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UZK: Einsparungen durch den neuen Ort des Verbringens im Seeverkehr

Schiff liegt im Hafen

Bei der Ermittlung des Zollwerts Ihrer eingeführten Waren fließen Lieferungskosten wie Beförderungs-, Versicherungs- sowie Lade- und Behandlungskosten in den Zollwert grundsätzlich nur bis zum Ort des Verbringens (OdV) in das Zollgebiet der Union ein (Art. 71 Abs.1 Buchst. e) UZK). Je nachdem, wie Sie Ihre Waren befördern, ist der OdV unterschiedlich definiert (Art. 137 Abs.1 UZK-IA). Führten Sie Waren im Seeverkehr ein, galt bis zur Anwendung des UZK grundsätzlich der Entladehafen im Zollgebiet der Union als der OdV. Anstelle des Entladehafens trat ein im Zollgebiet der Union gelegener Umladehafen, wenn die Umladung von der Zollstelle des Umladehafens bescheinigt wurde und die Waren anschließend innerhalb des Zollgebiets zum Entladehafen weiterbefördert wurden (Art. 163 Abs.1 Buchst. a) ZK-DVO).

Vorteile durch den neuen Ort des Verbringens 

Dies hat sich mit dem UZK geändert. Nun gilt für im Seeverkehr beförderte Waren der Hafen als OdV, in dem die Waren zuerst im Zollgebiet der Union eintreffen. Dies kann für Sie durchaus von Vorteil sein, wie das folgende Beispiel zeigt: Ein deutsches Unternehmen erwirbt Waren mit der Lieferbedingung „EXW New York“ zum Preis von 100.000 Euro. Die Waren sollen mit dem Schiff zum Käufer nach Hamburg befördert werden. An Frachtkosten fallen insgesamt 5.000 Euro an. Auf dem Weg von New York nach Hamburg läuft das Schiff zunächst den Hafen von Bilbao in Spanien an und entlädt dort Waren für einen spanischen Empfänger.

Auch für die in Hamburg entladene Fracht gilt nun Bilbao als OdV, da dies der Hafen ist, in dem die Waren (auch die für Hamburg bestimmten) zuerst im Zollgebiet der Union eintreffen. Bis zum 1.5.2016 war Hamburg der Entladehafen der OdV. Die Frachtkosten waren bis dahin somit insgesamt zollwertrelevant.

Nun ist es möglich, die Frachtkosten in einen zollwertrelevanten und einen nicht zollwertrelevanten Anteil aufzuteilen. Da die Beförderung bei gleicher Beförderungsart (Seeschiff) über den OdV (Bilbao) hinaus erfolgte, können die Seefrachtkosten entsprechend der Streckenanteile bis zum und ab dem OdV aufgeteilt werden.

Sie können die Streckenanteile z. B. mit Hilfe der Internetseite https://sea-distances.org ermitteln.

Demnach beträgt die Strecke für die übliche Schifffahrtsroute von New York bis Bilbao 3.147 Seemeilen (= 75 % der Gesamtstrecke) und die von Bilbao bis Hamburg 1.024 Seemeilen (= 25 % der Gesamtstrecke). Letztlich sind daher nur noch 75 % der Seefrachtkosten, demnach 3.750 Euro, in den Zollwert einzubeziehen, anstatt wie vorher 5.000 Euro.

Einsparungen im Fernostgeschäft

Im Fernostgeschäft ist der Vorteil besonders gravierend, wenn ein Teil der Ladung nach Durchqueren des Suez-Kanals in Südeuropa entladen wird. Ein deutsches Unternehmen in Köln erwirbt Waren mit der Lieferbedingung „EXW Fukuyama“, Japan zum Preis von 500.000 €.

Die Waren sollen zunächst mit dem Schiff nach Rotterdam und von dort mit dem LKW zum Käufer nach Köln befördert werden. An Frachtkosten fallen insgesamt 10.000 € an. Auf dem Weg nach Rotterdam läuft das Schiff den Hafen Piräus in Griechenland an und entlädt dort Waren für den südeuropäischen Markt.

Auch für die in Rotterdam entladene Fracht gilt nun Piräus als OdV, da dies der Hafen ist, in dem die Waren (auch die für Köln bestimmten) zuerst im Zollgebiet der Union eintreffen. Bis zum 1.5.2016 war Rotterdam als Entladehafen der OdV. In beiden Beispielen liegt der OdV nun deutlich vor dem Entladehafen. Der zollwertrelevante – auf die Strecke bis zum OdV entfallende – Anteil der Frachtkosten verringert sich dadurch erheblich. Allerdings sind die Frachtkosten nun aufzuteilen. Nimmt der Anmelder keine Aufteilung vor oder ist diese im Einzelfall nicht möglich, werden auch die in der Union – also nach dem OdV – angefallenen Beförderungskosten in den Zollwert einbezogen

(E-VSF Z 5101 Abs. 83). Bei der Aufteilung der Beförderungskosten ist zwischen zwei Fällen zu differenzieren. Welche das sind dies und mehr erfahren Sie in dem Beitrag: „Der neue Ort des Verbringens im Seeverkehr. Änderungen durch den UZK bei der Zollwertberechnung“ von Dipl.-Finanzwirt Stefan Vonderbank, in: „Der Zoll-Profi!“, Ausgabe März 2018.

Quelle: Zeitschrift „Der Zoll-Profi!“, Bundesanzeiger Verlag, Köln

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