Betreuungsverein: Unterschied zwischen den Versionen

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==Allgemeines==
 
==Allgemeines==
Den anerkannten '''Betreuungsvereinen''' misst der Gesetzgeber eine große Bedeutung bei der Umsetzung des [[Betreuungsgesetz]]es in die Praxis zu. Es handelt sich um [[wikipedia:de:eingetragener Verein|eingetragene Vereine]]. Zurzeit existieren in Deutschland etwa 830 Betreuungsvereine. Die Zahl ist seit einigen Jahren leicht rückläufig, zumal einige [[Bundesländer]] und Kommunen die Finanzierung für die sog. [[Querschnittsarbeit]] (mit Ehrenamtlichen) beschränkt oder eingestellt haben.
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Den anerkannten '''Betreuungsvereinen''' misst der Gesetzgeber eine große Bedeutung bei der Umsetzung des [[Betreuungsgesetz]]es in die Praxis zu. Es handelt sich um [[wikipedia:de:eingetragener Verein|eingetragene Vereine]]. Zurzeit existieren in Deutschland etwa 840 Betreuungsvereine (Stand Ende 2014).  
  
 
Die Grundkonzeption eines Betreuungsvereines hat der Gesetzgeber aus dem Bereich der kirchlichen [[wikipedia:de:Sozialarbeit|Sozialarbeit]] stammenden Konzept der „organisierten Einzelvormundschaft“ übernommen. Hiernach führen ehrenamtliche Mitglieder des Vereins die Betreuungen und werden von den hauptamtlichen Fachkräften bei schwierigen Einzelfragen unterstützt.
 
Die Grundkonzeption eines Betreuungsvereines hat der Gesetzgeber aus dem Bereich der kirchlichen [[wikipedia:de:Sozialarbeit|Sozialarbeit]] stammenden Konzept der „organisierten Einzelvormundschaft“ übernommen. Hiernach führen ehrenamtliche Mitglieder des Vereins die Betreuungen und werden von den hauptamtlichen Fachkräften bei schwierigen Einzelfragen unterstützt.
  
Für die Tätigkeit eines Betreuungsvereines ist es erforderlich, dass dieser nach {{Zitat de §|1908f|bgb}} (in Verbindung mit Landesrecht) von der zuständigen Behörde (meist überörtliche [[Betreuungsbehörde]]) anerkannt wurde.
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Für die Tätigkeit eines Betreuungsvereines ist es erforderlich, dass dieser nach § 1908f BGB (in Verbindung mit Landesrecht) von der zuständigen Behörde (meist überörtliche [[Betreuungsbehörde]]) anerkannt wurde.
  
 
==Bestellung zum Vereinsbetreuer==
 
==Bestellung zum Vereinsbetreuer==
Hauptamtliche Mitarbeiter des Betreuungsvereines können in dieser Eigenschaft gemäß {{Zitat de §|1897|bgb}} Abs. 2 BGB zum [[Betreuer]] bestellt werden. Sie sind rechtlich Einzelbetreuer. Voraussetzung ist die Zustimmung des Vereins und des Mitarbeiters. Der Vereinsmitarbeiter ist von dienstlichen Weisungen in Bezug auf die Führung der Betreuung weitgehend frei. Allerdings kann der Verein jederzeit die [[Betreuerwechsel|Entlassung]] als Betreuer beim [[Vormundschaftsgericht]] verlangen ({{Zitat de §|1908b|bgb}} BGB).
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Hauptamtliche Mitarbeiter des Betreuungsvereines können in dieser Eigenschaft gemäß § 1897 Abs. 2 BGB zum [[Betreuer]] bestellt werden. Sie sind rechtlich Einzelbetreuer. Voraussetzung ist die Zustimmung des Vereins und des Mitarbeiters. Der Vereinsmitarbeiter ist von dienstlichen Weisungen in Bezug auf die Führung der Betreuung weitgehend frei. Allerdings kann der Verein jederzeit die [[Betreuerwechsel|Entlassung]] als Betreuer beim [[Betreuungsgericht]] verlangen (§ 1908b BGB).
  
Auch der Verein selbst kann zum Betreuer bestellt werden, wenn eine Betreuung durch eine natürliche Person nicht ausreicht ({{Zitat de §|1900|bgb}} BGB). Er muss die tatsächliche Führung der Betreuung einem oder mehreren Mitarbeitern oder Mitgliedern übertragen und seine Entlassung aus dem Amt beantragen, sobald eine natürliche Person als Betreuer ausreichend ist. Gegen die Personalauswahl des Vereines kann der Betreute bei Gericht [[Beschwerde]] einlegen ({{Zitat de §|69c|fgg}} Abs. 2 FGG).
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Auch der Verein selbst kann zum Betreuer bestellt werden, wenn eine Betreuung durch eine natürliche Person nicht ausreicht (§ 1900 BGB). Er muss die tatsächliche Führung der Betreuung einem oder mehreren Mitarbeitern oder Mitgliedern übertragen und seine Entlassung aus dem Amt beantragen, sobald eine natürliche Person als Betreuer ausreichend ist. Gegen die Personalauswahl des Vereines kann der Betreute bei Gericht [[Beschwerde]] einlegen (§ 291 FamFG).
  
