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Land des Monats: USA - Teil II

Land des Monats: USA

Im Zuge der fortschreitenden Globalisierung setzen auch klein- und mittelständische deutsche Unternehmen verstärkt auf Auslandsmärkte. Welche US-Märkte für deutsche Unternehmen gute Geschäftsmöglichkeiten bieten, zeigt der folgende Beitrag.

Erneuerbare Energien

Das Energiebewusstsein der US-Amerikaner nimmt weiter zu. Dafür sorgen u. a. auch die neuen Energiegesetze der Regierung. Diese sollen mit Steuergutschriften und sonstigen Förderanreizen die Energieeffizienz und den Anteil erneuerbarer Energie erhöhen. Die natürlichen Voraussetzungen zur effizienten Gewinnung von Wind- und Solarenergie sind im Land reichlich vorhanden. Allerdings gibt es kein nationales Einspeisegesetz für Strom aus erneuerbaren Energien. Doch gibt es Gesamtziele wie etwa, dass bis 2025 auf Bundesebene 25 % der Energie aus erneuerbaren Energien erzeugt werden sollen. 

Diese Ziele und die Größe des Marktes eröffnen auch deutschen Unternehmen gute Chancen, vor allem im Zulieferbereich. Das sieht auch der Bundesverband des deutschen Groß- und Außenhandels so: „Da darin Made in Germany weltweit führend ist, werden unsere Dienstleistungen, Produkte und Systeme im Zuge der grünen Welle sicherlich zunehmend nachgefragt.“ Die Voraussetzungen – auch was spezielle Förderung betrifft – sind in den 50 Bundesstaaten allerdings unterschiedlich. Besonders günstig sind sie im Bundesstaat Kalifornien. Dort werden inzwischen insbesondere Energiespeicher zur Integration erneuerbarer Energien nachgefragt. 

Tipp: Das Bundeswirtschaftsministerium organisiert im Rahmen der Exportinitiative Erneuerbare Energien regelmäßig Geschäftsreisen in die USA. Diese Geschäftsreisen sind oft schnell ausgebucht. Deshalb sollten Sie sich über solche Gelegenheiten immer wieder unter www.export-erneuerbare.de informieren.

Zu empfehlen ist auch ein Besuch der jährlich stattfindenden Fachmesse Intersolar North America in San Francisco, deren Themenschwerpunkt die Photovoltaik ist (siehe www.intersolar.us/en/home.html), sowie der Windpower, einer Fachveranstaltung mit Ausstellung des Verbandes American Wind Energy Association (AWEA) in Orlando (siehe www.windpowerexpo.org). 

Kfz-Industrie

2014 wurden in den USA wieder deutlich mehr Pkw und leichte Lkw verkauft, etwa so viel wie in der Zeit vor der weltweiten Finanzkrise. Die deutschen Kfz-Firmen konnten zum großen Teil vom verbesserten Marktumfeld profitieren. Sie erzielten 2014 stückzahlmäßig einen Rekordumsatz. Nach Angaben des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA) sind die USA der wertmäßig weltweit wichtigste Absatzmarkt. 

Auch die Fertigung in den Staaten profitiert vom Aufschwung, ebenso wie mittelständische Zulieferer. Deutsche Autofirmen wie Daimler, BMW und VW bauen ihre Produktionskapazitäten im Südosten der USA weiter aus. Immer mehr Zulieferfirmen siedeln sich in deren Umfeld wie auch dem von Produktionsstätten anderer Firmen an. Da die Fertigungstiefe der Autohersteller immer weiter abnimmt, werden die Zulieferer auch immer wichtiger. Von diesen wird verstärkt mehr Flexibilität verlangt. Die Amerikaner setzen z. B. jetzt auch auf Sprit sparende Modelle, was in früheren Jahren für sie eher unwichtig war.

