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Ersetzt die „BPO“ das Dokumentenakkreditiv?

Derzeit in aller Munde: die „Bank Payment Obligation (BPO)“ als neues Instrument zur Zahlungssicherung im Außenhandel. Doch kann dieses neue Mittel zur Sicherheit Ihrer Außenhandelsgeschäfte das bewährte Dokumentenakkreditiv ablösen? 

Was genau verbirgt sich hinter der BPO?

Definition: Die BPO ist ein unwiderrufliches und abstraktes Zahlungsversprechen der Bank des Käufers gegenüber dem Verkäufer (geleitet über die Bank des Verkäufers) eine bestimmte Geldsumme an einem bestimmten Fälligkeitsdatum auf das Konto des Verkäufers (bei der Bank des Verkäufers) zu zahlen. Vorausgesetzt: alle vorab zwischen Verkäufer und Käufer vereinbarten Basisdaten des Kaufgeschäfts wurden elektronisch über einen zentralen Server solange miteinander abgeglichen, bis beide Kaufvertragsparteien übereinstimmend die Richtigkeit dieses Datenmaterials bestätigen und damit die Zahlungspflicht endgültig auslösen.

Die wesentliche Neuerung der BPO – im Vergleich zum herkömmlichen Akkreditiv – liegt vor allem in der letztgenannten Besonderheit des elektronischen Datenabgleichs.

Einheitlichen Richtlinien für Bank Payment Obligations

Zur Vereinfachung der Abwicklung im internationalen Handel und Bankgeschäft hat es sich die Internationale Handelskammer (ICC) zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit SWIFT allgemein einsetzbare Regeln zu entwickeln, die weltweit zur Anwendung gelangen können. Mit Wirkung vom 01.07.2013 hat die ICC die in Zusammenarbeit mit SWIFT zusammengestellten „Einheitlichen Richtlinien für Bank Payment Obligations“ (Uniform Rules for Bank Payment Obligations, nachfolgend: URBPO) vorgelegt, die den Zweck der vereinfachten elektronischen Abwicklung eines Bank-Zahlungsversprechens, das nicht länger auf „Dokumenten“ basiert, wie es bei dem Dokumentenakkreditiv“ der Fall ist. Stattdessen handelt es sich hierbei um einen elektronischen Datenabgleich, der den Zahlungsverkehr unter Banken auslöst. Damit erfüllt dieses Instrument zunächst den Wunsch vieler Unternehmen, die zeit –und kostenintensive papierene Abwicklung ihre Geschäften zu reduzieren. 

Lieferungen gegen offene Rechnung nehmen zu



Angesichts der Entwicklung des weltweiten Handels, dessen Volumen sich seit 1980 verdreifacht hat und in dem die weltweiten Akkreditivabwicklungen zwar noch hoch sind, aber nicht in gleichem Maße wachsen, nehmen Lieferungen gegen offene Rechnung zu. Gleichzeitig wird der Einsatz von Dokumenten innerhalb der Geschäftsabwicklung als zunehmend belastend empfunden: Dokumente müssen erstellt oder beschafft werden, sie müssen transportiert, gesichtet, geprüft und archiviert werden – Vorgänge, die Zeit und Geld kosten. In einer Welt mit wachsendem elektronischem Geschäftsverkehr erscheint damit die dokumentäre Abwicklung immer unattraktiver und eröffnet damit die Suche nach Alternativen, auch in der Zahlungsverkehrsabwicklung. Die BPO ist demnach ein geeignetes Mittel für Fälle des „nicht“ dokumentären Zahlungsverkehrs, in denen die Warenlieferung gegen einfache Rechnung erfolgt (open account trade). 

Zahlungsbedingung "offene Rechnung" setzt Vertrauen voraus

Doch die offene Rechnung birgt auch hohe Risiken. Ihr Einsatz als Zahlungsbedingung setzt gute Geschäftsbeziehungen und gegenseitiges Vertrauen der Geschäftspartner voraus. Da die BPO kein elektronisches Akkreditiv ist, kann sie auch nicht im gleichen Umfang Risiken abdecken wie das Dokumentenakkreditiv. Denn: Die Banken prüfen ja keine Handelsdokumente, sondern die Abwicklung basiert nur auf elektronischen Handelsdaten. Folglich löst die BPO das Dokumentakkreditiv auch nicht ab. Vielmehr kann es derzeit als zusätzliches Instrument fungieren.

Mehr über die Vor – und Nachteile und den Einsatz der BPO erfahren Sie in dem Beitrag: „Die ‚BPO’ zur Zahlungssicherung. Ist die Bank Payment Obligation ein praxisgerechter Ersatz des Akkreditivs?“ von Prof. Dr. Christoph Graf von Bernstorff, in: „AW-Prax (Außenwirtschaftliche Praxis)“, Ausgabe März 2015.

Quelle: Zeitschrift „AW-Prax (Außenwirtschaftliche Praxis)“, Ausgabe März 2015, Bundesanzeiger Verlag, Köln

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