Ist der Verein selbst zum Betreuer bestimmt, darf er nicht über eine [[Sterilisation]] entscheiden ({{Zitat de §|1900|bgb}} Abs. 5 BGB).
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Ist der Verein selbst zum Betreuer bestimmt, darf er nicht über eine [[Sterilisation]] entscheiden (§ 1900 Abs. 5 BGB).
  
Für die Tätigkeit seiner [[Vereinsbetreuer]] kann der Verein gem. {{Zitat de §|7|vbvg}} [[Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz]] [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]] beantragen. Außerdem ist als [[befreiter Betreuer]] von einigen Formerfordernissen befreit, beispielsweise der [[Rechnungslegung]]spflicht.  
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Für die Tätigkeit seiner [[Vereinsbetreuer]] kann der Verein gem. § 7 VBVG ([[Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz]]) [[Aufwendungsersatz]] und [[Betreuervergütung]] beantragen. Außerdem ist als [[befreiter Betreuer]] von einigen Formerfordernissen befreit, beispielsweise der [[Rechnungslegung]]spflicht.
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Vereinsmitarbeiter können auch als [[Verfahrenspfleger]] bestellt werden. Der Vergütungsanspruch liegt wie beim Vereinsbetreuer beim Verein (§ 277 Abs. 4 FamFG).
  
 
==Querschnittsaufgaben==
 
==Querschnittsaufgaben==
 
Der Verein hat über die Führung von Betreuungen hinaus eine planmäßige Gewinnung, [[Beratung]] und [[Ausbildung|Fortbildung]] [[Betreuer (Ehrenamt)|ehrenamtlicher Betreuer]] durchzuführen. Nach einigen Landesbestimmungen hat er in örtlichen [[Betreuungsarbeitsgemeinschaft]]en zur Koordination mitzuwirken. Für diese Tätigkeiten werden in den meisten Bundesländern und z.T. durch Kommunen Zuschüsse gewährt.
 
Der Verein hat über die Führung von Betreuungen hinaus eine planmäßige Gewinnung, [[Beratung]] und [[Ausbildung|Fortbildung]] [[Betreuer (Ehrenamt)|ehrenamtlicher Betreuer]] durchzuführen. Nach einigen Landesbestimmungen hat er in örtlichen [[Betreuungsarbeitsgemeinschaft]]en zur Koordination mitzuwirken. Für diese Tätigkeiten werden in den meisten Bundesländern und z.T. durch Kommunen Zuschüsse gewährt.
  
Seit dem 1. Januar 1999 haben Betreuungsvereine auch planmäßig über [[Vorsorgevollmacht]]en und [[Betreuungsverfügung]]en zu informieren. Personen, die Vorsorgevollmachten errichten wollen, dürfen seit dem 1. Juli 2005 von anerkannten Betreuungsvereinen beraten werden.
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Seit dem 1. Januar 1999 haben Betreuungsvereine auch planmäßig über [[Vorsorgevollmacht]]en und [[Betreuungsverfügung]]en zu informieren. Personen, die [[Vorsorgevollmacht]]en errichten wollen, dürfen seit dem 1. Juli 2005 von anerkannten Betreuungsvereinen beraten werden.
  
Im Jahre 2005 wurden von den am Jahresende bestehenden 832 Betreuungsvereine insgesamt 646 durch Landesmittel gefördert. Insgesamt förderten alle Bundesländer zusammen mit 9,737 Mio. Euro, das bedeutete eine durchschnittliche Vereinsförderung von 15.073 Euro je Verein bzw. eine Zahlung von ca: 118 Euro je 1000 Einwohner. Die Kommunalförderung wird nicht bundesweit statistisch erfasst, da sie dazu zu unterschiedlich ist.
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Die Zahl der anerkannten Betreuungsvereine (§ 1908f BGB) stieg 2014 auf 838 (gegenüber 832 im Jahr 2013). Durch Landesmittel gefördert wurden 619 Vereine (2012: 615). Die Fördersumme betrug 2014 10.286 Mio. € (2013 10.342 Mio. €). Dies war 2014 bundesweit je 1.000 Einwohner eine Summe von 126,86.  Bei den 2014er Zahlen fehlen die Fördersummen aus dem Saarland (2013: 293.000,– €). Es gibt weiterhin erhebliche Unterschiede in den Bundesländern.
  
