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Land des Monats Februar: Japan - TeilI

Land des Monats März: Japan

Trotz Dreifachkatastrophe von Megaerdbeben, Tsunami und Atomkraftwerkkatastrophe in Fukushima ist Japan weiterhin ein sehr profitabler Markt – ausländische Unternehmen erzielen in Japan gute Umsatzrenditen. Voraussetzung ist, dass sie sich auf japanische Geschäftspraktiken eingestellt haben. Eine gute Vorbereitung ist essenziell, um hier erfolgreich zu sein. Die folgenden Ausführungen sollen Ihnen dabei helfen.

Japan gab Anfang 2011 seinen seit 40 Jahren verteidigten Titel als zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt an China ab und ist nun Nummer drei in der Welt. Weltgrößte Volkswirtschaft sind weiterhin die USA, Deutschland steht auf Rang vier. Das reale BIP lag 2013 bei 4.902 Mrd. USD, damit erwirtschaftete Japan bei einer Bevölkerung von 127,3 Millionen Einwohnern rund 6,9 % des Welt-BIP. Das BIP pro Kopf ist mit 38.491 USD (kaufkraftbereinigt, 2013) eines der höchsten weltweit; das Land verfügt über eine breit aufgestellte, technologisch hoch entwickelte und exportorientierte Wirtschaftsstruktur. Jedoch bekommt Japan das langsamere Wachstum in China zu spüren. Die Exporte ins benachbarte Reich der Mitte sind erstmals seit Langem rückläufig, und auch die Deflation bleibt ein Problem. Der IWF erwartet für Japan ein Wachstum von nur noch 0,6 % in diesem Jahr, d. h., die relative Stagnation aufgrund Ermangelung großer Produktivitätsfortschritte und der schrumpfenden Bevölkerung geht weiter.

Kaum ein Land altert so schnell wie Japan. Dies stellt die Nummer drei der Weltwirtschaft vor enorme Herausforderungen. Nichtsdestotrotz wird Japan auf absehbare Zeit die führende Innovationsmacht in Asien bleiben. Das sehr hohe Pro-Kopf-Einkommen wird sich weiter erhöhen. Die Dreifachkatastrophe von Megaerdbeben, Tsunami und Atomkraftwerkkatastrophe in Fukushima hat das ganze Land zurückgeworfen. Vordergründig hat sich das Land, laut Regierungsmeldungen, von der Katastrophe erholt. Aber die Auswirkungen der atomaren Versuchung werden noch viele Jahrzehnte nicht nur die Gegend von Fukushima, sondern auch den Großraum Tokyo und die Hauptinsel Honshu belasten. Die staatlich gestützten und getätigten Investitionen für den Wiederaufbau fördern die Wirtschaftsentwicklung. 

Japans Wirtschaft kämpft

Japan ist die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, nach den USA und China. Japan wird wegen seiner technologischen Vormachtstellung auf absehbare Zeit die führende Innovations- und Wirtschaftsmacht in Asien und die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt bleiben. Japan erwirtschaftet knapp 50 % des BIP von Ostasien oder fast zwei Drittel des BIP von Euroland. 1 % Wachstum in Japan entsprechen 8 % Wachstum in der VR China. Im Jahr 2011 registrierte Japan zum ersten Mal seit 1980 wieder einen Fehlbetrag in seiner Handelsbilanz. Gründe waren Erdbeben, Tsunami und Atomwerkkatastrophe im Nordosten und die hohen Brennstoffeinfuhren zur Sicherung der Stromproduktion, nachdem von ca. 40 Atomkraftwerken in Japan derzeit nur noch zwei in Betrieb sind. Nach der Atomkatastrophe in Japan wurde ein Gebiet mit rund 30.000 Quadratkilometern Fläche mit radioaktivem Material kontaminiert, was einem Anteil von 8 % der gesamten Landfläche Japans entspricht. Allerdings handelt es sich dabei um wertvolles, in Japan so wenig vorhandenes Acker- und Bauland.

