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Der wirtschaftliche Aufstieg Südkoreas

Südkorea hat seit den 60er-Jahren (lt. Duden) eine enorme wirtschaftliche Entwicklung vollzogen – vom bitter armen Agrarland zu einer erfolgreichen Exportwirtschaft. Die südkoreanische Volkswirtschaft steht mittlerweile in einigen Technologiebereichen sogar an der Weltspitze. Zurückzuführen sind diese Erfolge auf ein Maßnahmenpaket, vergleichbar mit der „Japan AG“, in dem Regierung und Wirtschaft eng zusammenarbeiten.

Deutschland ist heute zehntwichtigster Handelspartner Südkoreas und bedeutendster unter den europäischen Ländern. Über 40 Prozent aller Lieferungen aus dem Euroraum nach Korea stammen aus Deutschland. Durch das Freihandelsabkommen Koreas mit der EU sinken seit 2011 die Zölle und dürften im laufenden Jahr unter 10 Prozent fallen. Dies ist nahezu gleichbedeutend mit „Zollfreiheit“.

Der Freihandel bringt viele weitere Vorteile mit sich: Industriestandards und Zertifikationen werden gegenseitig anerkannt. Außerdem kann Südkorea durch die zusätzlichen Freihandelsabkommen mit China und Japan gut als asiatische Zentrale für europäische Unternehmen fungieren. Umgekehrt haben die Investitionen südkoreanischer Unternehmen leichteren Zugang nach Europa. Doch wie sieht es heute mit den Vorwürfen deutscher Unternehmen aus wie: „Billigexporte aus Korea überschwemmen den deutschen Markt“ oder „Südkorea schottet seine eigene Wirtschaft ab“. Stimmt dieses Bild hiesiger Unternehmen heute noch?

Dieses Bild stimmt immer weniger. 2012 erzielte Deutschland einen Rekordüberschuss gegenüber Südkorea von 5 Milliarden Euro, meldete Germany Trade & Invest (gtai). Hauptexportgüter sind Autos, Elektrotechnik und Elektronik sowie chemische Erzeugnisse. Die Einfuhren sanken dagegen, wie schon im Vorjahr, vor allem wegen einer nochmals gesunkenen Nachfrage nach Schiffen zurückgegangen.

Die Importe aus Deutschland stiegen 2012 um 4,0 Prozent auf 17,6 Milliarden US-Dollar. Das Wachstum fiel damit stärker aus als das der gesamten deutschen Ausfuhren in Höhe von 3,4 Prozent. Südkorea blieb damit nach der VR China und Japan der drittwichtigste Abnehmer deutscher Waren in Asien. Da die deutschen Einfuhren aus Südkorea erneut sanken, vergrößerte sich Deutschlands Überschuss im Warenhandel mit Südkorea auf 5,0 Milliarden Euro und war damit so hoch wie nie zuvor. Noch 2010 wies das Statistische Bundesamt ein Defizit im bilateralen Handel in Höhe von 1,0 Milliarden Euro aus.

Freihandel treibt Investitionen aus Deutschland an

Die Investitionen deutscher Unternehmen haben sich ebenfalls 2011 in Südkorea deutlich erhöht. Vor allem Chemieunternehmen investieren mehr als in den Vorjahren. Daneben gibt es Projekte in der Kfz-Zulieferindustrie. Ein Schwerpunkt sind Batterien für Hybrid- und Elektrofahrzeuge.

Nach Angaben des Ministry of Knowledge Economy (MKE) flossen 2011 insgesamt 874 Millionen US-Dollar an deutschen Direktinvestitionen nach Südkorea. Davon entfiel mit 469 Millionen US-Dollar mehr als die Hälfte auf das 4. Quartal 2011. Allein dieser Wert ist höher als die gesamten deutschen Investitionen in Südkorea in den Jahren 2009 oder 2010. Im Länderranking der ausländischen Investoren in Südkorea belegte Deutschland damit Rang zwei nach Japan. Die Daten sind jedoch nicht ganz aussagekräftig, da deutsche Firmen auch über Drittländer, wie beispielsweise die Niederlande in Südkorea investieren.

Die höchsten Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen kamen 2012 nach Angaben des Ministry of Knowledge Economy (MKE) aus Japan (3,7 Milliarden US-Dollar), der EU (2,9 Milliarden US-Dollar) und den USA (1,2 Milliarden US-Dollar). Zwei Drittel der Zuflüsse entfielen auf Greenfield- Investitionen und ein Drittel auf Fusionen und Beteiligungen.

Ende 2010 hatten deutsche Firmen in Südkorea nach Angaben der Deutschen Bundesbank 6,6 Milliarden Euro oberhalb der Meldefreigrenze von 3 Millionen Euro investiert. Damit war Südkorea das fünftwichtigste Zielland deutscher Investitionen in Asien. 2010 beschäftigten laut Bundesbank 223 deutsche Firmen insgesamt 33.000 Mitarbeiter in Südkorea und erzielten zusammen einen Umsatz von 17,9 Milliarden Euro. Hinzu kommen zahlreiche kleinere Firmen. Auf einer Liste des MKE von Firmen mit ausländischen Direktinvestitionen von Anfang 2013 finden sich etwa 470 Unternehmen, bei denen die wichtigsten Investoren aus Deutschland stammen.

Zu den in Südkorea produzierenden deutschen Firmen zählen beispielsweise Siemens, Bosch, Continental, Hella, Mahle, Mann + Hummel, Schaeffler, ZF, BASF, Merck, Bayer, Evo¬nik, Thyssen Krupp, Heraeus und Osram. Die Allianz zählt zu den größeren Lebensversicherern des Landes. DHL ist mit etwa 1.500 Mitarbeitern einer der wichtigsten Kurierdienste in Südkorea.

Weitere Informationen über die Entwicklung Südkoreas erhalten Sie in dem Beitrag: „Südkorea internationalisiert sich, Investitionen aus Asien, Teil 1“ von Dr. Thomas Kiefer, in: "AW-Prax (Außenwirtschaftliche Praxis)", Ausgabe September 2013.

Quelle: Zeitschrift "AW-Prax (Außenwirtschaftliche Praxis)", Ausgabe September 2013, Bundesanzeiger Verlag, Köln

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