  
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==Rechtsprechung==
 
==Rechtsprechung==
  
*[http://www.jusline.de/index.php?cpid=6d44c6cd2f88632271f33c6fcd336a73&law_id=192&paid=6&feed=16271 Bundesverwaltungsgericht: kein Rechtsanspruch auf Kommunalförderung von Betreuungsvereinen; Beschluss B 44.06 vom 5.7.2006]
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*[http://www.jusline.de/index.php?cpid=6d44c6cd2f88632271f33c6fcd336a73&law_id=192&paid=6&feed=16271 Bundesverwaltungsgericht: kein Rechtsanspruch auf Kommunalförderung von Betreuungsvereinen; Beschluss vom 05.07.2006], 3 B 44.06
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*[http://www.bundesfinanzhof.de/www/entscheidungen/2009.4.01/11R6706.html Bundesfinanzhof, Urteil vom 17.02.2009], XI R 67/06; BtPrax 2009, 120,  zur Umsatzsteuerfreiheit von Betreuungsvereinen
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'''Finangericht Niedersachsen, Urteil vom 14.01.2010, 5 K 162/09''':
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Die von einem Betreuungsverein, der einem anerkannten Verband der freien
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Wohlfahrtspflege angeschlossen ist, durch seine [[Vereinsbetreuer]]
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erbrachten Betreuungsleistungen sind sowohl gegenüber bemittelten als
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auch gegenüber mittellosen Personen steuerfrei gemäß § 4 Nr. 18 UStG
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bzw. nach Art. 13 A Abs. 1 Buchstabe g) i.V.m. Art. 13 A Abs. 2
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Buchstabe a) 3. Spiegelstrich der Richtlinie 77/388/EWG (jetzt: Artikel
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132 und Artikel 133 der Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28.11.2006
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über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem, MwStSystRL).
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'''VGH München, Beschluss vom 14. April 2010, 4 ZB 09.910: Zum Widerruf der Anerkennung als Betreuungsverein''':
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Ein Fehlverhalten eines Mitarbeiters eines Betreuungsvereins führt nicht generell zu dessen Ungeeignetheit. Wenn der Mitarbeiter fortwährend von den Betreuungsgerichten als Betreuer eingesetzt wird, belegt dies, dass er keineswegs allgemein als ungeeignet angesehen wird. Daran ändert nichts, dass in einem Fall durch rechtskräftigen Gerichtsbeschluss die Ungeeignetheit des Mitarbeiters für die Betreuung in einem bestimmten Einzelfall gerichtlich festgestellt worden ist. Von einer generellen Ungeeignetheit dieses Mitarbeiters kann unter diesen Umständen nicht ausgegangen werden.
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Eine bestimmte Quantität der Bemühungen wird von § 1908f Abs. 1 Nr. 2 und 2a BGB nicht vorgeschrieben. Die entsprechenden Bemühungen hängen somit ersichtlich von der Größe des Vereins, der Anzahl seiner Mitarbeiter und den ihm zur Verfügung stehenden Fördermitteln ab.
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Dem § 1908f Abs. 1 BGB ist im Einzelnen nicht zu entnehmen, wie und unter welchen Umständen und mit welcher Organisationsstruktur Vereinsmitarbeiter zu beaufsichtigen sind. Auch der Landesgesetzgeber hat hierzu, obwohl ihm in § 1908f Abs. 3 Satz 2 BGB die Kompetenz hierfür eingeräumt ist, in seinem Gesetz zur Ausführung des Betreuungsgesetzes (AGBtG) keine konkreteren Anforderungen geregelt. Einen allgemein bestehenden Rechtsgrundsatz, dass bei Einsetzung etwa der Ehefrau eines Beschäftigten des Vereins als Vereinsvorstand nicht mehr von einer Aufsicht auszugehen ist, gibt es nicht.
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'''OLG Koblenz, Beschluss vom 23.06.2010, 13 WF 408/10''', FamRZ 2011, 61:
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Kein Aufwandsentschädigungs- oder Vergütungsanspruch für Vereinsvormund, wenn der Verein als juristische Person zum Vormund bestellt wird.
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'''BGH Beschl v 25.5.2011, XII ZB 625/10''',  BtPrax 2011, 274 = FamRB 2011, 280 = FamRZ 2011, 1394 (mAnm Bienwald) = = FGPrax 2011, 231 =JAmt 2011 363  = Rpfleger 2011, 602 = ZKJ 2011, 471:
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# Wird ein Verein gem § 1791 a BGB selbst zum Vormund bestellt, kann er gem § 1836 III BGB keine Vergütung und keinen Aufwendungsersatz verlangen (Änderung der Senatsrechtsprechung - Beschl v 14.3.2007 , XII ZB 148/03 , FamRZ 2007, 900).
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# Wird der Mitarbeiter eines Vereins, der gemäß § 1791 a BGB iVm § 54 I SGB VIII zur Übernahme von Vormundschaften geeignet ist, zum Vormund bestellt und ist er im Verein ausschließlich oder teilweise als solcher tätig (§ 1897 II 1 BGB analog), kann der Verein in entsprechender Anwendung von § 7 VBVG eine Vergütung und Aufwendungsersatz von der Staatskasse beanspruchen (im Anschl an Beschl v 14.03.2007 , XII ZB 148/03 , FamRZ 2007, 900). Hinweis der Red: am gleichen Tag ergingen die Parallelentscheidungen XII ZB 626/10, BeckRS 2011, 19097 und XII ZB 627/10, BeckRS 2011, 19098.
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'''AG Mannheim, Beschluss vom 27.03.2014, Kaf 5 XVII 1277/12''':
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# Für die Verlängerung einer Betreuung gelten die Regeln über die erstmalige Auswahl gem. § 1897 BGB.
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# Ein Vereinsbetreuer ist dann nicht zu bestellen, wenn seinem Betreuungsverein die landesrechtliche Anerkennung fehlt. Darin liegt keine übermäßige oder systemwidrige Beschränkung, sondern verhält sich spiegelbildlich zur Befugnis des Betreuungsvereins, ihren Betreuer austauschen zu können.
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'''AG Mannheim, Beschluss vom 17.04.2014, Se 5 XVII 1257/10''':
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# Die Entlassung eines Betreuers setzt nicht stets eine Gefährdung des Wohls des Betreuten voraus, dazu kann die fehlende Anerkennung des Betreuungsvereins im Bundesland des neuen Wohnsitzes des Betreuten genügen.
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# Die Anordnung einer Betreuung bedeutet kein garantiertes Beschäftigungsverhältnis; auch die besondere Stellung der Betreuungsvereine rechtfertigt nicht die Annahme des Gegenteils.
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'''VG Ansbach, Urteil vom 17.11.2015, AN 1 K 15.01184''':
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# Ein Widerruf der Anerkennung eines Betreuungsvereins ist nur möglich, wenn die Voraussetzungen des § 1908f BGB nicht mehr vorliegen.
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# § 1908f BGB setzt nicht voraus, dass alle Mitarbeiter des Vereins fachlich geeignet sein müssen, sämtliche Aufgaben i.S. des § 1908f BGB zu erfüllen. Ausreichend ist vielmehr, dass die Mitarbeiter des Vereins in ihrer Gesamtheit dazu in der Lage sind.
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# Vor dem Widerruf der Anerkennung eines Betreuungsvereins hat die zuständige Behörde zu prüfen, ob auch weniger einschneidende Maßnahmen, z.B. die nachträgliche Auflage, einen bestimmten Mitarbeiter des Vereins nicht mit der Wahrnehmung von Aufgaben als Vereinsbetreuer zu betrauen, ausreichend sind.
  
