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Land des Monats Januar: Schweden

Land des Monats: Schweden

Schweden gehört  weltweit zu den führenden Nationen in den Bereichen IT und Biomedizin. Auch traditionelle Industriezweige wie die Holzindustrie, der Bergbau und der Maschinenbau spielen eine große Rolle im Wirtschaftsleben. Die schwedische Wirtschaft ist stark vom internationalen Handel abhängig, wobei Deutschland eindeutig der wichtigste Handelspartner ist.

Insgesamt gingen 2014 10 % aller schwedischen Exporte nach Deutschland. Bei den schwedischen Importen steht Deutschland mit einem Anteil von 17,3 % an erster Stelle.

Sektoren mit positiver Entwicklung

Schweden erwirtschaftete 2013 etwa 73 % seines BIP im Dienstleistungssektor. Die Stockholmer Börse ist die bedeutendste in Skandinavien. Außerdem wird rund die Hälfte des BIP exportiert, besonders IT(-Dienstleistungen) und Elektronik. Auch die inländische Nachfrage nach Hardware und Software ist in der IT-Nation Schweden groß. Besonders produzierende Unternehmen, internationale Handelsunternehmen und Betriebe der ICT-Branche sind die Hauptkonsumenten.

Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise bildete sich der internationale Handel mit Schweden wieder auf seine vorherige Größe zurück und zeigte daher eine sehr positive Entwicklung. Die Exporte wuchsen 2011 und 2012 wieder, und seitdem ist der internationale Handel mit Schweden wieder recht stabil. Das Exportwachstum wird für 2015 auf 3,6 % und für 2016 auf 5,1 % geschätzt.

Nach Angaben des schwedischen IT-Verbandes (IT-Företagen) wächst derzeit das Software- und IT-Dienstleistungsgeschäft besonders stark; die Anzahl der Beschäftigten stieg 2014 um etwa 30 % verglichen mit 2006 auf rund 190.000 Angestellte, wobei diese gut 100.000 IT-Dienstleistungen anbieten. Bei den Hardwareprodukten ist der Wachstumsschwung weniger stark ausgeprägt. Die Nachfrage ist insbesondere von Outsourcing-Prozessen gekennzeichnet. Die IT-Abteilungen in den Unternehmen werden stark verringert oder ganz geschlossen und die Aufgaben an IT-Dienstleister übergeben. Andere wichtige Trends hängen vor allem mit der Weiterentwicklung technischer Standards und anhaltend zunehmenden Mobilitätsanforderungen zusammen. 

Der Groß- und Einzelhandel wie auch der Dienstleistungssektor sind in Schweden nach der Finanz- und Wirtschaftskrise weiter auf Wachstumskurs. Die privaten Haushalte und die öffentlichen Einrichtungen konsumierten 2014 2 % mehr als im Vorjahr, die Prognosen sagen voraus, dass der Konsum 2015 auf 3 % weiter steigen wird. 

Direktinvestitionen und Firmengründungen

Seit den 90er Jahren haben die ausländischen Direktinvestitionen in Schweden stark zugenommen. Lag das Volumen an Direktinvestitionen 1990 noch bei 12,6 Mrd. US-Dollar, stieg es bis 2000 auf rund 94 Mrd. US-Dollar und erreichte 2013 rund 326 Mrd. US-Dollar. Weltweit ist Schweden in der Rangliste der Direktinvestitionen auf Platz 16. Gleichzeitig stieg auch das Interesse ausländischer Unternehmen, sich in Schweden niederzulassen. Die höchsten Werte wurden dabei in den Jahren 1999 und 2000 mit mehr als 100 Investitionen ausländischer Firmen – vorwiegend in die Bereiche IT, Telekommunikation und E-Business – erreicht. Der größte Anteil der Direktinvestitionen stammte Ende 2013 von Firmen aus den Niederlanden, Luxemburg und Großbritannien.

