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09.05.2019

Steuertipp: Abziehbare Verluste eines nebenberuflich tätigen Übungsleiters

Von: Dipl.-Finanzwirt Wilhelm Krudewig

Der BFH hat entschieden, dass Verluste aus einer nebenberuflichen Tätigkeit als Übungsleiter auch dann steuerlich berücksichtigt werden können, wenn die Einnahmen den sog. Übungsleiterfreibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG in Höhe von 2.400 € pro Jahr nicht übersteigen (Urteil vom 20.11.2018, VIII R 17/16).

Praxis-Beispiel:

Der Steuerpflichtige hatte als Übungsleiter Einnahmen in Höhe von 108 € erzielt. Dem standen Ausgaben in Höhe von 608,60 € gegenüber. Die Differenz von 500,60 € machte der Steuerpflichtige in seiner Einkommensteuererklärung als Verlust aus selbständiger Tätigkeit geltend. Das Finanzamt berücksichtigte den Verlust jedoch nicht. Es vertrat die Auffassung, Betriebsausgaben oder Werbungskosten aus der Tätigkeit als Übungsleiter könnten steuerlich nur dann berücksichtigt werden, wenn sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben den Übungsleiterfreibetrag übersteigen. Das Finanzgericht gab dem Steuerpflichtigen Recht.

Der BFH bestätigte die Auffassung des Finanzgerichts. Ein Übungsleiter, der steuerfreie Einnahmen unterhalb des Übungsleiterfreibetrags erzielt, kann die damit zusammenhängenden Aufwendungen steuerlich auch dann geltend machen, wenn und soweit sie die Einnahmen übersteigen. Andernfalls würde der vom Gesetzgeber bezweckte Steuervorteil für nebenberufliche Übungsleiter in einen Steuernachteil umschlagen.

Wichtig! Der Verlust kann steuerlich nur berücksichtigt werden, wenn der Steuerpflichtige die Übungsleitertätigkeit mit der Absicht ausübt, Gewinne zu erzielen. Es muss also absehbar sein, dass auf Dauer die Einnahmen höher sind als die Ausgaben. Entscheidend ist somit die Höhe der Honorierung im Verhältnis zu den Aufwendungen. Sollten z.B. die Fahrkosten stets höher sein, als die Vergütung, die der Übungsleiter erhält, handelt es sich um eine steuerlich nicht relevante Liebhaberei, sodass Verluste nicht berücksichtigt werden können.

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