 
==Literatur==
 
==Literatur==
 
===Bücher===
 
===Bücher===
 
===Bücher im Bundesanzeiger-Verlag===
 
===Bücher im Bundesanzeiger-Verlag===
*[http://shop.bundesanzeiger-verlag.de/1524911_Familie_Betreuung_Soziales_Die_Verguetung_des_Betreuers.html Deinert/Lütgens: Die Vergütung des Betreuers; Nauauflage 2008]
 
*[http://shop.bundesanzeiger-verlag.de/1524857_Familie_Betreuung_Soziales_Die_Haftung_des_Betreuers.html Deinert/Lütgens/Meier: Die Haftung des Betreuers (Neuauflage 2007)]
 
  
 
===Weitere Bücher===
 
===Weitere Bücher===
* [http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3170067761/internetsevon-21 Deinert: Arbeitshilfe für Betreuungsvereine] [http://www.horstdeinert.de/betreuungsvereine.htm Infos hierzu ], 2. Auflage, Frankfurt 1996, ISBN 3170067761
+
* [http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3170067133/internetsevon-21 Deinert: Arbeitshilfe für Betreuungsvereine] [http://www.horstdeinert.de/betreuungsvereine.htm Infos hierzu ], 2. Auflage, Frankfurt 1996, ISBN 3170067761
 
*[http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3811430645/internetsevon-21 Klie/Bauer: Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten richtig beraten, 2. Auflage 2005 ][http://www.horstdeinert.de/rezensionen.htm#bauer-klie Buchrezension ], ISBN 3811430645
 
*[http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3811430645/internetsevon-21 Klie/Bauer: Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten richtig beraten, 2. Auflage 2005 ][http://www.horstdeinert.de/rezensionen.htm#bauer-klie Buchrezension ], ISBN 3811430645
  
 
===Zeitschriftenbeiträge===
 
===Zeitschriftenbeiträge===
 
*Bauer/Mahr: Haftung der Vereinsbetreuer; BtMan 2005, 78
 
*Bauer/Mahr: Haftung der Vereinsbetreuer; BtMan 2005, 78
*Becker-Laros: Die Vergütung des Vereinsbetreuers, BtPrax 93, 164
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*Becker-Laros: Die Vergütung des Vereinsbetreuers, BtPrax 1993, 164
*Bienwald/Oetjen: Betreuungsvereine in Deutschland, 94
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*Bienwald/Oetjen: Betreuungsvereine in Deutschland, 1994
*Brill: Hoffnung auf Einsicht; BlWohlfpfl. 91, 284
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*Brill: Hoffnung auf Einsicht; BlWohlfpfl. 1991, 284
 
*[http://skm.bistum-trier.de/fachinfo/coen.htm Coen: Aufsicht des Betreuungsvereins über Vereinsbetreuer; NJW 1999, 535]
 
*[http://skm.bistum-trier.de/fachinfo/coen.htm Coen: Aufsicht des Betreuungsvereins über Vereinsbetreuer; NJW 1999, 535]
*Dahle: Der Kreisverband als Betreuungsverein, BtPrax 93, 12
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*Dahle: Der Kreisverband als Betreuungsverein, BtPrax 1993, 12
*Deinert, Horst: Die Ausführung des BtG durch die Bundesländer, DAVorm 92, 133
+
*Dannhäuser: Vielfalt unter einem Dach; BtMan 2009, 131
 +
*Deinert: Die Ausführung des BtG durch die Bundesländer, DAVorm 1992, 133
 
*Deinert: Neues Vergütungssystem für Vereinsbetreuer; NDV 6/2005
 
*Deinert: Neues Vergütungssystem für Vereinsbetreuer; NDV 6/2005
*Ehl/Wessels: Reformiertes Betreuungsrecht und mögliche Zusammenarbeit am Beispiel des Bochumer Modells, BtPrax 94, 79
+
*Deinert: Beschäftigungsende beim Vereins- und Behördenbetreuer; BtPrax 2015, 138
 +
*Doleczik: Das Ehrenamt pflegen - Curriculum; BtMan 2009, 140
 +
*Ehl/Wessels: Reformiertes Betreuungsrecht und mögliche Zusammenarbeit am Beispiel des Bochumer Modells, BtPrax 1994, 79
 