Die schwedische Geschäftswelt ist außerordentlich internationalisiert, und gut ein Viertel der schwedischen Industrie befindet sich im Besitz ausländischer Unternehmen. Besonderes Interesse besteht an der Investition in chemische und pharmazeutische Unternehmen in Schweden. Zudem haben Schwedens starke Stellung im ICT-Bereich als auch seine zentrale Lage in Norden Europas zur Ansiedlung bedeutender multinationaler Unternehmen geführt, die – wie etwa IBM oder Hitachi– ihre regionale Hauptgeschäftsstelle für Skandinavien nach Schweden gelegt haben. 2013 schloss sich das internationale Unternehmen Facebook dem ICT-Standort Schweden an und nahm in Luleå sein erstes europäisches Rechenzentrum in Betrieb.

Firmengründungen lassen sich im Vergleich zum deutschen Recht rasch und unkompliziert durchführen. Jedermann kann eine gewerbliche oder handwerkliche Tätigkeit ausüben, ohne dass es dazu einer speziellen Befähigung bedarf. Man bedarf keines schwedischen Partners zur Firmengründung, und behördliche Informationen sowie erforderliche Dokumente sind beinahe vollständig auf Englisch vorhanden.

Unternehmensformen und Etablierungsmöglichkeiten

Im schwedischen Firmenrecht sind nahezu alle Formen der Gewerbetätigkeit bekannt, von der Einzelfirma (enskild firma) über die offene Handelsgesellschaft (handelsbolag, kurz HB), die einfache Gesellschaft (enkelt bolag – entspricht der deutschen GbR) bis hin zur Aktiengesellschaft. Lediglich eine Entsprechung zur deutschen GmbH ist in Schweden nicht vorhanden. Für eine Etablierung auf dem schwedischen Markt gibt es mehrere Möglichkeiten, die nachfolgend beschrieben werden.

Vertragshändler

Ein schwedischer Vertragshändler kauft und verkauft die Waren bzw. Dienstleistungen eines Unternehmens in eigenem Namen. Im Gegensatz zum Handelsvertreterrecht ist das Recht der Vertragshändler weder national noch auf europäischer Ebene gesetzlich geregelt. Ob bestimmte Schutzrechte des Handelsvertreters auch dem Vertragshändler zustehen, ist in Schweden ungeklärt. Ist der Handelsvertreter die flexiblere Vertriebsform und für den Hersteller der Rohertrag zumeist höher, so stellt ein Vertragshändler ein festeres Standbein im schwedischen Markt dar, da der Kunde durch den Vertragshändler einen inländischen Vertragspartner erhält, was bei Kaufentscheidungen oftmals eine nicht unerhebliche Rolle spielt.

Niederlassung

Die Errichtung einer schwedischen Niederlassung (schwed. filial) empfiehlt sich für Unternehmen, die durch ihre Tätigkeit in Schweden die Voraussetzungen einer Betriebsstätte erfüllen, jedoch keine selbstständige schwedische Tochtergesellschaft gründen möchten. Die Filiale ist ein unselbstständiger Teil einer ausländischen Gesellschaft und unterliegt im Rahmen ihrer Tätigkeit in Schweden dem schwedischen Recht.

Die Registrierung erfolgt beim schwedischen Handelsregister (bolagsverket). Es muss ein Geschäftsführer bestellt werden, der die Vertretung der Filiale übernimmt. Ist der Geschäftsführer selbst nicht in Schweden wohnhaft, ist zusätzlich ein Zustellungsbevollmächtigter in Schweden zu benennen. Für die Filiale ist eine eigenständige Buchführung vorzunehmen. Soll in der Filiale Personal beschäftigt werden, muss sich die ausländische Gesellschaft als Arbeitgeber in Schweden registrieren lassen. Sie hat die Lohn- und Gehaltsadministration vorzunehmen. Die Filiale muss steuerlich registriert werden.

Weitere wichtige Unternehmensformen sind die "Niederlassung" und die "schwedische Aktiengesellschaft".

Ausführliche Informationen hält der Beitrag "Skandinavien – Businesskultur und Verhandeln in Schweden" der Connecting Markets GmbH bereit – auf der Online-Anwendung "Export Plus".

Quelle: Online-Anwendung "Export Plus", Bundesanzeiger Verlag, Köln

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