ThemenübersichtMenü
Betrifft-Unternehmen
04.12.2017

Deutschland als Standort für internationales Wirtschaftsrecht?

© Erwin Wodicka/Shotshop.com

Obwohl der Entwurf für ein Gesetz zur Einführung von Kammern für internationale Handelssachen (KfiHG) bereits zweimal aufgrund von Diskontinuität gescheitert ist (zuletzt dipbt.bundestag.de/extrakt/ba/WP18/584/58404.html), wird noch immer ein großer Bedarf im Hinblick auf die internationale Ausrichtung deutscher Gerichte gesehen. Neben einzelnen Pilot-Standorten, etwa in Bonn oder Köln wird künftig auch am LG Frankfurt in englischer Sprache verhandelt - dort sogar vor einer Kammer für Handelssachen (d.h. ein Berufsrichter und zwei Laienrichter). Auf Antrag einer Partei, eine Handelssache auf Englisch zu verhandeln, soll der Rechtsstreit automatisch der englischsprachigen Kammer für Handelssachen zugewiesen werden. Wenn beide Parteien einverstanden sind, kann die Verhandlung auf Englisch durchgeführt werden. 

In eine ähnliche Richtung drängt auch eine Initiative von Prof. Podszun aus Düsseldorf: In einem Arbeitspapier fordert er mit seinem Mitarbeiter Rohner einen „Düsseldorf Commercial Court“ als Antwort auf den Brexit. Hierzu wird auf das Vorbild des niederländischen Netherlands Commercial Court, des angekündigten Belgischen Brussels International Business Court und der französischen Pläne verwiesen. Er verweist aber auch zutreffend auf einen (anhand der veröffentlichten Entscheidungen und der amtlichen Statistik veranschaulichten) Bedeutungsverlust der klassischen Handelsgerichtsbarkeit hin. Über Kompetenzsteigerung, den Ausbau vertraulicher Verhandlungen und ein professionelles, serviceorientiertes Case-Management hinaus empfiehlt Podszun aber auch ganz schlichtes "Marketing".



Bestellen Sie ein kostenloses Probeheft:

Ein-/Ausblenden

BILANZ aktuell

Zeitschrift für Steuerberater, Buchhalter und Bilanzbuchhalter sowie alle bilanzierenden Unternehmen!

Monatlich Praxisbeispiele und konkrete Empfehlungen für Bilanzierungs-Praktiker

Preis: 201,00

Zum Produkt