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Betrifft-Unternehmen

Anzahl Mitarbeiter

Nach § 267 Abs. 5 HGB gilt als durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer der vierte Teil der Summe aus den Zahlen der jeweils am 31.03., 30.06., 30.09. und 31.12. beschäftigten Arbeitnehmer. Nach dem Wortlaut der Vorschrift ist ein einfaches arithmetisches Mittel der Quartalszahlen zu bilden. Eine Rundung des rechnerischen Ergebnisses ist nicht vorgesehen. Geringfügig Beschäftigte und Teilzeitbeschäftigte sind wie Vollzeitkräfte zu zählen und nicht etwa anteilig zu erfassen.

Hat das bilanzierende Unternehmen ein abweichendes Geschäftsjahr (GJ) gewählt, ist die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer als arithmetisches Mittel zu den gesetzl. festgelegten Kalenderzeitpunkten, die im GJ liegen, zu ermitteln. Eine abweichende Berechnung auf Basis der Quartale des GJ ist nicht zulässig. Handelt es sich bei dem betrachteten GJ um ein Rumpf-GJ, ist die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer gleichwohl als einfaches arithmetisches Mittel der letzten vier Quartalsenden zu bestimmen.

Der Arbeitnehmerbegriff ist nach den Grundsätzen des Arbeitsrechts auszufüllen. Arbeitnehmer ist jede natürliche Person, die aufgrund eines privatrechtlichen Vertrags einem anderen zur Leistung fremdbestimmter, weisungsgebundener Arbeit in persönlicher Abhängigkeit verpflichtet ist. Nach § 267 Abs. 5 HGB sind die im Ausland beschäftigten Arbeitnehmer mitzuzählen, nicht jedoch die zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten (hierzu zählen auch Praktikanten).

Für die Bestimmung der Zahl der Arbeitnehmer sind bspw. nicht zu berücksichtigen:

  • gesetzl. Vertreter der KapG,
  • Mitglieder eines gesellschaftsrechtlichen Aufsichtsorgans (Ausnahme: Arbeitnehmervertreter),
  • freiberuflich Tätige, die nicht weisungsgebunden und nicht lohnsteuerpflichtig sind,
  • Leiharbeitnehmer i.S.d. AÜG,
  • aufgrund von Vorruhestands- oder Altersfreizeitregelungen ausgeschiedene Mitarbeiter,
  • Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis zum Quartalsende ruht (z.B. aufgrund von Elternzeit, Wehr- oder Ersatzdienst),
  • Beschäftige in sog. Ein-Euro-Jobs nach § 16 Abs. 3 SGB II.

Der Text ist von Sabine Lentz. Kapitel § 267 HGB Umschreibung der Größenklassen, Seite 800 aus dem Titel "Systematischer Praxiskommentar Bilanzrecht"

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