*Finke: Die neue Vergütungspraxis aus der Sicht eines Vereinsbetreuers, BtPrax 93, 52
 
*Finke: Die neue Vergütungspraxis aus der Sicht eines Vereinsbetreuers, BtPrax 93, 52
 
*Formella: Entlassung des Betreuungsvereines unter gleichzeitiger Bestellung eines Vereinsbetreuers; BtPrax 1995, 21
 
*Formella: Entlassung des Betreuungsvereines unter gleichzeitiger Bestellung eines Vereinsbetreuers; BtPrax 1995, 21
*Geistert: Der Vereinsbetreuer zwischen Anspruch und Wirklichkeit, DAVorm 95, 1095
+
*Fröschle: Der Betreuungsverein und das Rechtsdienstleistungsgesetz; BtMan 2009, 137
*ders.:Der Vereinsbetreuer zwischen Anspruch und Wirklichkeit; DAVorm 1995, 1095
+
*[http://www.bt-portal.de/fileadmin/BT-Prax/Fachbeitraege_PDF/Betreuungspraxis/Froeschle_Haftung_2008_.pdf Fröschle: Haftung im Verein und in der Behörde; BtPrax 2008, 190 (PDF)]
*Hellmann: Betreuungsvereine, Perspektiven und Probleme, BtPrax 92, 4
+
*Geiger, Jan: Die Außenhaftung des Arbeitnehmers eines Betreuungsvereins, FamRZ 2015, 14
*ders.: Finanzierung eines Betreuungsvereins (Marburg), BtPrax 95, 95, 59
+
*Geistert: Der Vereinsbetreuer zwischen Anspruch und Wirklichkeit, DAVorm 1995, 1095
*Jaeger: Situation des Betreuungsvereins SKFM Cochem, BtPrax 94, 55
+
*[http://www.bt-portal.de/fileadmin/BT-Prax/Fachbeitraege_PDF/Betreuungsvereine/Geistert_Vereinsbetreuer94.pdf Geistert: Wieviele Betreuungen kann ein Vereinsbetreuer führen?; BtPrax 1994, 2 (PDF)]
*Kleinz: Organisierte Einzelbetreuung, BtPrax 93, 113
+
*Hellmann: Betreuungsvereine, Perspektiven und Probleme, BtPrax 1992, 4
*Mathew: Die Zukunft der Düsseldorfer Betreuungsvereine, BtPrax 95, 139
+
*ders.: Finanzierung eines Betreuungsvereins (Marburg), BtPrax 1995, 95, 59
*Meyer-Höger: Die finanzielle Förderung von Betreuungsvereinen in Rheinland-Pfalz, BtPrax 93, 201
+
*Jaeger: Situation des Betreuungsvereins SKFM Cochem, BtPrax 1994, 55
*Oehlhoff: Gesetz und Wirklichkeit - Der Betreuungsverein gem. § 1908 f BGB, BtPrax 96, 136
+
*Kleinz: Organisierte Einzelbetreuung, BtPrax 1993, 113
*Pippir: Betreuungsverein Biberach, BtPrax 96, 53
+
*Mathew: Die Zukunft der Düsseldorfer Betreuungsvereine, BtPrax 1995, 139
*Poschmann: Der Betreuungsverein Fürsorge e.V., BtPrax 95, 90
+
*Meyer-Höger: Die finanzielle Förderung von Betreuungsvereinen in Rheinland-Pfalz, BtPrax 1993, 201
*Reichel – eine Jahresbilanz aus Mecklenburg-Vorpommern, BtPrax 93, 120
+
*Oehlhoff: Gesetz und Wirklichkeit - Der Betreuungsverein gem. § 1908 f BGB, BtPrax 1996, 136
*Schleicher: Vom Förderverein Rampe zum Betreuungsverein, BtPrax 92, 28
+
*[http://www.bgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Themen/Betrifft_Betreuung/9_Qualitaet_im_Betreuungswesen_200711.pdf#Page=101 Ortseifen/Scholl: Aufgabe und Struktur der Betreuungsvereine; Betrifft: Betreuung 9, S. 103-106 (0,9 MB)]
*Stein: Aufbau von Strukturen zur Umsetzung des BtR in Sachsen-Anhalt, BtPrax 95, 130
+
*Pippir: Betreuungsverein Biberach, BtPrax 1996, 53
*Tänzer, Jörg: Zum Stand der Entwicklung des Betreuungswesens im Lande Brandenburg BtPrax 93, 163
+
*[http://www.bgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/Themen/Betrifft_Betreuung/9_Qualitaet_im_Betreuungswesen_200711.pdf#Page=105 Pippir/Pohlmann: Qualitätssicherung in der Querschnittsarbeit der Betreuungsvereine; Betrifft: Betreuung 9, S. 107-112 (0,9 MB)]
*Wagner: Zur Umsetzung des Betreuungsrechtes in NRW; FuR 94, 284
+
*Poschmann: Der Betreuungsverein Fürsorge e.V., BtPrax 1995, 90
*Wessels: Die Rolle des Betreuungsvereins, BtPrax 92, 96
+
*Reichel: Eine Jahresbilanz aus Mecklenburg-Vorpommern, BtPrax 1993, 120
 +
*Scheffer/Busch: Betreuungsvereine: Rechtsgrundlagen, Anerkennung und Aufgaben; DStR 2015, 2451
 +
*Schleicher: Vom Förderverein Rampe zum Betreuungsverein, BtPrax 1992, 28
 +
*[http://www.bt-portal.de/fileadmin/BT-Prax/Fachbeitraege_PDF/Betreuungsvereine/Betreuungsvereine_2008.pdf Seichter:  Überlegungen zum vermehrten Einsatz ehrenamtlicher Betreuer, BtPrax 2008, 157 (PDF)]
 +
*Sigusch: Querschnittsarbeit - Leistungsbereiche, Personalbemessung und Kostenkalkulation, BtPrax 2014, 159
 +
*Stein: Aufbau von Strukturen zur Umsetzung des BtR in Sachsen-Anhalt, BtPrax 1995, 130
 +
*Tänzer, Jörg: Zum Stand der Entwicklung des Betreuungswesens im Lande Brandenburg BtPrax 1993, 163
 +
*Teiting: Qualität durch Vernetzung; BtMan 2009, 143
 +
*Wagner: Zur Umsetzung des Betreuungsrechtes in NRW; FuR 1994, 284
 +
*Walther: Förderung von Betreuungsvereinen; BtMan 2009, 126
 +
*Wessels: Die Rolle des Betreuungsvereins, BtPrax 1992, 96
 
