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Worauf sich exportierende Unternehmen 2017 einstellen müssen

Worauf sich exportierende Unternehmen 2017 einstellen müssen

Mit der Antwort auf die Frage „Wie sehen die Perspektiven der Export-Unternehmen im Wahljahr 2017 aus?“ hat sich Dr. Volker Treier, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des DIHK e.V. in seinem Vortrag auf dem 11. Exportkontrolltag 2017 befasst. Dabei geht er zunächst auf eine Umfrage der Industrie-und Handelskammern (IHKn) ein, die 5.500 Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet nach ihre Meinung zu den Auswirkungen des Brexit-Votums befragt haben. 

Demnach rechnen die Betriebe durch den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU mit einer Zunahme nichttarifärer Handelshemmnisse – etwa durch zusätzliche Bürokratielasten, neue Bescheinigungen oder auch Unterschiede in der Rechtssetzung. 

Zudem befürchten sie steigende politische und rechtliche Unsicherheiten im Geschäftsverkehr. Das wirke sich bereits kurzfristig als Dämpfer auf die Konjunktur aus, auch wenn bis dato noch nicht feststeht, welche Folgen der Brexit letztlich für Unternehmen im In- und Ausland haben wird. Die Austrittsverhandlungen dauern ja noch an und die Ergebnisse stehen noch nicht fest. 

Unsicherheit prägt deutsch-amerikanische Wirtschaftsbeziehungen

Auch für deutsche Unternehmen in den USA steht in Bezug auf die Entwicklung der US-Wirtschaft noch nicht fest, wo die Reise hingeht. Die Unsicherheit der Manager ist noch groß, wie der „German American Business Outlook “, der Indikator der deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen, zeigt – für den die AHK gemeinsam mit den Delegierten der Deutschen Wirtschaft in Washington (RGIT) und den Roland Berger Strategy Consultants 1.900 Hauptgeschäftsstellen deutscher Tochtergesellschaften in den USA befragt hat. Und zwar: zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage, zu ihrer Einschätzung des US-Marktes und zur Standortattraktivität der Vereinigten Staaten. 

Ergebnis: 30 % der Umfrageteilnehmer erwarten positive wirtschaftliche Auswirkungen unter der neuen Regierung, 28 % der Unternehmen gehen von negativen Effekten aus. Sollten die von den USA im Wahlkampf angekündigten Maßnahmen wirklich umgesetzt werden, bedeute das eine Abschottung vom Weltmarkt und somit negative Effekte für deutsche Exportgeschäfte, die sich bereits in sinkenden Exporten in die USA zeigen. Außerdem sind die USA vom 1. auf den 3. Platz der bedeutendsten Exportpartner Deutschlands gerutscht, hinter China und Frankreich. 

Handelshemmnisse besonders bei Geschäften mit Schwellenländern

Noch viele weitere Hemmnisse erschweren die Handelsgeschäfte der deutschen Exporteure. Laut der DIHK-Umfrage „Going International 2017“ lassen sich Staaten immer neue Methoden einfallen, um ausländischen Unternehmen den Zugang zu ihren Märkten zu versperren. Konkurrenz sei unerwünscht und soll durch zusätzliche lokale Regulierungen und Sicherheitsanforderungen vom Markteinstieg abgehalten werden. Jedes dritte Unternehmen klagt laut Umfrage darüber, Jahr für Jahr neue Handelshemmnisse bewältigen zu müssen. Besonders häufig sei das bei Geschäften mit Schwellenländern der Fall. Viele Länder setzten bestimmte Instrumente ein, um ihrer eigene Wirtschaft gegenüber ausländischen Wettbewerbern unter die Arme zu greifen. 

Durch Sicherheitsanforderungen oder lokale Zertifizierungen werden in vielen Weltregionen ausländische Konkurrenten und damit auch deutsche Betriebe ausgebremst. Zudem sind Quoten, Restriktionen bei Ausschreibungen oder gezielte Subventionen am heimischen Markt Instrumente, die als Barrieren eingesetzt werden. Chancen für den Markteinstieg werden damit eingedämmt, Margen durch hohe Bürokratiekosten gedrückt – die heimische Industrie somit geschützt.

Barrieren durch höhere Sicherheits- und lokale Zertifizierungsanforderungen

Am häufigsten sehen sich die Unternehmen mit neuen Handelsbarrieren, durch höhere Sicherheits- und lokale Zertifizierungsanforderungen betroffen. Zusätzlich zu den bereits bestehenden internationalen Zertifizierungen müssen etwa Tests nach lokalen Standards vorgenommen werden – die zudem häufig kurzfristig eingeführt werden. Im Vergleich zu den Vorjahren ist der Anteil der Unternehmen, die eine Zunahme an Barrieren insbesondere durch lokale Zertifizierungsanforderungen sehen, nochmals um sieben Prozentpunkte auf 59 gestiegen. Keine Entwarnung gibt es auch bei den Sicherheitsanforderungen. Mehr Unternehmen als zuvor berichten von solchen Maßnahmen in Partnerländern – 54 % (Vorumfrage: 52 %).

 Angesichts der instabilen Sicherheitslage in vielen Regionen der Welt erscheint diese Entwicklung folgerichtig – dennoch sorgt sie für erhebliche Belastungen beim Warenaustausch. So werden etwa zusätzliche Registrierungen oder Stellungnahmen zur Produktherkunft oder zum Frachtverlauf gefordert. 

Embargos und die Zunahme von Regularien bereiten Probleme

Beachtlich ist die Anzahl von weiteren Handelshemmnissen. In der Kategorie „Sonstiges“ (27 %) werden insbesondere Embargos, vor allem die Sanktionen gegen Russland, sowie die Zunahme von Regularien etwa bei der Versendung von Waren per Luftfracht und dem damit verbundenen Verwaltungsaufwand angeführt.

Mit welchen weiteren Barrieren deutsche Unternehmen außerdem konfrontiert sind und was noch auf sie zukommt, dies und mehr erfahren Sie in dem Beitrag: „Perspektiven der exportierenden Unternehmen im Wahljahr 2017“ aus Sicht des DIHK, in: „AW-Prax (Außenwirtschaftliche Praxis)“, Ausgabe Mai 2017.

Quelle: Zeitschrift „AW-Prax (Außenwirtschaftliche Praxis)“, Bundesanzeiger Verlag, Köln

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