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08.01.2019

Kenia: Geschäftschancen für deutsche Unternehmen

Von: C. Isken/Redaktion

Flagge von Kenia

©Pixabay

Deutschland ist unter den EU-Ländern ein bedeutender Handelspartner für Kenia – mit einem Anteil von rund 10 Prozent (2017) am Warenverkehr zwischen Kenia und der Europäischen Union. Das ostafrikanische Land bietet in verschiedenen Marktsektoren gute Geschäftschancen für deutsche Anbieter.

Aussichtsreiche Marktsektoren

Kenia gehört zu den afrikanischen Ländern, in denen es eine nennenswerte Zahl deutscher Firmenniederlassungen und -vertretungen gibt. Diese sind seit 1987 in der German Business Association (GBA) zusammengeschlossen, die gegenwärtig 67 Mitglieder hat, einschließlich deutscher Institutionen und Organisationen (politische Stiftungen usw.) vor Ort. Die in der GBA vertretenen Branchen umfassen ein breites Spektrum von Handels- und Dienstleistungsunternehmen.

Ausrüstungen, Transportmittel

Traditionell sind deutsche Handelshäuser in Kenia vertreten, mit jeweils unterschiedlichem Schwerpunkt wie etwa industrielle Teile und Zubehör oder Medizintechnik. Aus der Kfz-Branche sind vor allem die deutschen Marken Mercedes-Benz und BMW seit vielen Jahren in Kenia auf dem Markt, zum Teil über Kooperationen mit lokalen Firmen als Generalvertreter. Aus dem Bereich Maschinenbau sind Firmen aus Deutschland in Kenia engagiert, u. a. im Sektor Brauereitechnik und Textilmaschinen. 

Agroindustrie

Im wichtigen Sektor Gartenbau (Blumenzucht) sind seit vielen Jahren deutsche Investoren in Kenia im Geschäft. Auch in der Kaffeeerzeugung ist ein führender deutscher Konzern seit Langem in Kenia engagiert. Diese Bereiche gehören zusammen mit der Teeproduktion zu den Säulen der kenianischen Exportwirtschaft. Im Gartenbausektor ist neben der Blumenzucht auch die Obsterzeugung mit Export nach Europa eine Sparte, die Chancen für neue Engagements bietet. 

Konsumgüter, Pharma, Chemie

Die Konsumgüterbranche steht mit der Zunahme der aufstrebenden Mittelschicht unter Kenias Verbrauchern immer stärker im Fokus ausländischer Anbieter, vor allem aus den USA, aber u. a. auch aus Deutschland. Führende deutschen Pharmaunternehmen (Bayer, Boehringer) sind seit Jahrzehnten in Kenia aktiv, ebenso Chemieunternehmen (BASF). Das kenianische Gesundheitswesen bedarf noch vieler Investitionen in Erweiterung und Qualitätsverbesserung, vor allem im Bereich der öffentlichen Gesundheitsversorgung, aber auch im privatwirtschaftlich organisierten Sektor. Dies bedeutet weiterhin gute Chancen für hoch qualifizierte Anbieter auch aus Deutschland. 

Tourismus

Die deutschen Fernreisenden und Safariliebhaber stellen eine der größten Gruppen von Touristen in Kenia. Daher haben sich schon vor vielen Jahren die ersten deutschen Reiseveranstalter vor allem in Kenia niedergelassen, sowohl an der Küste als auch in einschlägigen Safariparks sowie mit Büros in Nairobi. Kenia gehört im Bereich Tourismus wohl weltweit zu den Ländern mit einer enormen Vielfalt der Möglichkeiten, wobei auch immer noch Raum für Neues und auch für neue Anbieter aus Deutschland gegeben ist.

ICT

Bei Informationstechnik und Telekommunikation gehört Kenia zu den führenden Ländern Afrikas, mit einer besonders lebhaften Start-up-Szene. Nicht zuletzt hat Kenia internationale Berühmtheit erlangt als Land, in dem das inzwischen bei Millionen von Menschen populäre Mobile Banking – Bankgeschäfte ohne Konto übers Handy – „erfunden“ wurde. Dazu hatten sich vor über zehn Jahren der führende kenianische Mobilfunkanbieter Safaricom (Vodafone-Tochter) mit lokalen Banken zusammengetan. Ein Software-Konzern aus Deutschland ist seit einigen Jahren vor Ort vertreten. Für weitere Engagements in diesem rasant fortschreitenden Technologiesektor dürfte vor allem für ideenreiche Jungunternehmer auch aus Deutschland genügend Raum bestehen. 

