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Die Vorzüge des Status „Ermächtigter Ausführer“

Die Vorzüge des Status "Ermächtigter Ausführers"

Als Exporteur profitieren sie von der Vereinfachung als „Ermächtigter Ausführer“, die Ihnen die Zollverwaltung bewilligt. Vorausgesetzt: Sie erfüllen die Anforderungen der Zollverwaltung im Bewilligungsverfahren. Als „Ermächtigte Ausführer“ können Sie selbstständig bestimmte Präferenznachweise ausstellen, arbeiten unabhängig von der Zollverwaltung und genießen daher einen zeitlichen Vorteil. Mit diesem Status übernehmen Sie im Zeitpunkt der Ausfuhr die Aufgaben der Zollverwaltung in Bezug auf das Präferenzrecht. Damit tragen Sie automatisch auch die gesamte Verantwortung und somit auch das Risiko, dass sich Fehler in die präferenziellen Prozesse einschleichen. Daher stellt die Zollverwaltung hohe Anforderungen an Unternehmen, die diese Bewilligung erhalten möchten. 

Was müssen Sie tun, um den Status „Ermächtigter Ausführer“ zu erlangen?

Antwort: Erst einmal müssen Sie einen Antrag bei der Zollverwaltung stellen. Zuständig ist das Hauptzollamt, in dessen Bezirk sich die Hauptbuchhaltung des Unternehmens befindet. Die Beantragung können Sie formlos stellen, müssen aber gewisse Angaben machen: u.a. zur Häufigkeit der Exporte, die Exportländer sowie Handelsregisterauszug/Gewerbeanmeldung vorlegen. Außerdem haben Sie die Pflicht, eine interne Arbeits- und Organisationsanweisung vorzuglegen, in der Sie die Unternehmensprozesse, die das Präferenzrecht betreffen, darstellen und die verantwortlichen Personen benennen. Die Anweisung muss durch jedes Unternehmen individuell erstellt werden, da sich aufgrund unterschiedlicher Warenkreise, Fertigungsumfänge, Unternehmensgrößen sowie Häufigkeit und Umfang der Ausfuhren viele Unterschiede ergeben. Von der Zollverwaltung wird jedoch ein Rahmen vorgegeben. 

Pflicht zur Vorlage einer internen Arbeits- und Organisationsanweisung

Zu Beginn ist ein Überblick über die Tätigkeit des Unternehmens gefordert. Der interne Aufwand bei der Ausstellung von Präferenznachweisen hängt entscheidend davon ab, ob ein Unternehmen mit Ware handelt oder Eigenfertigung betreibt.

Beim Handel ist entscheidend, dass von den Vorlieferanten Nachweise über die Ursprungseigenschaft der gelieferten Ware angefordert werden. Wird in den Unternehmen Ware gefertigt, ist vor der Ausstellung von Präferenznachweisen eine detaillierte Ursprungsbewertung vorzunehmen. Dies verursacht wesentlich mehr organisatorischen Aufwand im Unternehmen. In der internen Anweisung muss beschrieben werden, wie die Ursprungsbewertung durchgeführt wird. Neben der manuellen Prüfung kann auch mit Software-Unterstützung gearbeitet werden. 

Hinweis: Eine manuelle Prüfung erfolgt beispielsweise, indem über die Datenbank der Zollverwaltung WuP-online (www.wup.zoll.de) die Verarbeitungsregel für die Ausfuhrware recherchiert wird. Anschließend wird über das Warenwirtschaftssystem die Zusammensetzung der Ware mit allen Vormaterialien recherchiert und geprüft. Die Dokumentation des Prüfungsergebnisses erfolgt in einer Excel-Tabelle. Unternehmen mit vielen Produkten und unterschiedlichen Listenregeln, die die Prüfung und Dokumentation manuell nicht leisten können, haben die Möglichkeit, sich mit einer Softwarelösung unterstützen zu lassen.

Damit die Ursprungsbewertung zum Zeitpunkt der Ausfuhr zügig erfolgen kann, ist es von großer Bedeutung, dass die Stammdaten im Warenwirtschaftssystem gepflegt werden. Beim Eingang von Ware sollte neben der Artikelnummer bereits die Zolltarifnummer, der Einkaufspreis und bei Ausfuhrwaren der Verkaufspreis (Ab-Werk), sobald er bekannt ist, erfasst werden.

Eine weitere Aufgabe ist das Prüfen von eingehenden Lieferantenerklärungen und Präferenznachweisen, die von den Vorlieferanten ausgestellt wurden. Die Dokumente müssen bei Eingang auf inhaltliche und formelle Richtigkeit geprüft werden. Wichtig ist beispielsweise bei Lieferantenerklärungen, dass der korrekte Wortlaut verwendet wird und alle Länder aufgeführt sind, in die später exportiert werden soll. In Zweifelsfällen kann vom Lieferanten auch ein Auskunftsblatt INF4 angefordert werden. Viele Unternehmen  stellen Langzeitlieferantenerklärungen aus, die für einen längeren Zeitraum gelten. Dabei ist die Gültigkeit der Dokumente zu überwachen und rechtzeitig eine Folgeerklärung anzufordern. Nachdem die mitgelieferten Dokumente geprüft wurden, sollten auch diese in den Stammdaten erfasst werden. Bei Lieferantenerklärungen muss auch der aufgeführte Länderkreis vermerkt werden.

Weitere Informationen dazu liefert der Beitrag: „Der Weg zum Ermächtigten Ausführer“ von Stefanie Gailler, in: „Der Zoll-Profi!“, Ausgabe Juli 2015.

Quelle: Zeitschrift „Der Zoll-Profi!“, Ausgabe Juli 2015, Bundesanzeiger Verlag, Köln

Lesen Sie auch: "Mit Spezialregelungen den Warenursprung ermitteln"

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