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03.08.2017

AGG-Hopper geht leer aus

© danstar/Shotshop.com

Ein 43-Jähriger bewarb sich auf eine Stellenanzeige eines Sportvermarkters. Diese führte aus: "Nette weibl. Telefonstimme ges.! Akquise f. Sport Marketingagentur auf Provisionsbasis/Home Office. (…)". Im Rahmen eines Telefonats unter der angegebenen Nummer bat er um Mitteilung einer E-Mail-Adresse, da sich eine Freundin bewerben wolle. In der Folge bewarb er sich jedoch persönlich per Email um die Stelle. Der Sportvermarkter sagte ihm ab und teilte ihm mit, dass man sich bereits für einen männlichen Mitarbeiter entschieden habe. Der Bewerber verlangte daraufhin Entschädigung nach § 15 AGG. Seine Klage scheiterte jedoch vor dem Amtsgericht München (Urteil vom 24.11.2016, Az. 173 C 8860/16) ebenso wie in der Berufung vor dem LG München I (Urteil vom 4.5.2017).

Selbst wenn der Kläger für die angebotene Stelle objektiv geeignet gewesen wäre (als gelernter Bankkaufmann war er offensichtlich überqualifiziert für die Stellenanzeige der Beklagten), fehlte es an der Ernsthaftigkeit der Bewerbung. Die konkrete Bewerbung habe lediglich ansatzweise konkreten Bezug zur angebotenen Stelle gehabt und den Eindruck erweckt, aus unstrukturiert aneinander gereihten Textbausteinen zu bestehen. Zudem sei der Kläger am AG München bereits wegen zahlreicher vergleichbarer Streitigkeiten bekannt, hinzu kämen weitere Klagen, insb. vor dem Arbeitsgericht. In einem in der Akte befindlichen Schreiben hatte der Kläger ausgeführt, dass er mit seinen "AGG-Klagen insgesamt 1.010 Euro" verdient habe und unter anderem davon gut leben könne. Daher ging das Gericht davon aus, dass der Kläger gewerbsmäßig missbräuchliche AGG-Klagen anstrenge, um damit zumindest teilweise seinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Daher stehe ihm trotz des Verstoßes gegen das AGG keine Entscheidung zu.



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