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09.03.2019

Ägypten: Do’s and Don’ts im Geschäftsverkehr

Von: C. Isken/Redaktion

Flagge Ägyptens

Die Business-Kultur in Ägypten ist konservativ und hierarchisch und enthält eine Vielzahl von ungeschriebenen Verhaltensregeln, die auch für den Geschäftsbesucher aus dem Ausland gelten.

Zu den Vorschriften des geschäftlichen Miteinanders gehört in Ägypten ein genau vorgeschriebener Bekleidungscode. Der beinhaltet für Herren dunkle, formelle Anzüge mit Krawatte und für Damen gut geschnittene Kostüme oder Kleider, ggf. auch Hosenanzüge, mit weitestmöglicher Körperbedeckung beinhaltet (keine Ausschnitte, Miniröcke, ärmellose Blusen und Ähnliches). Die ägyptische Gesellschaft wie auch Unternehmen sind hierarchisch strukturiert, wobei großer Wert auf Seniorität und Titel gelegt wird, die auch in der Anrede benutzt werden sollten, ansonsten „Mr“ oder „Mrs“/„Miss“ mit dem Nachnamen. Es ist ein islamisches Land, daher sollte in der Öffentlichkeit kein Alkohol getrunken oder Schweinefleisch gegessen werden, ebenso sollten Damen möglichst vom Rauchen in der Öffentlichkeit absehen. Visitenkarten werden mit der rechten Hand ausgetauscht und sollten „respektvoll“ behandelt werden. Bei der Begrüßung ist ein Händedruck (mit der rechten Hand) üblich, ggf. zwischen Personen verschiedenen Geschlechts auch nur ein höfliches Kopfnicken oder eine angedeutete Verbeugung (islamische Sitte/Berührungsverbot zwischen Männern und Frauen).

Regeln der geschäftlichen Kommunikation

Die Art der Kommunikation ist in Ägypten – wie generell in der arabischen sowie auch afrikanischen Welt – immer indirekt, insbesondere im Geschäftsverkehr, wo ein „Nein“ niemals ausgesprochen wird und ein „Ja“ keinesfalls absolute Bedeutung hat. Daher muss immer auch die nonverbale Kommunikation beachtet werden, um herauszufinden, was gemeint ist. Zwischen Gesprächspartnern desselben Geschlechts ist direkter Augenkontakt angesagt, allerdings sollte zwischen Personen verschiedenen Geschlechts eher ein indirekter Kontakt bevorzugt werden, da zu direkter Augenkontakt auch als „Anmache“ missinterpretiert werden könnte. Auch bei dem üblichen „Smalltalk“ am Anfang von geschäftlichen Besprechungen müssen gewisse Regeln beachtet werden, etwa die Vermeidung von religiösen/politischen, ggf. kontrovers diskutierten Themen. Hier sollten vielmehr allgemeine, eher oberflächliche Bemerkungen und Fragen zur Befindlichkeit – der eigenen oder der Familie – gemacht werden oder eventuell allgemein anerkennende Worte zu Land und Leuten und kulturell interessanten Stätten usw. geäußert werden, da Ägypter gerne Komplimente hören. Bei Einladungen in private Residenzen sind kleine Geschenke üblich – aber eben nur kleine (etwa Gebäck und Süßigkeiten), denn größere oder wertvollere Präsente könnten eventuell als „Bestechung“ missinterpretiert werden und würden auf jeden Fall vom Beschenkten als Peinlichkeit empfunden werden, u. a. auch, weil damit eine Verpflichtung entsteht, sich entsprechend zu revanchieren.

Verhandlungen mit dem Businesspartner

Selbst bei offiziellen geschäftlichen Meetings kann nicht mit pünktlichem Beginn gerechnet werden, denn das Zeitkonzept ist in Ägypten ein anderes als etwa in Westeuropa – dennoch sollte der ausländische Partner selbst auf Pünktlichkeit bedacht und gleichzeitig auf längeres Warten eingestellt sein. Die Agenda der Besprechung sollte man dem ägyptischen Partner überlassen, der auch Beginn und Ende des Meetings moderiert. Da Seniorität im ägyptischen Wirtschaftsleben wichtig ist, sollte man auf die Anwesenheit älterer Personen achten bzw. selbst ggf. auch ältere Personen dazu einladen. „Feilschen“ ist im ägyptischen Wirtschaftsleben selbstverständlich, allerdings sollte kein übermäßiger Druck auf Entscheidungsträger ausgeübt werden. Vielmehr ist hierbei Geduld angesagt, da Entscheidungen zwar an der Spitze gefällt werden, aber immer nach ausreichenden Besprechungen auf Gruppenebene, damit von dort Rückhalt gesichert wird.

Unterstützung von der Deutsch-Arabische Handelskammer

Zu den Serviceleistungen der Deutsch-Arabische Handelskammer (AHK Ägypten), die neben ihrem Hauptsitz in Kairo noch Zweigniederlassungen in Alexandria und Ismailiyah sowie in Berlin unterhält, gehören u. a. Beratung vor allem mittelständischer Unternehmen über Fragen des Markteintritts oder der Marktexpansion, Hilfestellung bei Einfuhrformalitäten, Vermittlung qualifizierter Handelsvertreter sowie auch die Organisation von Informations- und Werbeveranstaltungen, Messen und Kongressen oder von Unternehmerdelegationen. 

Weitere wichtige Informationen erhalten Sie im Beitrag Ägypten – Sprungbrett nach Afrika von Inge Hackenbroch, in der Online-Anwendung Export Plus.

Quelle: Export Plus Online, Reguvis | Bundesanzeiger Verlag, Köln

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