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08.04.2019

Schleichwerbung durch Tags bei Instagram

© Erwin Wodicka/Shotshop.com

Eine Influencerin postete Fotos von sich mit einem Begleittext bei Instagram. Bei einem Klick auf das Foto wurden Tags angezeigt, aus denen sich die Marken der auf dem Bild getragenen Kleidung bzw. Accessoires ergaben; diese waren wiederum mit den Accounts der jeweiligen Markeninhaber verlinkt. Eine Kennzeichnung als Werbung erfolgte nicht. Darin erblickte das LG Karlsruhe (Urteil vom 21.3.2019, Az. 13 O 38/18 KfH) einen Verstoß gegen § 3 iVm § 5a Abs. 6 UWG.

Zu den nach § 3 UWG verbotenen unlauteren geschäftlichen Handlungen gehören nach § 5a Abs. 6 UWG auch solche, bei denen der kommerzielle Zweck nicht kenntlich gemacht wird, wenn dies geeignet ist, den Verbraucher zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte.  Die konkreten Posts wecken das Interesse an den getragenen Kleidungsstücken und Accessoires. Da die Nutzer schnell auf Herstellerseite gelangen, werden Image und Absatz des jeweiligen Herstellers gefördert. Dass die Beklagte durch das Taggen nach eigener Darstellung vorrangig Nachfragen der Follower ("Woher hast du dein Kleid?") vermeiden möchte, stehe dem zugleich verfolgten geschäftlichen Zweck nicht entgegen. Irrelevant sei, ob für alle Posts eine Zahlung erfolgt sei und dass einige Posts scheinbar private Situationen darstellen. Denn genau dies sei typisch für Influencer-Werbung. Nicht alle Follower würden erkennen, dass hier bezahlte Werbung erfolge (insb. sehr junge Nutzer).

 

 



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