ThemenübersichtMenü
Familie Betreuung Soziales

Das Betreuungsverfahren

  • Anregung einer Betreuung

    Für den Außenstehenden macht das Betreuungsverfahren einen trägen und langwierigen Eindruck. Ist keine akute Notsituation zu bewältigen, kann sich das Verfahren schon mal über mehrere Monate hinziehen.
    Die Einrichtung einer Betreuung kann entweder auf Antrag des betroffenen Menschen selbst oder auf Anregung durch Dritte erfolgen. Oft sind es die Angehörigen, die Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, die eine Betreuung bei Gericht anregen.
    Die Anregung einer Betreuung ist nicht mit einem Antrag verbunden und kann daher auch nicht zurückgenommen werden. Aus diesem Grund ist zuvor sorgfältig zu prüfen, ob die Einrichtung einer Betreuung tatsächlich erforderlich ist. Fachkundigen Rat erteilen hierbei insbesondere die Betreuungsvereine, die Betreuungsstellen bei den kreisfreien Städten und Kreisen und die Gerichte.

    Muster/Formulare für die Anregung einer Betreuung finden Sie hier

  • Auswahl & Bestellung eines Betreuers

    Das zuständige Vormundschaftsgericht hat die Aufgabe, die Notwendigkeit und den Umfang des betreuungsrechtlichen Hilfebedarfs zu ermitteln und dann einen geeigneten Betreuer auszuwählen. In aller Regel geschieht dies mit der Hilfe der Betreuungsstelle, die das Ergebnis ihrer Ermittlungen in einem Sozialbericht zusammenfasst, eines Gutachtens von einem Sachverständigen, der Anhörung des betroffenen Menschen sowie Personen aus seinem näheren Umfeld.

    Soweit der betroffene Mensch sich nicht selbst äußern kann, wird ihm vom Gericht ein Verfahrenspfleger zur Seite gestellt.

    Diese umfangreichen Verfahrensschritte sollen sicherstellen, dass die Rechte der betroffenen Menschen geachtet werden und Betreuungen nur dort eingerichtet werden, wo sie wirklich erforderlich sind.

    Es versteht sich von selbst, dass ein so ausgestaltetes Verfahren nicht von heute auf morgen bewältigt werden kann. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber für besonders eilige Angelegenheiten die Möglichkeit einer einstweiligen Anordnung vorgesehen. Das Verfahren zur einstweiligen Anordnung einer Betreuung kann verschiedene, ansonsten erforderliche Verfahrensschritte auf einen späteren Zeitpunkt verschieben und damit eine sofortige Entscheidung möglich machen.

  • Entscheidung des Gerichts

    Die Entscheidung des Gerichts wird in einem Beschluss formuliert. Die Beschlüsse des Gerichts enthalten in jedem Fall:

    • die Personalien des betroffenen Menschen,
    • eine Begründung,
    • eine Rechtsmittelbelehrung;
    • bei der Bestellung eines Betreuers:
    • die Bezeichnung des Betreuers (Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse),
    • die Bezeichnung seines Aufgabenkreises,
    • bei Bestellung eines Vereins oder Behördenbetreuers zusätzlich die Bezeichnung als Vereinsbetreuer oder Behördenbetreuer,
    • die Bezeichnung des Vereins oder der Behörde (Name des Vereins, Adresse),
    • bei Anordnung eines Einwilligungsvorbehaltes die Bezeichnung des Kreises der einwilligungsbedürftigen Willenserklärung,
    • den Zeitpunkt, zu dem das Gericht spätestens über die Aufhebung oder Verlängerung der Maßnahme zu entscheiden hat; dieser Zeitpunkt darf höchstens 7 Jahre nach dem Erlass der Entscheidung liegen.
  • Wirksamkeit der Betreuung

    Die Anordnung einer Betreuung wird mit der Bekanntmachung an den Betreuer wirksam. Dies geschieht in der Regel durch die Versendung des Beschlusses an den Betreuer. Der Beschluss des Gerichts ist auch dann wirksam, wenn der Betreuer mit seiner Bestellung nicht einverstanden ist und sich hiergegen beschwert hat. Die Wirksamkeit des Beschlusses zur Bestellung eines Betreuers ist auch nicht von der mündlichen Verpflichtung und der Übergabe der Urkunde abhängig. Das heißt, der Betreuer muss in dem Moment tätig werden, wenn ihm die Betreuung bekannt geworden ist. Entsteht dem betroffenen Menschen ein Schaden, weil der Betreuer nicht tätig wird, haftet der Betreuer für diesen Schaden.
    In Eilfällen kann das Gericht die sofortige Wirksamkeit anordnen. 

  • Verpflichtung und Urkunde

    Der ehrenamtliche Betreuer wird regelmäßig im Rahmen eines Gespräches mit dem Rechtspfleger zur gewissenhaften Führung seines Amtes verpflichtet. Dabei hat der Rechtspfleger die Aufgabe, den Betreuer über seine Rechte und Pflichten zu beraten. Dieses Gespräch dient dem Zweck, dass sich Betreuer und Rechtspfleger kennen lernen. Im weiteren Betreuungsverfahren wird der Betreuer noch öfter mit dem Rechtspfleger zu tun haben. Soweit dies sinnvoll erscheint, kann der betreute Mensch an diesem einführenden Gespräch teilnehmen.


    Der Betreuer erhält eine Urkunde, die ihm als Ausweis dient. Sie sollte zusammen mit dem Personalausweis verwendet werden. Damit ist der Betreuer berechtigt und verpflichtet, den betreuten Menschen im Rahmen des Aufgabenkreises gesetzlich zu vertreten. Seine Befugnis reicht jedoch nur so weit, wie der betreute Mensch nicht selbstständig in Ausübung seiner freien Willensbestimmung entscheiden und handeln kann.


    Eine Checkliste bei Übernahme einer Betreuung finden Sie hier

    <xml> Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE </xml>

Buch-Tipp!

Ein-/Ausblenden

Wir helfen Ihnen gerne!

Ein-/Ausblenden

Haben Sie Fragen zu unseren Produkten? Kontaktaufnahme

THEMENKATALOG

Ein-/Ausblenden

Blättern Sie  in unserem Themenkatalog 2016 oder bestellen Sie ihn kostenlos.

Themenkatalog Famile Betreuung Soziales bestellen