*Winterstein: Die Landesausführungsgesetze und die Förderung von Betreuungsvereinen; BtPrax 1995, 194
 
*Winterstein: Die Landesausführungsgesetze und die Förderung von Betreuungsvereinen; BtPrax 1995, 194
*Würtz/Just: Bezirksrevisor ./. Betreuungsverein, BtPrax 93, 13
+
*Würtz/Just: Bezirksrevisor ./. Betreuungsverein, BtPrax 1993, 13
  
 
== Weblinks ==
 
== Weblinks ==
  
 
*[http://www.horstdeinert.de/lexikon/Orientierungshilfe_Betreuungsvereine.pdf Orientierungshilfe zur Anerkennung von Betreuungsvereinen; Hrsg.: BAGüS (PDF)]
 
*[http://www.horstdeinert.de/lexikon/Orientierungshilfe_Betreuungsvereine.pdf Orientierungshilfe zur Anerkennung von Betreuungsvereinen; Hrsg.: BAGüS (PDF)]
*[http://www.btprax.de/pdf/leitfaden_betreuungsvereine.pdf Qualitätsleitfaden Betreuungsvereine (PDF)]
+
*[http://www.bgt-ev.de/bgt_stellungnahmen.html#c1166 BGT-Eckpunkte zur Förderung der Querschnittstätigkeit von Betreuungsvereinen]
* [http://www.horstdeinert.de/lexikon/btrn236.htm Online-Lexikon Betreuungsrecht (alt)- Infos zu Betreuungsvereinen]
+
*[http://www.lvr.de/app/resources/merkblattzuranerkennung.pdf Merkblatt zur Vereinsanerkennung aus NRW (PDF)}]
 +
*[http://www.bt-portal.de/fileadmin/BT-Prax/downloads/Betreuungsvereine/Caritas_Qualitaetsleitfaden.pdf Qualitätsleitfaden Betreuungsvereine Caritas (PDF)]
 +
*[http://kath-betreuungsvereine.de/wp-content/uploads/2012/03/Anforderungsprofil-Betreuer.pdf Anforderungsprofil für berufliche Betreuer (kath. Betreuungsvereine; PDF)]
 +
*[http://www.bt-portal.de/fileadmin/BT-Prax/downloads/Betreuungsvereine/Qualitaetsleidfaden_fuer_Betreuungsvereine.pdf Weiterer Qualitätsleitfaden Betreuungevereine Berlin (PDF)]
 
* [[Formulare|Formulare für Betreuer und Betreuungsvereine]]
 
* [[Formulare|Formulare für Betreuer und Betreuungsvereine]]
 
* [[:Kategorie:Bundesländer|Landesbestimmungen sowie Adressen aller Betreuungsvereine nach Bundesländern sortiert]]
 
* [[:Kategorie:Bundesländer|Landesbestimmungen sowie Adressen aller Betreuungsvereine nach Bundesländern sortiert]]
*[http://www.vgt-ev.de/102.html Übersicht Förderrichtlinien (VGT)]
 
 
*[http://www.skm.bistum-trier.de/ Fachinfos für Betreuungsvereine (SKM Bistum Trier)]
 
*[http://www.skm.bistum-trier.de/ Fachinfos für Betreuungsvereine (SKM Bistum Trier)]
*[http://www.skf-zentrale.de/OrientierungshilfeVVDruck.pdf Beratung zur Vorsorgevollmacht (Arbeitshilfe, SKF)]
 
 
*[http://www.horstdeinert.de/overhead.htm Schulungsmaterial Overheadfoliensatz Betreuungsrecht, Neuauflage 2006], ISBN 3980600718
 
*[http://www.horstdeinert.de/overhead.htm Schulungsmaterial Overheadfoliensatz Betreuungsrecht, Neuauflage 2006], ISBN 3980600718
*[http://vereinsknowhow.de/organis/ Lexikon Vereinsrecht]
 
 
*[http://www.horstdeinert.de/lexikon/BeratungdurchVereine.doc Meldevordruck an örtliche Betreuungsbehörde zur Weitergabe von Daten an Betreuungsvereine]
 
