ThemenübersichtMenü
AW-Portal

Unternehmen in Russland gründen - mit Erfolg!

Sie möchten ein Unternehmen in Russland gründen, dann trennen Sie sich erst einmal von Ihren Vorstellungen vom russischen Markt. Denn häufig scheitern Unternehmen
bereits im Vorfeld des Markteinstiegs, beispielsweise weil für ihr Produkt oder Dienstleistung die Nachfrage fehlte. Der Grund: Der Einstieg in den russischen Markt war nicht in erster Linie von von betriebswirtschaftlichen Überlegungen getragen. Es fehlten eindeutige Zieldefinitionen und die entsprechenden notwendigen Marktanalysen. Wollen Sie die den russischen Markt erobern, dann müssen Sie einige Regeln beachten.

Die Wahl der richtigen Präsenzform für  deutsche Unternehmen

Sei haben die Wahl; Entweder gründen Sie eine eigene Niederlassung oder treten gemeinsam mit einem russischen Geschäftspartners auf den Markt. Die praktische Erfahrung zeigt, dass die meisten Unternehmen sich für die Eigenständigkeit entscheiden und eine eigene Niederlassung gründen. Das hängt in erster Linie mit dem Wunsch zusammen, die vollständige Kontrolle über die russische Tochter zu behalten. Eine Rolle könnte auch das zwischen deutschen und russischen Unternehmern herrschende Misstrauen spielen, welches auch auf das unterschiedliche Geschäftsgebaren zurückzuführen ist.

85 Prozent der Unternehmen entscheiden sich für OOO

Für die Gründung der eigenen Niederlassung bietet das russische Gesellschaftsrecht Rechtsformen, die im Wesentlichen mit den im deutschen Recht zur Verfügung stehenden vergleichbar sind. 85 % der in Russland tätigen Unternehmen entscheiden sich wegen der überschaubaren Haftungsrisiken für die Rechtsform der OOO, die der deutschen GmbH entspricht. Daneben besteht die Möglichkeit, eine unselbständige Filiale oder Repräsentanz zu gründen. Diese stellen jedoch keine eigenständigen juristischen Personen dar. Das bedeutet, dass die hinter ihnen stehende Muttergesellschaft die juristische Verantwortung trägt und dementsprechend haftet.

Für jedes Käferchen ein Papierchen

Unabhängig davon, für welche Gesellschaftsform sich ein Unternehmen entscheidet, muss sich die Geschäftsleitung auf ein im Vergleich zu Deutschland bürokratischeres Anmelde- und Registrierungsverfahren einstellen. So müssen im Rahmen der Gründung einer OOO neben dem auch in Deutschland üblichen Gründungsbeschluss und einem Gründungsvertrag unter anderem auch zweisprachige Erstentwürfe der Gründungsunterlagen, die Anmeldung bei der Steuerinspektion, den Pflichtversicherungsfonds und dem Statistikamt vorbereitet, ein Stempel angefertigt und ein Konto eröffnet werden. Der Geschäftsführer der Muttergesellschaft muss dabei oft den Notar oder die Steuerinspektion persönlich aufsuchen. Die gesamten Vorgänge nehmen vergleichsweise viel Zeit in Anspruch und sind mit viel Papieraufwand verbunden. Insoweit bringt das russische Sprichwort „Für jedes Käferchen gibt es ein eigenes Papierchen“ den Hang der russischen Verwaltungsbehörden zum Formalismus treffend zum Ausdruck. Allerdings darf nicht verkannt werden, dass die Staatsdiener letztlich nur ausführen, was ihnen zahlreiche Gesetze, Verordnungen, Präsidialerlasse und Verwaltungsvorschriften vorschreiben.

Mindeststammkapital

Dagegen ist die Aufbringung des Mindeststammkapitals in Höhe von RUB 10.000 (umgerechnet ca. EUR 250, auch in Sacheinlagen möglich) relativ unproblematisch, wobei auch im russischenGeschäftsleben die Höhe des Stammkapitals ein Anzeichen für die Seriosität des Geschäftspartners ist.

Achtung: Keine gesellschaftsrechtliche Form für Vor-GmbH

Bei der Gründung einer Kapitalgesellschaft ist insbesondere zu beachten, dass anders als im deutschen Recht das russische Gesellschaftsrecht keine der Vor-GmbH – üblicherweise als GmbH i. G. abgekürzt – oder einer Vorgründungsgesellschaft entsprechende gesellschaftsrechtliche Form kennt. Deswegen erlangen alle vor der Registrierung der OOO unterzeichneten Verträge unmittelbar Geltung. Deswegen erlangen alle vor der Registrierung der OOO unterzeichneten Verträge unmittelbar Geltung und verpflichten bzw. berechtigen allein die Unterzeichner, nicht aber die OOO. Einen automatischen Übergang der Verträge auf die Gesellschaft nach der Gründung gibt es in  Russland ebenfalls nicht. Die Übertragung der vertraglichen Verpflichtungen und Berechtigungen bedürfen daher eines anderen förmlichen Aktes. Im Allgemeinen müssen die Unternehmer ein Auge  darauf haben, dass vor allem in der deutschen Rechtsprechung für diesen Bereich entwickelten Rechtsfiguren dem russischen Recht oft fremd sind.

Renaissance des Joint Venture

Neben der Gründung einer eigenen Tochtergesellschaft besteht die Möglichkeit, mit einem russischen Geschäftspartner zu kooperieren.

Welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind, dies und mehr erfahren Sie in dem Beitrag: "Unternehmensgründung in Russland. Rechtliche und praktische Unwegsamkeiten" von Sebastian Ernst, in: AW-Prax (Außenwirtschaftliche Praxis), Ausgabe Oktober 2012.

Quelle: Zeitschrift "AW-Prax (Außenwirtschaftliche Praxis)", Bundesanzeiger Verlg Köln

IHRE ANSPRECHPARTNER

Ein-/Ausblenden

Wir beantworten Ihre Fragen!

Tel.: 0221 / 97 66 8 -173/-357
Fax: 0221 / 97 66 8 -232

PRODUKTEMPFEHLUNG

Ein-/Ausblenden

Warenursprung und Präferenzen

Handbuch und systematische Darstellung

Das Standardwerk für das Warenursprungs- und Präferenzrecht!

Preis: € 44,00

Zum Produkt

PRODUKTEMPFEHLUNG

Ein-/Ausblenden

UZK kompakt & praxisnah strukturiert

Der Unionszollkodex mit Durchführungs- und Delegierter Verordnung in systematischer Darstellung

Hier finden Sie Orientierung: Alle Rechtsakte zum Unionszollkodex in der direkten Zuordnung!

Preis: € 34,80

Zum Produkt

THEMENKATALOG 2017

Ein-/Ausblenden

Informieren Sie sich über unser aktuelles Programm.

Jetzt online blättern

Jetzt kostenlos bestellen!