Leser auch eine Hilfe für die tägliche Arbeit an die Hand gegeben.

3. Nun sind ja Rückstellungen nicht nur ein Thema des Handelsrechts, sondern im Besonderen auch des Steuerrechts. Welche Besonderheiten existieren hier?

Auch auf dieses Problem wird das Werk eingehen. Grundsätzlich gilt aufgrund des so genannten Maßgeblichkeitsgrundsatzes, dass die handelsrechtliche Rückstellungsbilanzierung zunächst eins zu eins in die Steuerbilanz zu übernehmen ist. Aufgrund gegenläufiger fiskalischer Interessen hat der Gesetzgeber jedoch eine Vielzahl von Sondernormen ins Steuerrecht implementiert, die Ausnahmen von diesem Grundsatz hervorrufen. Zu nennen sind hier beispielsweise das Verbot des Ansatzes von Drohverlustrückstellungen sowie gesonderte Abzinsungsvorschriften. Damit verbunden ist die mitunter sehr komplexe Bilanzierung latenter Steuern in der Handelsbilanz. Überdies sorgt stets eine Vielzahl von BMF-Schreiben für Verwirrung bei den Rechtsanwendern. Diese führen dazu, dass bestimmte Rückstellungen dem Grunde und/oder der Höhe nach von der Finanzverwaltung nicht anerkannt werden. Damit verbunden ist eine Erhöhung der Steuerlast. Bilanzierende müssen diese Gefahrenbereiche kennen, um hinreichende Vorsorgemaßnahmen zu treffen oder für die Betriebsprüfung fundierte Argumentationen liefern zu können.

Herzlichen Dank!

Neuerscheinung:

Ein-/Ausblenden

Datenschutz-Compliance nach der DS-GVO

Handlungshilfe für Verantwortliche inklusive Prüffragen für Aufsichtsbehörden

Den neuen Datenschutz rechtzeitig umsetzen!

Preis: € 44,00

jetzt informieren

NEWSLETTER

Ein-/Ausblenden

Immer aktuell informiert
Melden Sie sich hier für unseren kostenlosen Newsletter "Betrifft-Unternehmen" an.

Anmeldung

Ein-/Ausblenden
www.directorschannel.tv

Internet-TV für Aufsichtsräte.

Hier erfahren Sie mehr.

Wir helfen Ihnen gerne!

Ein-/Ausblenden

 Kundenservice

  Tel 0800 1234 333

(kostenfrei aus dem deutschen Festnetz)