*[http://www.horstdeinert.de/lexikon/BeratungdurchVereine.doc Meldevordruck an örtliche Betreuungsbehörde zur Weitergabe von Daten an Betreuungsvereine]
 +
*[http://www.buko-bv.de/buko_index.html Internetseite der Bundeskonferenz der Betreuungsvereine]
 
*[http://www.skm-bistum-trier.de/fachinfo/Buko2006.pdf Gründung der Bundeskonferenz der Betreuungsvereine (PDF)]
 
*[http://www.skm-bistum-trier.de/fachinfo/Buko2006.pdf Gründung der Bundeskonferenz der Betreuungsvereine (PDF)]
 
*[http://www.skm-bistum-trier.de/fachinfo/buko-go.pdf Geschäftsordnung der Bundeskonferenz der Betreuungsvereine (PDF)]
 
*[http://www.skm-bistum-trier.de/fachinfo/buko-go.pdf Geschäftsordnung der Bundeskonferenz der Betreuungsvereine (PDF)]
*[https://www.zvr-online.de/default-i.htm Infos des Vorsorgeregisters für Betreuungsbehörden und -vereine]
+
*[http://www.bt-portal.de/fileadmin/BT-Prax/downloads/Sonstiges/10.11.11_Positionspapier_BUKO.pdf Positionspapier der Bundeskonferenz Betreuungsvereine]
 
 
  
 
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Version vom 30. November 2016, 21:53 Uhr

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Allgemeines

Den anerkannten Betreuungsvereinen misst der Gesetzgeber eine große Bedeutung bei der Umsetzung des Betreuungsgesetzes in die Praxis zu. Es handelt sich um eingetragene Vereine. Zurzeit existieren in Deutschland etwa 840 Betreuungsvereine (Stand Ende 2014).

Die Grundkonzeption eines Betreuungsvereines hat der Gesetzgeber aus dem Bereich der kirchlichen Sozialarbeit stammenden Konzept der „organisierten Einzelvormundschaft“ übernommen. Hiernach führen ehrenamtliche Mitglieder des Vereins die Betreuungen und werden von den hauptamtlichen Fachkräften bei schwierigen Einzelfragen unterstützt.

Für die Tätigkeit eines Betreuungsvereines ist es erforderlich, dass dieser nach § 1908f BGB (in Verbindung mit Landesrecht) von der zuständigen Behörde (meist überörtliche Betreuungsbehörde) anerkannt wurde.

Bestellung zum Vereinsbetreuer

Hauptamtliche Mitarbeiter des Betreuungsvereines können in dieser Eigenschaft gemäß § 1897 Abs. 2 BGB zum Betreuer bestellt werden. Sie sind rechtlich Einzelbetreuer. Voraussetzung ist die Zustimmung des Vereins und des Mitarbeiters. Der Vereinsmitarbeiter ist von dienstlichen Weisungen in Bezug auf die Führung der Betreuung weitgehend frei. Allerdings kann der Verein jederzeit die Entlassung als Betreuer beim Betreuungsgericht verlangen (§ 1908b BGB).

Auch der Verein selbst kann zum Betreuer bestellt werden, wenn eine Betreuung durch eine natürliche Person nicht ausreicht (§ 1900 BGB). Er muss die tatsächliche Führung der Betreuung einem oder mehreren Mitarbeitern oder Mitgliedern übertragen und seine Entlassung aus dem Amt beantragen, sobald eine natürliche Person als Betreuer ausreichend ist. Gegen die Personalauswahl des Vereines kann der Betreute bei Gericht Beschwerde einlegen (§ 291 FamFG).

Ist der Verein selbst zum Betreuer bestimmt, darf er nicht über eine Sterilisation entscheiden (§ 1900 Abs. 5 BGB).

Für die Tätigkeit seiner Vereinsbetreuer kann der Verein gem. § 7 VBVG (Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz) Aufwendungsersatz und Betreuervergütung beantragen. Außerdem ist als befreiter Betreuer von einigen Formerfordernissen befreit, beispielsweise der Rechnungslegungspflicht.

Vereinsmitarbeiter können auch als Verfahrenspfleger bestellt werden. Der Vergütungsanspruch liegt wie beim Vereinsbetreuer beim Verein (§ 277 Abs. 4 FamFG).

Querschnittsaufgaben

Der Verein hat über die Führung von Betreuungen hinaus eine planmäßige Gewinnung, Beratung und Fortbildung ehrenamtlicher Betreuer durchzuführen. Nach einigen Landesbestimmungen hat er in örtlichen Betreuungsarbeitsgemeinschaften zur Koordination mitzuwirken. Für diese Tätigkeiten werden in den meisten Bundesländern und z.T. durch Kommunen Zuschüsse gewährt.

Seit dem 1. Januar 1999 haben Betreuungsvereine auch planmäßig über Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen zu informieren. Personen, die Vorsorgevollmachten errichten wollen, dürfen seit dem 1. Juli 2005 von anerkannten Betreuungsvereinen beraten werden.

Die Zahl der anerkannten Betreuungsvereine (§ 1908f BGB) stieg 2014 auf 838 (gegenüber 832 im Jahr 2013). Durch Landesmittel gefördert wurden 619 Vereine (2012: 615). Die Fördersumme betrug 2014 10.286 Mio. € (2013 10.342 Mio. €). Dies war 2014 bundesweit je 1.000 Einwohner eine Summe von 126,86. Bei den 2014er Zahlen fehlen die Fördersummen aus dem Saarland (2013: 293.000,– €). Es gibt weiterhin erhebliche Unterschiede in den Bundesländern.


