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Wozu noch bekannter Versender, wenn schon AEO?

Wozu noch bekannter Versender, wenn schon Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter?
Sollten Sie als internationaler Wirtschaftsbeteiligter der Ansicht sein, dass Sie mit dem Status des Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten (AEO) auch automatisch den Status des bekannten Versenders (bV) erreicht haben oder diesen nicht zusätzlich benötigen, dann liegen Sie falsch. In Bezug auf die Sicherheit von Personen und Lieferverkehr bestehen deutlich Unterschiede: Der AEO-Status wird durch die Zollbehörde (Hauptzollamt), der bV-Status durch das Luftfahrtbundesamt (LBA) geprüft und vergeben. Der AEO zielt darauf ab, möglichst die gesamte Supply-Chain inklusive aller am Prozess beteiligten Partner als sicher einstufen zu können.

Beim AEO ist die allgemeine Grundsicherheit des Unternehmens ein wichtiger Punkt. Es soll niemand unkontrolliert ins Unternehmen gelangen, Ware nicht allgemein zugänglich im Freien gelagert werden, Handwerker und Dienstleister sind zu begleiten und zu beaufsichtigen, und die Mitarbeiter sind gegen die EU-Sanktionslisten zu prüfen. Die einzelnen Prozesse sollen so dokumentiert und abgesichert sein, dass Manipulation und Fehler nicht möglich sind. Tiefergehende Details zur Verpackung und Lagerung von Waren regelt der AEO allerdings nicht. Er stellt auch keine erhöhten Zuverlässigkeitsanforderungen an einzelne Mitarbeiter und macht keine Schulungsvorgaben in Bezug auf Security für das Personal. Außerdem differenziert der AEO auch nicht in der Behandlung von Waren unterschiedlicher Versandarten. Hier liegt der wesentliche Unterschied. Der „bekannte Versender“  fordert ausschließlich bezogen auf die Abfertigung von Luftfracht deutlich höhere Sicherheitsanforderungen als der AEO. Dies greift ab dem Punkt, an dem Luftfracht zum ersten Mal im Unternehmen identifiziert wird, z.B. durch die Festlegung der Versandart auf der Kundenauftragsbestätigung, dem Lieferschein oder der Rechnung.

Von dem Moment an müssen alle Personen, die Kenntnis von der Luftfrachtbestimmung und Zugang zur Ware haben

  •  zuverlässigkeitsüberprüft und
  •  vier Stunden geschult sein (nach Kap. 11.2.3.9. LuftSiSchulV).


Alle anderen Personen des Unternehmens sowie alle Betriebsfremden dürfen sich nur in Begleitung und unter Aufsicht von zuverlässigem und geschultem Personal im Umfeld der Ware aufhalten. Luftfracht muss so verpackt werden, dass eine spätere Manipulation ausgeschlossen bzw. erkannt werden kann. Dazu zählt z.B. das „flachenbündige Verkleben“ von Kartons, das Einschrumpfen in Folie, der Einsatz von Siegeln, Plomben oder spezieller Sicherheitsklebebänder.
Identifizierte und verpackte Luftfracht muss bis zur Abholung separat gelagert und gegen unbefugten Zugriff wirksam verschlossen werden, z.B. durch einen Gitterverschlag oder einen separaten, verschlossenen Lagerraum. 

Die Abholung der Luftfracht darf nur von sicheren Spediteuren/Transporteuren durchgeführt werden. Dies ist vom Versender vor der Beauftragung zu prüfen und zu dokumentieren. Die Abholung ist ebenfalls zu dokumentieren. Dabei müssen der Fahrer und das Fahrzeug eindeutig identifiziert werden  (Spediteur und Überprüfung des Ausweises bei der Abholung), und der Versender hat sicherzustellen, dass das Fahrzeug verschlossen (Schloss, Siegel, Plombe) das Gelände verlässt.

Erfahren Sie mehr über die Sicherheitsanforderungen bei der Luftfracht sowie über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Zulassungen in dem Beitrag: „Gemeinsamkeiten von ZWB und bV: Was vereint den Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten und den bekannten Versender?“ von Marcus Hellmann, in: „AW-Prax (Außenwirtschaftliche Praxis)“, Ausgabe Januar 2012.

Quelle: Zeitschrift AW-Prax (Außenwirtschaftliche Praxis), Bundeanzeiger Verlagsges. mbH, Köln

Foto:  © Daniela Wolf - Fotolia.com

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