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08.10.2019

1,5% Rucola in Rucola-Pesto genügen

© danstar/Shotshop.com

Ein Unternehmen vertrieb Gläser mit dem Aufdruck "Pesto mit Basilikum und Rucola" und grafischen Abbildungen von Basilikum, Petersilie und Rucola (wobei der Rucola gegenüber den Kräutern etwas kleiner dargestellt ist). Im Zutatenverzeichnis wird wahrheitsgemäß angegeben, dass das Pesto zu 20,7% aus Basilikum, zu 11,8% aus Petersilie und nur zu 1,5% aus Rucola besteht. Allerdings schmeckt das Pesto durchaus (auch) nach Rucola. Dennoch erhob der vzbv Klage auf Unterlassung der Kennzeichnung, da diese wegen Irreführung gegen §§ 3 Abs. 1, 5 Abs. 1 UWG verstoße. Ein durchschnittlicher Verbraucher erwarte bei der konkreten Gestaltung einen Anteil von mehr als 1,5% Rucola. Mit diesem Antrag scheiterte der Verbraucherschutzverband jedoch sowohl vor dem Landgericht als auch vor dem OLG Frankfurt a.M. (Urteil vom 22. August 2019, Az. 6 U 133/18).

Rucola sei tatsächlich enthalten und das Produkt würde auch die Geschmackserwartungen der Verbraucher erfüllen. Der Geschmack beruhe gerade nicht ausschließlich auf den Mengenverhältnissen - gerade Rucola werde wegen des bitteren Geschmacks üblicherweise eher zurückhaltend eingesetzt. Ein normal informierter und vernünftig aufmerksamer und kritischer Verbraucher,  für dessen Kaufentscheidung die Zusammensetzung des Erzeugnisses maßgeblich ist, würde zunächst das Zutatenverzeichnis lesen. Diesem könnte er jedoch die korrekten prozentualen Anteile entnehmen.

 



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