Die Bewertungen des Handelsdefizits fallen sehr unterschiedlich aus. Vor allem wegen der fortgesetzten Produktionsverlagerung ins Ausland sehen zahlreiche Beobachter die Bedeutung Japans als Exportnation gefährdet. Allerdings bleiben viele Ausfuhrerfolge Japans „unsichtbar“, da japanische Unternehmen in China produzieren und die Produkte teilweise von dort exportieren. 

Ähnlich wie Deutschland ist Japan arm an Rohstoffen und sowohl bei der Energie- als auch Lebensmittelversorgung in hohem Maße von Importen abhängig. Die innovationsfreundliche Wirtschaftsstruktur, die neben den international bekannten Großunternehmen auch eine sehr große Zahl kleiner und mittelständischer Unternehmen umfasst, gilt in Forschung, Entwicklung und Produktion im Maschinen- und Automobilbau, in der Elektronik- und der Chemieindustrie weltweit mit als führend. Besonders in der gegenwärtigen Lage bei schwacher Binnennachfrage und einer rasch alternden Bevölkerung bleibt der Export für Japan essenziell. Der Exportsektor wurde durch die Geldpolitik der Regierung Abe mit einer einhergehenden Schwächung des Yen privilegiert. Japan profitiert von der wirtschaftlichen Integration Asiens und dem Aufholprozess der asiatischen Schwellenländer, insbesondere Chinas. 

Wirtschaftslage: „Drei-Pfeile-Strategie“

Seit dem Amtsantritt von PM Abe Ende 2012 verfolgt die Regierung einen Kurs wirtschaftspolitischer Expansion, um die Periode langjähriger Deflation zu überwinden. Der fiskalische Manövrierspielraum der japanischen Regierung ist allerdings auf Grund des hohen öffentlichen Schuldenstands (über 240 % des BIP, IWF-Definition) eher gering. Abe strebt die Revitalisierung der Wirtschaft durch eine „Drei-Pfeile-Strategie“ an (expansive Geld-, flexible Fiskal- und Strukturreformpolitik). Im Verlauf des Jahres 2013 und im ersten Halbjahr 2014 führte dies zu einem vergleichsweise kräftigen Wachstumsimpuls und stark steigenden Börsenkursen (Wachstumsrate 2013 und 2014 jeweils rund 1,5 %), gleichwohl setzte sich diese Entwicklung im zweiten Halbjahr 2014 nach einer umstrittenen Mehrwertsteuererhöhung nicht fort. Auch der Export nimmt trotz abwertendem Yen nicht wie erwartet zu, da viele Unternehmen im letzten Jahrzehnt ihre Produktionskapazitäten ins Ausland verlagert haben. Zwar springt die Inflationsrate wie gewünscht an, doch liegt dies nicht an zunehmendem Inlandskonsum und steigenden Reallöhnen. Vor allem die Importpreise sind für eine Zunahme der Inflationsrate verantwortlich.

Internationale Investoren fordern einen glaubwürdigen fiskalischen Konsolidierungsplan und die schnelle Umsetzung der angekündigten Strukturreformen. Dazu gehört auch die Erhöhung des Anteils der Frauenbeschäftigung. Ein Gesetzentwurf, der u. a. Unternehmen dazu anhält, konkrete Ziele für die Frauenförderung und deren Beschäftigung in leitenden Positionen aufzustellen, wurde in den Gesetzgebungsprozess eingebracht.

Gut für  Exporteure

Importe werden durch den hohen Yen begünstigt.Unter den wichtigen Branchen hat besonders die Kfz-Industrie Probleme. Regenerative Energien sind eine der zentralen Zukunftsbranchen, besonders Windkraft. Japan hat zwar bisher die Stromerzeugung durch Windkraft sehr vernachlässigt. Allmählich setzt aber ein Umdenken ein. Besonders der neue Einspeisetarif könnte für einen Schub sorgen. Die Vergütungssätze stehen noch nicht fest. Dennoch werden im Vorgriff auf den Tarif an Land wie auch auf dem Meer neue Projekte angestoßen.

