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08.04.2018

Investieren und kaufen in Vietnam

Flagge von Vietnam

Vietnam ist u. a. wegen seiner geografische Nähe zu China und seiner Zugehörigkeit zu den verschiedenen Freihandelsbestrebungen attraktiv für ausländische Investitionen. Darüber hinaus ist das Land auch für den Einkauf von Produkten ein wichtiger Standort.

Deutschland ist Vietnams größter Handelspartner in der EU, mit einem Handelsvolumen von 7,8 Milliarden US-Dollar (2014). Mit dem Free Trade Area (FTA) zwischen der EU und Vietnam wird diese Zahl weiter deutlich steigen. Wenn man sich aber die Statistiken der ausländischen Investoren in Vietnam anschaut, so nimmt Deutschland auf dem 22. Rang einen eher enttäuschenden Platz ein. Allerdings definieren die Statistiken die Herkunft der Investition nach der Herkunft des Kapitals, was dazu führt, dass zahlreiche Großinvestitionen deutscher Unternehmen nicht als solche erfasst werden, sondern Staaten wie den Niederlanden, Österreich, Malaysia oder Singapur zugerechnet werden. 

Deutsche Unternehmen gerne als Partner gesehen

Nach Einschätzung der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Vietnam (AHK Vietnam) werden insbesondere deutsche Unternehmen gern als Partner begrüßt. Die AHK verweist auf aussichtsreiche Märkte für Unternehmen aus der Bundesrepublik sowohl in der Industrie als auch im Konsumgüterbereich. Vor allem dem Maschinenbau, der Energie sowie der Medizin- und Umwelttechnik werde ein starkes Wachstum vorausgesagt. 

Ein starker Trend ist nach AHK-Angaben die Verlagerung oder Erweiterung der bestehenden Asienaktivitäten deutscher Firmen von China aus. Hier werden zuweilen die steigenden Lohnkosten in China als Motivation genannt, wobei aber ausdrücklich betont werden sollte, dass Vietnam nicht der preiswerteste Standort der Region ist. Das allein ist laut AHK allerdings sicher kein ausreichendes Argument, um eine strategische  Investitionsentscheidung für Vietnam zu treffen. Vielmehr sind die geografische Nähe zu China, die Zugehörigkeit Vietnams zu den verschiedenen Freihandelsbestrebungen sowie der Diversifizierungsgedanke die entscheidenden Faktoren. 

Einkauf in Vietnam 

Vietnam ist einer der weltweit wichtigsten Standorte für den Einkauf von Produkten und Dienstleistungen. Der Wert des vietnamesischen Dong hat regelmäßig gegenüber dem internationaler Währungen abgenommen, was die vietnamesischen Exporteure befeuert. Auch die Lage des Landes ist günstig für den internationalen Handel. Exporte von Vietnam in die EU unterliegen dem „Generalised System of Preferences“, einer Zollverminderung, die die Union für Güter aus sich entwickelnden Märkten gewährt. 

Ebenso gewähren unter anderem die USA, die ASEAN-Staaten, Korea und Japan Importen aus Vietnam besondere Erleichterungen. Doch Unternehmen aus dem Ausland, die in Vietnam Produkte oder Dienstleistungen erwerben, sollten bestimmte Bestimmungen und Regeln kennen.

Die Mehrwertsteuer für aus Vietnam exportierte Güter beträgt 0 Prozent. Dasselbe gilt für exportierte Dienstleistungen. Aber es gibt Ausnahmen. So wird der gewöhnliche Mehrwertsteuersatz von 10 Prozent angewendet, wenn der ausländische Empfänger der Leistungen eine dauerhafte Niederlassung in Vietnam hat.


Datenschutz bei der Vertragsgestaltung berücksichtigen

Da ausländische Unternehmen in Vietnam vielfach IT-Dienstleistungen einkaufen, die eine Datenübertragung von Vietnam ins Ausland erfordern, spielt Datenschutz eine wichtige Rolle. Zwar gibt es nach Angaben der Beratungsgesellschaft Rödl & Partner eine Reihe von entsprechenden Gesetzgebungen, gleichwohl ist das öffentliche Bewusstsein für die Problematik gering. Deshalb sollten Verträge in diesem Bereich für den Fall eines Datenlecks eine Strafklausel enthalten. 


Bestimmungen für geistiges Eigentum beachten 

Unternehmen sollten aber auch die Bestimmungen für geistiges Eigentum kennen. Denn in manchen Fällen unterliegen die in Vietnam eingekauften Produkte Bestimmungen für geistiges Eigentum von Dritten. Handelsmarken können auf der – vietnamesischsprachigen – Homepage des National Office of Intellectual Property (NOIP) recherchiert werden. Nach vietnamesischem Recht ist der Verkäufer dafür verantwortlich, dass das gehandelte Produkt nicht die Rechte an geistigem Eigentum eines Dritten verletzt. 

Käufer als Vertreter, Makler oder Agent

Was die Vertretung eines ausländischen Unternehmens betrifft, unterscheidet das vietnamesische Handelsgesetzbuch laut Rödl & Partner auf Seiten des Käufers zwischen Vertretern, Maklern und Agenten. Vertreter führen demnach Geschäfte im Namen und unter Anleitung des Käufers aus. Sie werden (generell) unabhängig davon bezahlt, ob zwischen Käufer und Lieferanten ein Vertrag zustande kommt. Makler vermitteln Geschäfte zwischen Käufer und Lieferanten. Sie werden (generell) nur bezahlt, wenn zwischen diesen Parteien ein Kontrakt zustande kommt. Agenten machen Geschäfte im eigenen Namen aber im Interesse des Käufers (was bedeutet, dass der Käufer automatisch Besitzer der Waren wird, die der Agent erwirbt). Sie werden (generell) nur bezahlt, wenn sie einen Vertrag mit dem Lieferanten abschließen.

Quelle: Zeitschrift "AW-Prax (Außenwirtschaftliche Praxis)", Bundesanzeiger Verlag, Köln

 

 



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