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Dokumentenakkreditiv wieder up to date?

Dokumentenakkreditiv

Eine weit über hundert Jahre alte Geschäftspraxis erfreut sich immer noch großer Beliebtheit im internationalen Handelsgeschäft – der „dokumentäre Zahlungsverkehr“. Zu diesem überraschenden Ergebnis kam eine Untersuchung der Internationalen Handelskammer (ICC Global Survey 2012). Überraschend, weil immer häufiger bei unbekannten Geschäftspartnern aus Zeit- und Kostengründen auf das einfache Dokumenteninkasso oder gleich auf „Zahlung gegen offene Rechnung“ ausgewichen wird. Ein Fehler, wie sich in vielen Fällen herausgestellt hat. Hier sollten Sie als international Handeltreibender lieber weiterhin das Motto befolgen „Vertrauen ist gut, Vorsicht ist besser“. Denn gerade deutsche Lieferanten warten oft monatelang – gerade auch im vermeintlich „sicheren“ EU-Binnenmarktgeschäft – auf ihre Zahlungseingänge. Sie erleiden dadurch Liquiditätsengpässe, die sie teuer (bei Banken) vorfinanzieren müssen, wenn sie nicht gleich ganz von der Illiquidität in die Insolvenz gezogen werden wollen. Als sicherer Weg erweist sich noch immer der Einsatz von Bankinstrumenten und somit die alte Tradition des „dokumentären Zahlungsverkehrs“ – das Dokumenteninkasso oder – noch sicherer – das Dokumentenakkreditiv.

Gerade letztere Zahlungsmethode schien für viele Unternehmen nicht mehr zeitgemäß. Die aktuelle ICC-Untersuchung zeigt allerdings einen neuen Trend. In 2011 fand der Einsatz von Exportakkreditiven bei 25 Prozent der Exportunternehmen unverändert statt, hat bei 24 Prozent der exportierenden Unternehmen abgenommen, aber bei 51 Prozent aller exportierenden Unternehmen zugenommen!

Die Marktuntersuchung
Die ICC- Untersuchung erfolgte in einer Zeit großer Turbulenzen, die infolge der Finanzkrise den globalen Markt erschütterten. Finanzierungen von Unternehmensgeschäften galten lange Zeit als schwierig erhältlich oder gar nicht zugänglich, und das Misstrauen der Marktteilnehmer (Banken
wie auch Unternehmen) untereinander wuchs. In 2010 und 2011 ist der Untersuchung zufolge das Volumen der Handelsfinanzierungen (leicht) gefallen, weil Kreditlinien zurückgeführt wurden, während 20 % der befragten Untersuchungsteilnehmer im Jahr 2011 Anhebungen der Bankgebühren von

  • über die Hälfte der befragten Banken (51 %) ein Anwachsen der Exportakkreditivabwicklungen
  • und 56 % der befragten Banken einen Anstieg der Importakkreditivvolumina meldeten.


Hinzu kamen Zuwächse bei Exportgarantien (+ 46 %), StandbyLCs (+ 28 %)  und Exportinkassi (+43 %). Auf der Importseite waren die Zuwächse noch höher: Importgarantien (+47 %), ImportStandbyLCs (+50 %) und Importinkassi (+ 42 %).

Weltweite Transaktionen
Diesen von der ICC ermittelten Daten  stehen die Transaktionszahlen von SWIFT (Society of Worldwide Financial Telecommunication) gegenüber.

Die Transaktionszahlen spielen deshalb  eine Rolle in diesem Beitrag, weil Banken ihren gesamten Zahlungsverkehr untereinander (einschließlich der hier beschriebenen dokumentär unterlegten Verfahren Inkassi und Akkreditive) auf dem Wege des Nachrichtenaustauschs abwickeln und sich dazu der bereits seit fast 40 Jahren bestehenden Organisation von SWIFT bedienen. Deutschland ist übrigens der drittstärkste Nutzer des  SWIFT-Systems mit etwa 35 % am Nachrichtenaufkommen des Netzwerkes.

Wie aus dem Namen SWIFT hervorgeht, handelt es sich um eine Gesellschaft, die für Telekommunikation zwischen Banken weltweit sorgt. Träger der Gesellschaft mit Sitz in La Hulpe, Belgien, waren ursprünglich nur die Banken selber; inzwischen sind auch andere Finanzdienstleister Mitglied dieses geschlossenen Nutzerkreises. SWIFT ist gleichzeitig der Begriff für das Nachrichtennetz der Bankenwelt, die seit 1973 mit einem eigenen Netzwerk arbeitet und (Stand April 2012) in 212 Staaten und mit über 10.000 angeschlossenen Teilnehmern Nachrichten und Transaktionen abwickelt, im April 2012 insgesamt 1,5 Mrd. Nachrichten (18,1 Mio. täglich). Der Begriff „Telekommunikation“ im Namen SWIFT stellt ein häufiges Missverständnis klar: Über SWIFT wird kein Geld ausgetauscht, sondern nur Nachrichten.

Wie sich das Nachrichtenaufkommen im dokumentären Zahlungsverkehr (Akkreditiv) genau verhält, dies und mehr erfahren Sie in dem Beitrag: „Das Dokumenteninkasso oder – noch sicherer – das Dokumentenakkreditiv“ von Prof. Dr. Christoph Graf von Bernstorff, in: „AW-Prax (Außenwirtschaftliche Praxis)“, Ausgabe Juli 2012.

Quelle: Zeitschrift "AW-Prax (Außenwirtschaftliche Praxis)", Bundesanzeiger Verlag GmbH, Köln

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