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Land des Monats Dezember: Dänemark

Flagge Dänemark
©Ilyes Laszlo - Fotolia.com

Dänemark zählt in den wichtigsten Wirtschaftskennzahlen zur führenden Gruppe in Europa und befindet sich derzeit in einem leichten Aufschwung. Das Land setzt stark auf den Einsatz modernster und wenig arbeitsintensiver Technik. Die steigende Nachfrage nach solchen Maschinen und Ausrüstungen bietet ausländischen Anbietern wachsende Lieferchancen. Auch die hohe Konsumbereitschaft des Landes sorgt für interessante Geschäftschancen

Die Wirtschaftsstruktur Dänemarks zeichnet sich durch eine Vielzahl kleinerer bis mittelgroßer Industrie- und Dienstleistungsunternehmen aus, die innovativ, hoch spezialisiert und exportstark sind. Beispiele hierfür sind Bang & Olufsen, Vestas, Danfoss und Rockwool. Traditionell verfügt Dänemark aber auch in der Schifffahrt (A.P. Møller Mærsk), im Handelsbereich und in der Brauereibranche (Carlsberg) über weltweit agierende Großunternehmen, zu denen durch Fusionen in den letzten Jahren auch Großbanken und größere Betriebe im Maschinen- und Anlagenbau, der pharmazeutischen Industrie, der Tourismusbranche und der Lebensmittelindustrie hinzugekommen sind. Die dänische Landwirtschaft ist traditionell exportorientiert und wettbewerbsfähig. Neben der Privatwirtschaft hat der öffentliche Sektor auch einen sehr hohen Stellenwert und beschäftigt etwa ein Drittel aller Erwerbstätigen.

Hohe Löhne und hohe Kosten

Dänische Unternehmen sind generell durch hohe Löhne und Gehälter und hohe Kosten geprägt. In dänischen Unternehmen werden Prozesse, die andere besser und günstiger durchführen können, in hohem Maße extern vergeben. Die Finanzkrise hat diese Entwicklung zusätzlich beschleunigt, so dass nun ein noch höherer Grad an Spezialisierung stattfindet. 

Kein Kündigungsschutz, aber hohe Sozialleistungen

Dänemark hat das System der so genannten Flexicurity (flexibiliy + security) entwickelt, das liberale Beschäftigungsregelungen, hohe soziale Absicherung und eine aktive Arbeitsmarktpolitik miteinander kombiniert. So gibt es z. B. fast keinen Kündigungsschutz, während der Staat gleichzeitig seine Bürger mit hohen Sozialleistungen absichert.

Dänemark ist ein Land mit einer im europäischen Vergleich traditionell niedrigen Arbeitslosenquote und einer hohen Erwerbsbeteiligung. Die dänische Wirtschaft kann trotz einer Phase der wirtschaftlichen Stagnation mit einer konstanten Arbeitslosenquote von unter 5 % eine praktische Vollbeschäftigung vorweisen. Besonders der private Sektor schafft zunehmend neue Arbeitsplätze und gleicht damit den fortschreitenden Stellenabbau im öffentlichen Bereich aus. Das Land liegt in den wichtigsten Kennzahlen in der europäischen Spitzengruppe. 

Verkauf und Absatz

Einen ersten Eindruck vom dänischen Markt kann man sich im Rahmen einer Unternehmerreise oder Messe verschaffen. Dänemark verfügt mit dem Messecenter Herning (www.messecenter.dk) über Skandinaviens größtes Ausstellungs- und Messezentrum, in dem jährlich rund 15 Messen und Ausstellungen ausgerichtet werden. Bedeutende internationale Messen wie die CIFF (Copenhagen International Fashion Fair) oder die CODE (Copenhagen Design) finden im Bella Center (www.bellacenter.dk) in Kopenhagen statt. Das Fredericia Messecenter (www.dmh.dk) bietet vor allem regionale und nationale, führt jedoch auch internationale Messen und Ausstellungen durch wie die Metallmesse Metal. Deutschsprachige Informationen hinsichtlich bevorstehender Veranstaltungen in Dänemark können auf der Internetpräsenz des Ausstellungs- und Messeausschusses der Deutschen Wirtschaft (www.auma.de) abgefragt werden.

Markteinstieg hängt vom Produkt ab

Der Markteinstieg ist in Dänemark von der Art des Produktes und der Erklärungsbedürftigkeit eines Produktes abhängig. Prinzipiell gilt hier: Je erklärungskomplexer ein Produkt oder eine Dienstleistung ist, desto wichtiger ist es, auf dem Exportmarkt lokal durch einen Partner, einen Vertreter oder einen eigenen Mitarbeiter repräsentiert zu sein. Da die Rahmenbedingungen für eine eigene Firmengründung in Dänemark im Vergleich zu anderen skandinavischen Ländern besonders attraktiv sind, entscheiden sich mehr und mehr ausländische Firmen, nach entsprechender Vorbereitung und Recherche, für eine eigene Firmenetablierung, was vom dänischen Staat u. a. durch ein unkompliziertes und schnelles Gründungsprozedere, eine attraktive Körperschaftssteuer sowie einen flexiblen Arbeitsmarkt unterstützt wird.

Der Markteinstieg durch einen Handelsvertreter ist eher weniger verbreitet, weshalb der Begriff des Handelsvertreters in Dänemark heute oft nur noch als „aussterbende Rasse“ bezeichnet wird. Beim klassischen Import-/Exportgeschäft werden Gebrauchsgüter und industrielle Rohstoffe zumeist durch Händler bzw. Grossisten vertrieben, wobei Bedarfs- und Gebrauchsgüter oftmals allerdings auch direkt durch die großen Kaufhäuser und Supermarktketten importiert werden. Der Handel mit Non-Food-Produkten wird von größeren Handelsketten beherrscht, die diese Waren durch ihre Filialen vertreiben. Der Lebensmittelsektor wird von zwei Supermarktketten – Coop (www.coop.dk) und Dansk Supermarked (www.dansksupermarked.dk) – dominiert, die zusammen insgesamt rund 70 % des Marktes in diesem Bereich ausmachen. Coop und Dansk Supermarked besitzen eigene Importabteilungen. Ein dritter wesentlicher Lebensmittelimporteur ist die Firma SuperGros (www.supergros.dk), welche der Direktlieferant für die konzernunabhängigen Supermarktketten – den so genannten freien Sektor – in Dänemark ist. Die Geschäftswelt in Dänemark ist generell sehr überschaubar. Daher sprechen sich positive, aber auch negative Erfahrungen schnell herum, so dass auf das Firmenimage besonderer Wert gelegt werden sollte.

Steuerpflichten beachten!

Grundsätzlich gibt es seit der Einführung der Zollunion keine Zölle mehr zwischen Dänemark und Deutschland. Schwierigkeiten im Hinblick auf Steuerpflichten können hingegen bei der Durchführung von Aufträgen in Dänemark durch deutsche Unternehmen auftreten. In Betracht kommen dabei vor allem die dänische Umsatzsteuer auf erbrachte Leistungen sowie Besteuerungen der erzielten gewerblichen Einkünfte als auch des Lohnes der im dänischen Markt tätigen Arbeitgeber.

Weitere Informationen hält der Beitrag "Skandinavien – Businesskultur und Verhandeln in Dänemark" der Connecting Markets GmbH bereit – auf der Online-Anwendung "Export Plus".

Quelle: Online-Anwendung "Export Plus", Bundesanzeiger Verlag, Köln

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