Tipp: Auf der Kfz-Messe SAE World Congress in Detroit, dem Mekka aller Automobilingenieure in der Welt, zeigen die deutschen Hersteller regelmäßig, dass sie zu den wichtigsten Anbietern gehören. Unter den Ausstellern sind auch zahlreiche deutsche mittelständische Komponentenzulieferer, Maschinenbauer oder Softwareanbieter zu finden, u. a. schon seit vielen Jahren die bayerische ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH oder die Kienle + Spiess GmbH aus Sachsenhausen. Näheres siehe www.sae.org/congress.

Maschinenbau

Für die deutschen Maschinenbauer ist der US-Markt schon seit Jahren der wichtigste Exportmarkt. Vor allem hochwertige innovative Produkte sind bei den Amerikanern gefragt. Zudem müssen diese immer mehr Maschinen, die bereits lange laufen, ersetzen, weil insbesondere in den Krisenjahren 2007 bis 2009 Neuanschaffungen hinausgeschoben wurden. Steigende US-Exporte tragen ebenso dazu bei, dass mehr Maschinen produziert und geordert werden. Einige Sparten profitieren zusätzlich von Sonderentwicklungen, etwa Werkzeugmaschinen von der Automobilbranche, Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen von der Lebensmittelbranche. 

Deutsche Maschinen haben in den Vereinigten Staaten generell einen guten Ruf. In mehreren Sparten sind die Deutschen deshalb die wichtigsten Lieferanten. Da besonders immer mehr Hightech-Maschinen nachgefragt werden, steigen die Geschäftschancen für deutsche Hersteller mit ihren Qualitätsprodukten. Ähnlich wie in der Kfz-Branche sollte allerdings besonders auf die japanische Konkurrenz geachtet werden.

Tipp: Die wichtigste Baumaschinenmesse in den USA ist die IMTS (International Manufacturing Technology Show) in Chicago. Sie findet im Zweijahresturnus statt. Rund 2.000 Aussteller zeigen dort den mehr als 100.000 Fachbesuchern aus über 100 Ländern neue Fertigungstechnologien sowie Dienstleistungen und Lösungen zur Automatisierung, zur besseren Steuerung, zur Wartung und Reinigung von Maschinen und -teilen sowie neue Softwareprodukte. 2014 war Baden-Württemberg zum zweiten Mal mit einem Messe-Gemeinschaftsstand dort vertreten. Nähere Informationen siehe www.imts.com.

Informations- und Kommunikationstechnik

Der IKT-Markt der USA ist schon seit vielen Jahren weltweit der größte Ländermarkt. Wenn es in diesem Sektor etwas Neues gibt – und das kommt laufend vor –, dann kommt es meist aus den USA. Allein im IKT-Cluster in Silicon Valley arbeiten mehr als 7.000 Firmen an Produkten und Leistungen im IKT-Bereich. Da können deutsche Firmen nicht nur versuchen mitzumischen, sondern auch dazulernen, etwa was Produktivität, Kundennähe und Flexibilität angeht.

Die Geschäftschancen für Unternehmen aus dem EU-Raum haben sich grundsätzlich insoweit verbessert, da 2011 die Europäische Kommission und die Regierung der Vereinigten Staaten sich im Rahmen des Transatlantischen Wirtschaftsrats (TEC) auf zehn Kerngrundsätze für den Handel im IKT-Bereich geeinigt haben. Jedenfalls stiegen seitdem auch die Exporte von deutschen IKT-Produkten in die USA. 2014 betrug nach Angaben des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) der Wert solcher Exporte dorthin über 1,5 Mrd. Euro. 

Tipp: In einem Punkt hinken die USA anderen führenden Industrienationen noch hinterher, nämlich in dem flächendeckenden Ausbau eines Glasfasernetzes. Das wollen die US-Amerikaner ändern und zumindest in den Großstädten, aber auch in ländlichen Gebieten kabelgestützte Hochgeschwindigkeitsnetze installieren. Da sind oft deutsche Spezialisten für Zulieferungen gefragt. Einige sind auch schon an entsprechenden amerikanischen Technologieunternehmen beteiligt. 

Quelle: Beitrag "USA – führende Industriemacht" von Stephan Mühlbaur auf der Online-Anwendung "Export-Plus", Bundesanzeiger Verlag, Köln

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