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Bau Immobilien

Nachlese zur 4. Fachtagung "Der Bausachverständige" am 2.3.2012 in Köln

 

Alle zwei Jahre lädt "Der Bausachverständige" zu einer Fachtagung ein, die nicht die "großen Themen" wie Energieeinsparung o.ä. thematisiert, sondern Aspekte beleuchtet, die ihre tägliche Arbeit als Sachverständige betreffen.

Die vierte Auflage unserer Fachtagung stand zum zweiten Mal unter der Überschrift "Bauwerksdiagnostik für Bausachverständige". Dabei ging es diesmal aber nicht um die Messtechnik, die mittlerweile quasi zur Standardausstattung des Sachverständigen gehört wie Infrarotkamera und Endoskop. Vorgestellt wurden vielmehr moderne Diagnosever-fahren, die er nicht selbst anwenden kann, sondern für die er einen Spezialisten hinzuziehen muss.

Zuerst berichtete Dr.-Ing. Gabriele Patitz über den Einsatz von Bauwerksradar zur zerstörungsfreien Untersuchung von Mauerwerk und Betonbauteilen.

Dr.-Ing. Andreas Hasenstab stellte das Ultraschall-Echo-Verfahren zur Prüfung von Holzkonstruktionen vor.

In seinem Vortrag über Röntgendiffraktometrie und Raster-elektronenmikroskopie zur Untersuchung von Betonbauteilen zeigte Dr. rer. nat. Jürgen Göske, wie durch mineralogische Analysen des Gefüges von Beton komplizierte Schadensfragen gelöst werden können.

Dr.-Ing. Hartwig M. Künzel erläuterte in seinem Referat über Schadensdiagnose durch Hygrothermische Simulation, dass man auch am Computer Schadensuntersuchungen durchführen kann. Ein wesentliches Element der hygrothermischen Simulation ist dabei die
Quantifizierung von möglichen Feuchtequellen.

Da bei der Schadensdiagnostik oftmals bauteilzerstörende Eingriffe in das zu untersuchende Bauwerk nötig sind und es hierbei regelmäßig zu Streitigkeiten hinsichtlich der Zulässigkeit, der Kostenübernahme und der Frage der Anordnungsberechtigung kommt, brachte Dr. Bastian Fuchs in seinem Vortrag über die aktuelle Rechtsprechung zur Bauteilöffnung eine zusammenfassende Darstellung der Rechtsprechungsgrundsätze und der neuen Entscheidungen.

Da Privat- bzw. Parteigutachten in der zivilrichterlichen Praxis mehr und mehr an Bedeutung gewinnen, erläuterte Dr. Katrin Meins in Ihrem Vortrag, was aus juristischer Sicht bei der Erstellung von Privatgutachten zu beachten ist, insbesondere hinsichtlich der Erstattungsfähigkeit und Befangenheitprobleme.

Zusammen mit der beeindruckenden Architektur-Führung am Vorabend durch Kölns neues Vorzeigeviertel, den Rheinauhafen mit seinen Kranhäusern, wurde also ein volles Programm geboten, das hoffentlich allen Beteiligten Spaß gemacht und neue Erkenntnisse gebracht hat.