Chance für ausländische Unternehmen

Ausländische Unternehmen dominieren bislang den Markt für große Windkraftanlagen. Japanische Unternehmen sind in vielen Branchen Weltmarktführer (Pkws, IT-Industrie, neue Werkstoffe, Kameras usw.). Seit den 90er Jahren investieren Unternehmen und Staat in Forschung und Entwicklung kontinuierlich mehr Geld als alle anderen Industrienationen. Japan setzt voller Vertrauen in seine Zukunft auf technologische Lösungen, um seine Probleme zu bewältigen.

Energieeffiziente Produkte und Isolierungstechnologie 

Das Thema Isolierungstechnologie wurde in Japan bisher eher vernachlässigt, mit der Verschärfung der Bauvorschriften in Bezug auf Energieeffizienz von Gebäuden hat es jedoch an Bedeutung gewonnen. Bisher nimmt Glaswolle eine dominierende Stellung ein, der Marktanteil ist aber ebenso wie der für Steinwolle rückläufig. Der Absatz von Polyurethanschaum ist konstant, Wachstum verzeichnen vor allem Polystyrenschaum, Zellulosefasern und Phenolharzschaumstoff. 

Ein typisches Merkmal japanischer Wohnhäuser sind die vergleichsweise großen Fensterflächen, häufig in Form von Schiebefenstern und -türen. 90 % der Neubauten und 60 % der Mietwohnungen haben doppelt verglaste Fenster, allerdings haben diese fast immer Aluminiumrahmen und keine nennenswerte Abdichtung des Rahmens. Auch die Türen bestehen oft aus Stahl oder Aluminium und haben eine hohe Wärmeleitfähigkeit. Über zwei Drittel der Einfamilienhäuser haben Aluminiumrahmen, der Marktanteil von kombinierten Aluminium-Kunststoff-Rahmen liegt bei 27,3 %. Bei Mehrparteienwohnhäusern liegt der Anteil von Aluminiumrahmen sogar bei über 80 %. Hier gibt es allerdings deutliche regionale Unterschiede. Im Hokkaido bestehen ca. 90 % der Fensterrahmen aus Kunststoff, der Gesamtanteil in ganz Japan liegt jedoch nur bei 8 %. In den letzten Jahren wurde diesem sehr vernachlässigten Bereich mehr Aufmerksamkeit geschenkt. So nimmt der Anteil an Mehrscheiben-Isolierglas kontinuierlich zu. Auch wächst der Anteil von isolierenden Aluminiumfenster-rahmen, Aluminium-Kunststoff-Rahmen und Kunststofffensterrahmen.

Der japanische Markt ist für deutsche Hersteller aus den folgenden Bereichen interessant: 

  • Klimatechnik (Lüftungs- und Kühlsysteme etc.) 
  • Heiztechnik (moderne Brennwerttechnologien, Blockheizkraftwerke, kombinierte Systeme aus Brennwerttechnologie und Solarthermie/Geothermie oder PV etc.) 
  • Gebäudetechnik (Wärmeverteilung und -übergabe, Mess- und Steuerungstechnik etc.) 
  • Bautechnik (Wärmedämmung, Fenster/Türen, Fassaden, Niedrigenergiehaus, Passivhaus etc.) 
  • Sicherheitstechnik 

Japan gehört zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Das BIP stammt zu 74,3 % aus dem Dienstleistungssektor, zu 24,2 % aus der Industrie, zu 1,5 % aus der Land/Forstwirtschaft, Fischerei und Bergbau.

Lesen Sie auch „Japan als lukrativer Absatzmarkt für deutsche Produkte“ in: Land des Monat März: Japan- Teil II

Quelle: ABI – Asia-Pacific Business Intelligence (S) Pte Ltd. auf der Online Anwendung Export-Plus, Bundesanzeiger Verlag, Köln

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