Beispiel: Erfolgreiches Beispiel eines deutschen Herstellers: Beiersdorf mit seiner weltweit populären Nivea-Marke produziert seit 2004 in Kenia. Dies ist eine der seltenen Produktionen vor Ort eines deutschen Unternehmens in Afrika und macht Beiersdorf in Ostafrika zu einem erfolgreichen Konkurrenten der US-Konzerne in dem Markt. Die Firma verkauft ihre Produkte zu erschwinglichen Preisen für die breite Bevölkerung, darunter auch spezielle Entwicklungen für afrikanische Verbraucher/-innen wie etwa die mit Vitamin E angereicherte „Nivea-Kakaobutter.

Messen und Delegationen als Startbasis

Kenia hat sich etwa seit dem Millennium sukzessive zu einem anerkannten Messestandort entwickelt. Jährlich finden etwa 30 Fachmessen statt, von denen etwa ein Drittel auch im Messeförderprogramm der Bundesrepublik Deutschland berücksichtigt wird. Schwerpunktsaison ist vor allem der September, in dem mehrfach Parallelveranstaltungen verschiedener Fachmessen in den hierfür geeigneten Konferenzgebäuden in Nairobi stattfinden.

Messen in Kenia 2019 im Förderprogramm des BMWi

  • Termin: 24.–26. 9. 2019
    Veranstaltungsort: Nairobi, Oshwal Convention Center 
    Medic East Africa
    
Medizintechnik, Gesundheit, Pharmazie, Pflege
TRADEX-Services GmbH (www.tradex-services.com
  • Termin: September 2019
    Veranstaltungsort: Nairobi, KICC
    Messen/Branchenschwerpunkte/Kontakt:
    PPP Expo – Plastics, Printing, Packaging Expo
 
    Kunststoff- und Gummiverarbeitung, Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen

    Expogroup Worldwide (www.expogr.com)

    Future Energy East Africa

    Energiewirtschaft (konventionelle und erneuerbare Energien)
    
Balland Messe-Service GmbH (www.balland-messe.de)

    INDUSMACH Kenya – Int. Trade Exhibition on Industrial Products, Tools, Machinery & Equipment
Expogroup Worldwide (www.expogr.com)

    KITE – Kenya International Trade Exhibition
Universal- und Mehrbranchenmessen für Investitions- und Konsumgüter
    
Expogroup Worldwide (www.expogr.com)

    FOODAGRO Kenya
International Food, Hotel & Agriculture Exhibition
    
Expogroup Worldwide (www.expogr.com)

    MEDEXPO Kenya
Medizintechnik, Gesundheit, Pharmazie, Pflege, Augenoptik, Dentalmedizin und -technik

    Expogroup Worldwide 
    (www.expogr.com)

  • Termin: September 2019
    Veranstaltungsort: Nairobi, Oshal Convention Center
    CIBEX East Africa
East and Central Africa’s Trade Fair for Construction, Infrastructure, Building and Energy

    Planetfair GmbH & Co. KG (www.planetfair.de)

    Scalex East Africa

    Logistik, Antriebs-, Förder- und Lagertechnik, Transport und Verkehr

    Expogroup Worldwide (www.expogr.com)

Quelle: Ausstellungs- und Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA) www.auma.de/de/ausstellen/messen-finden)

Delegations- und Markterkundungsreisen 

Eine weitere gute Möglichkeit zur ersten Markterkundung vor Ort ist für Newcomer im Kenia-Geschäft die Teilnahme an den immer mal wieder angebotenen Delegations- und Markterkundungsreisen im Rahmen der Förderprogramme des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) für deutsche KMU in schwierigen Regionen. Hinzu kommen die von Zeit zu Zeit auch vom Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft organisierten Delegationsreisen nach Ostafrika. Bei solchen Reisen werden in aller Regel mehrere Länder in Ostafrika – mindestens zwei – besucht, um den nicht unerheblichen finanziellen und organisatorischen Aufwand wirtschaftlicher zu machen. Hierbei ist Kenia normalerweise das Schwerpunktland, da sich angesichts der begrenzten Größe der Einzelmärkte in den ostafrikanischen Ländern deutsche Unternehmen häufig für die Marktbearbeitung vom Standort Nairobi aus entscheiden.

Weitere Informationen liefert der Länderbericht: „Kenia – Drehscheibe Ostafrikas“ von Inge Hackenbroch, in: Online-Anwendung „Export Plus“, Reguvis-Bundesanzeiger Verlag, Köln

Quelle: Online-Anwendung „Export Plus“, Reguvis-Bundesanzeiger Verlag, Köln



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