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Die besten Finanzierungsmethoden in Krisenzeiten

Die besten Finanzierungsmethoden in Krisenzeiten
© Andreas Haertle-Fotolia.com

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich deutlich auf den Bankenmarkt ausgewirkt. Die Konditionen der Kreditinstitute für die Finanzierung von Exportgeschäften sowie für die Refinanzierung von Exportkrediten haben sich sehr verschlechtert. Banken müssen Risikoaufschläge für Exportkredite in Fremdwährung zahlen, was die Finanzierung der Exporteure verteuert und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. Es stellt sich daher die Frage: Welche Finanzierungsformen für Ausfuhren sind derzeit, insbesondere für kleine und mittelständische Exporteure, noch bezahlbar und sicher?
Antwort: Zu den auch in Krisenzeiten bewährten Finanzierungsformen des Exports zählen die klassischen Methoden wie:

  • Wechselfinanzierungen,
  • Finanzierungen über Akkreditive (z.B. übertragbares Akkreditiv, Back to Back-Finanzierung),
  • Dokumentenbevorschussung,
  • Avale
  • und Forderungsverkauf (Exportfactoring, Forfaitierung).

Finanzierungen von Handelsgeschäften mit kurzen Laufzeiten sind von den Krisen nicht betroffen. Anders sieht es bei Geschäften aus, die mittel- bis langfristiges Fremdkapital benötigen. Bei solchen Vereinbarungen spüren die Exporteure die Verteuerung der Kredite deutlich.

Die Ängste der Ausführer vor Forderungsausfällen und Liquiditätsengpässen haben daher die Attraktivität der Finanzierungsform „Forderungsverkauf“ deutlich gesteigert. Dieses Instrument ist in ruhigen Zeiten bei den Unternehmen wenig beliebt, da Factoring und Forfaitierung besonders teuer und verwaltungsintensiv sind.
Die hohen Kosten bei dieser Finanzierungsmethode entstehen, weil der Forderungskäufer – neben Länder- und Schuldnerrisiken – vor allem das Risiko des völligen Forderungsausfalls übernimmt (Forfaitierung). Deshalb hat sich im derzeit krisengebeutelten weltweitem Handel auch die Forfaitierung besonders etabliert:
Die forfaitierende Bank kauft nur „eine Einzelforderung“ und nimmt alle mit dieser Forderung einhergehenden Länder-, Schuldner- und Währungsrisiken in die eigenen Bücher auf. Kauft die Bank „eine Vielzahl (kurzfristiger) Forderungen“ an, spricht man von Factoring. Der Exporteur wird durch das Finanzierungsinstrument des Forderungsverkaufs im Wege von Factoring und Forfaitierung sehr entlastet: Die Bank oder Forfaitierungsgesellschaft zahlt den Kaufpreis, abzüglich eines Diskonts, sofort nach Einreichung der im Kaufvertrag vereinbarten Dokumentation der Exportforderungen an ihn aus. Der Exporteur ist folglich unmittelbar liquide und entlastet dadurch seine Bilanz. Bei der Exportfinanzierung spielt auch das Instrument der staatlichen Exportkreditversicherung eine besondere Rolle.

Rolle der Exportkreditversicherung

Geht es um die Exportfinanzierung, darf die Rolle, die die Exportkreditversicherungswirtschaft spielt, nicht außer Acht gelassen werden. Hier soll nun die staatliche Exportkreditversicherung besonders genannt werden.

In Deutschland unterstutzt die Bundesregierung deutsche Exporteure und Banken mit Exportkreditgarantien dabei, sich gegen Länder- und Käuferrisiken aus Exportgeschäften abzusichern. Durch die Risikoübernahme sind die sogenannten Hermesdeckungen ein wichtiges Instrument zur Exportfinanzierung, die oftmals erst durch die staatliche Absicherung zustande kommt. Im Rahmen der Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Bundesregierung Anpassungen an dem Garantieinstrumentarium  vorgenommen, um die Finanzierung von Exporten auch in schwierigen Zeiten zu stützen. Interessant ist, dass Hermes in den letzten Jahren die Möglichkeiten zur Entlastung der Bilanz des Exporteurs durch den Verkauf von Exportforderungen an Banken (Forfaitierung) verbessert hat. Auch für Hermes stellt daher die Forfaitierung insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen eine wichtige Form der Finanzierung dar.

Die Hermesdeckung verbessert sowohl im Fall der Sicherungsabtretung als auch beim Forderungsverkauf den Wert der Exportforderung und damit die vom Exporteur erzielbaren Konditionen der Refinanzierung. Insbesondere bei einem Forderungsverkauf ist die Ankaufbereitschaft der Bank größer, wenn die Exportforderung durch eine Exportkreditgarantie vor dem Zahlungsausfall abgesichert ist. Dies gilt
vor allem bei Geschäften in risikoreicheren Märkten. Die Hermesdeckung kann dem Exporteur somit die Gewährung von Lieferantenkrediten im Wege des Forderungsverkaufs erleichtern oder überhaupt erst ermöglichen. Wie werden nun Sicherungsabtretungen und Forderungsverkäufe im Rahmen der Hermesdeckung behandelt?

Weitere Informationen erhalten Sie in dem Beitrag: „Update 2015: Exportfinanzierung. Aktuelle Entwicklung in der Exportfinanzierung“, von Prof. Dr. Christoph Graf von Bernstorff, in: „AW-Prax (Außenwirtschaftliche Praxis)", Ausgabe August 2015.

Quelle: Zeitschrift „AW-Prax (Außenwirtschaftliche Praxis)", Ausgabe August 2015, Bundesanzeiger Verlag, Köln

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