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04.05.2018

DGSP-Grundlagenpapier zu Reformbedarfen in der Psychiatrie

Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) hat ein Grundlagenpapier mit dem Titel „Psychiatrie gemeinsam bewegen - Reformbedarfe in der Psychiatrie“ veröffentlicht.

Darin fordert die DGSP einen regelmäßigen Bericht zur Lage der Psychiatrie in Deutschland, „um Stillstand und Teillösungen mit einem Psychiatriebericht zu überwinden und die unvollendete Psychiatriereform weiterzuführen.“

Das Papier setzt sich in seiner Analyse mit unterschiedlichen Bereichen der Psychiatrie auseinander.

Eine Auswahl:

Ambulante Hilfen

  • Eingliederungshilfeleistungen, die ab 2020 nur noch auf Antrag erbracht werden, müssen auch Menschen zugänglich sein, die keine Anträge stellen können oder wollen.
  • Ambulante psychiatrische Pflege und Soziotherapie müssen flächendeckend verfügbar sein.

Krankenhauspsychiatrie

  • Zentraler Aspekt der Krankenhausbehandlung ist nach wie vor die Beziehungsarbeit. Dies darf vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und Stellenabbau nicht in den Hintergrund treten.
  • Die Einrichtung gesetzlicher Betreuungen darf kein Instrument sein, um Patienten leichter „handhabbar“ zu machen und Behandlerinteressen durchzusetzen.

Psychopharmaka

  • Die DGSP fordert die Aufhebung des Primates der Psychopharmakotherapie in der Behandlung auch schwerer psychischer Erkrankungen.

Wohnsituation psychisch erkrankter Menschen

  • Auch nach der Trennung von existenzsichernden Leistungen und Fachleistungen durch das Bundesteilhabegesetz muss es Wohnangebote für „Systemsprenger“ geben.
  • Es finden vielfach geschlossene Unterbringungen in Heimen der Eingliederungshilfe oder in Pflegeheimen statt - nicht selten in weiter Entfernung vom Wohnort der betroffenen Menschen. Die Datenlage ist in diesem Bereich zu verbessern und die Unterbringungsbeschlüsse sind von möglichst kurzer Dauer zu halten. Nur so können geschlossene Unterbringungen schnell wieder beendet werden und letztes Mittel bleiben.

Zwang - die Würde des Menschen achten

  • Das Thema Zwang in der Psychiatrie beschränkt sich nicht ausschließlich auf ärztliche Zwangsmaßnahmen. „Haltungen, Maßnahmen und Strukturen müssen entwickelt werden, die es vermeiden, dass psychisch kranken Menschen etwas gegen ihren Willen oder gegen ihre innerste Überzeugung aufgezwungen wird. […] Ausgehend von den Urteilen und der UN-BRK müssen professionell psychiatrisch Tätige, Betreiber und Verantwortliche in Einrichtungen ihre Haltungen und ihr Handeln verändern. Der Verzicht auf eingreifende Mittel muss Eingang in die psychiatrische Praxis finden. Dazu müssen verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.“


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