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31.07.2018

Auslandsinvestitionen in Thailand sehr willkommen

Von: C. Isken/Redaktion

Flagge von Thailand

Auch wenn der thailändische Markt für ausländische Investoren streng reguliert ist, gibt es zahlreiche staatliche Förderungsmöglichkeiten, die eine Investition attraktiv machen. Das gilt besonders für die technologieorientierten Branchen, wie der folgende Beitrag zeigt.

Die wirtschaftlichen Aussichten des Landes werden von der Germany Trade and Invest (gtai) als aussichtsreich skizziert. Thailand lässt demnach 2018 ein solides Wachstum erwarten. Die Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt werden mit 3,5 Prozent beziffert. Investitionsneigung und Verbrauchervertrauen stimmen nach gtai-Einschätzung positiv. Die Rahmenbedingungen in Preisen, Wechselkurs und Finanzen sind stabil, während die Business Ratings ein attraktives Geschäftsklima bescheinigen.

Angetrieben werde der insgesamt recht positive Ausblick auf mittlere Sicht vor allem vom robusten privaten Konsum, gestiegenen Agrarpreisen, der Erholung des Exports und dem florierenden Tourismus. Großprojekte in der Verkehrsinfrastruktur, die ein Investitionsvolumen von rund 50 Milliarden US-Dollar umfassten, trieben die Wirtschaft weiter an. Insgesamt 36 Projekte über 25 Milliarden US-Dollar wurden nach Angaben des thailändischen Transportministeriums 2017 zur Investitionsreife gebracht. Die Asian Development Bank (ADB) sagt einen Zuwachs von 3 bis 4 Prozent bei den Privatinvestitionen voraus, begründet mit der exportbedingt hohen Kapazitätsauslastung von teilweise über 90 Prozent in Kernbranchen wie Chemie, Elektronik oder elektrischen Komponenten.

Auslandsinvestitionen willkommen

Auslandsinvestitionen sind in Thailand besonders in technologieorientierten Branchen sehr willkommen. Das Board of Investment (BoI) fördert sie unter anderem durch Steuerermäßigungen und beschleunigte Genehmigungsverfahren. Das AA weist darauf hin, dass Auslandsinvestitionen in bestimmten Bereichen, etwa im Servicesektor, nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen zulässig sind; in anderen Sektoren darf die ausländische Beteiligung 49 Prozent nicht überschreiten. Viele Sektoren haben aber auch keine Beteiligungsgrenzen (etwa im produzierenden Gewerbe mit BOI Förderung). Grundlagen regelt der „Foreign Business Act (FBA)“. Eine neue aufgelegte Investitionsstrategie des BOI mit Förderungen für bestimmte Investitionen und neuen Beteiligungsgrenzen trat 2015 in Kraft. Schwerpunkt sind unter anderem der High-Tech-Bereich sowie Investitionen mit hoher Wertschöpfung. 

Nach Angaben von gtai sollen zehn innovative Cluster mit dem Eastern Economic Corridor als Flaggschiff die industrielle Entwicklung in den kommenden Jahren fördern. Im Jahr 2016 wurden demnach bei den Auslandsinvestitionen 908 Projekte in Höhe von 8,5 Milliarden US-Dollar registriert. Wichtigste Branchen waren Automobilbau, Petrochemie, Elektrotechnik und Elektronik. Neue Cluster sind Aerospace, Roboter, Biochemie sowie digitale und smarte Technologien. Der globale Foreign Direct Investment Confidence Index von A.T. Kearny, hob Thailand um zwei Stufen auf Rang 19 an.

Mit der Formel „Thailand 4.0“ will das südostasiatische Land für ein nachhaltigeres Wachstum sorgen. Zehn innovative Hightech-Cluster wurden dazu identifiziert – unter anderem Biotechnologie, Aerospace, smarte Elektronik, Roboter, Digitaltechnik, Medizin- und Wellnesstourismus. Die ADB verweist allerdings auf Lücken beim Humankapital aufgrund des inadäquaten Bildungssystems. Auch die Weltbank konstatierte eine anhaltende Schwäche in der Gesamtfaktorproduktivität. Eine gewisse Unsicherheit geht zudem von der Volatilität des Baht aus, insbesondere für die Akteure im Außenhandel. 

Die neuen Hightech-Industrien werden mit Steueranreizen bis zu 15 Jahren gefördert. Zentrum der Zukunftsoffensive wird der Eastern Economic Corridor. Bis 2020 sollen private und öffentliche Investitionen über 43 Milliarden US-Dollar in ihn fließen. Die größten Posten werden nach gtai-Angaben in Industrie (14 Milliarden US-Dollar), Städten und Hospitälern (11,5 Milliarden US-Dollar), dem Tourismus (5,7 Milliarden USDollar) sowie dem U-Tapao International Airport (5,7 Milliarden US-Dollar) gesehen. Hinzu kommen die Häfen Map Ta Phut und Laem Chabang, Straßen und Dual-track-Eisenbahnstrecken sowie ein Hochgeschwindigkeitszug. Zum Aufbau der Infrastruktur genehmigte das EEC Committee zum Jahresbeginn 168 Projekte im Gesamtwert von rund 32 Milliarden US-Dollar. Von der Finanzierung sollen Public-private-Partnerships (PPP) 59 Prozent bestreiten, der Staatshaushalt soll 30 Prozent beitragen, die Staatsunternehmen 10 Prozent und die Royal Thai Army 1 Prozent. Unterstützung erhält das PPP-Konzept vor allem vom State Enterprise Policy Office.

Freihandelsabkommen mit Deutschland

Thailand steht derzeit in Verhandlungen über Freihandelsabkommen mit mehreren Handelspartnern. Mit Japan hat das südostasiatische Land bereits 2007 ein entsprechendes Regelwerk besiegelt. 2009 hat es seine bereits bestehenden Freihandelsabkommen mit Australien und Neuseeland im ASEAN-Rahmen erweitert und sich dem Abkommen ASEAN-Korea angeschlossen. Für Deutschland und die EU besonders relevant sind die 2013 aufgenommenen Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen.

Quelle: Auszug aus dem Länderreport Thailand der Zeitschrift "AW-Prax (Außenwirtschaftliche Praxis)", Bundesanzeiger Verlag, Köln



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