Siehe auch

Betreuerausbildung, Beratung, Querschnittsaufgaben, Vereinsbetreuer, Vorsorgevollmacht

Rechtsprechung


Finangericht Niedersachsen, Urteil vom 14.01.2010, 5 K 162/09:

Die von einem Betreuungsverein, der einem anerkannten Verband der freien Wohlfahrtspflege angeschlossen ist, durch seine Vereinsbetreuer erbrachten Betreuungsleistungen sind sowohl gegenüber bemittelten als auch gegenüber mittellosen Personen steuerfrei gemäß § 4 Nr. 18 UStG bzw. nach Art. 13 A Abs. 1 Buchstabe g) i.V.m. Art. 13 A Abs. 2 Buchstabe a) 3. Spiegelstrich der Richtlinie 77/388/EWG (jetzt: Artikel 132 und Artikel 133 der Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28.11.2006 über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem, MwStSystRL).

VGH München, Beschluss vom 14. April 2010, 4 ZB 09.910: Zum Widerruf der Anerkennung als Betreuungsverein:

Ein Fehlverhalten eines Mitarbeiters eines Betreuungsvereins führt nicht generell zu dessen Ungeeignetheit. Wenn der Mitarbeiter fortwährend von den Betreuungsgerichten als Betreuer eingesetzt wird, belegt dies, dass er keineswegs allgemein als ungeeignet angesehen wird. Daran ändert nichts, dass in einem Fall durch rechtskräftigen Gerichtsbeschluss die Ungeeignetheit des Mitarbeiters für die Betreuung in einem bestimmten Einzelfall gerichtlich festgestellt worden ist. Von einer generellen Ungeeignetheit dieses Mitarbeiters kann unter diesen Umständen nicht ausgegangen werden.

Eine bestimmte Quantität der Bemühungen wird von § 1908f Abs. 1 Nr. 2 und 2a BGB nicht vorgeschrieben. Die entsprechenden Bemühungen hängen somit ersichtlich von der Größe des Vereins, der Anzahl seiner Mitarbeiter und den ihm zur Verfügung stehenden Fördermitteln ab.

Dem § 1908f Abs. 1 BGB ist im Einzelnen nicht zu entnehmen, wie und unter welchen Umständen und mit welcher Organisationsstruktur Vereinsmitarbeiter zu beaufsichtigen sind. Auch der Landesgesetzgeber hat hierzu, obwohl ihm in § 1908f Abs. 3 Satz 2 BGB die Kompetenz hierfür eingeräumt ist, in seinem Gesetz zur Ausführung des Betreuungsgesetzes (AGBtG) keine konkreteren Anforderungen geregelt. Einen allgemein bestehenden Rechtsgrundsatz, dass bei Einsetzung etwa der Ehefrau eines Beschäftigten des Vereins als Vereinsvorstand nicht mehr von einer Aufsicht auszugehen ist, gibt es nicht.

OLG Koblenz, Beschluss vom 23.06.2010, 13 WF 408/10, FamRZ 2011, 61:

Kein Aufwandsentschädigungs- oder Vergütungsanspruch für Vereinsvormund, wenn der Verein als juristische Person zum Vormund bestellt wird.

BGH Beschl v 25.5.2011, XII ZB 625/10, BtPrax 2011, 274 = FamRB 2011, 280 = FamRZ 2011, 1394 (mAnm Bienwald) = = FGPrax 2011, 231 =JAmt 2011 363 = Rpfleger 2011, 602 = ZKJ 2011, 471:

  1. Wird ein Verein gem § 1791 a BGB selbst zum Vormund bestellt, kann er gem § 1836 III BGB keine Vergütung und keinen Aufwendungsersatz verlangen (Änderung der Senatsrechtsprechung - Beschl v 14.3.2007 , XII ZB 148/03 , FamRZ 2007, 900).
  2. Wird der Mitarbeiter eines Vereins, der gemäß § 1791 a BGB iVm § 54 I SGB VIII zur Übernahme von Vormundschaften geeignet ist, zum Vormund bestellt und ist er im Verein ausschließlich oder teilweise als solcher tätig (§ 1897 II 1 BGB analog), kann der Verein in entsprechender Anwendung von § 7 VBVG eine Vergütung und Aufwendungsersatz von der Staatskasse beanspruchen (im Anschl an Beschl v 14.03.2007 , XII ZB 148/03 , FamRZ 2007, 900). Hinweis der Red: am gleichen Tag ergingen die Parallelentscheidungen XII ZB 626/10, BeckRS 2011, 19097 und XII ZB 627/10, BeckRS 2011, 19098.


AG Mannheim, Beschluss vom 27.03.2014, Kaf 5 XVII 1277/12:

  1. Für die Verlängerung einer Betreuung gelten die Regeln über die erstmalige Auswahl gem. § 1897 BGB.
  2. Ein Vereinsbetreuer ist dann nicht zu bestellen, wenn seinem Betreuungsverein die landesrechtliche Anerkennung fehlt. Darin liegt keine übermäßige oder systemwidrige Beschränkung, sondern verhält sich spiegelbildlich zur Befugnis des Betreuungsvereins, ihren Betreuer austauschen zu können.

AG Mannheim, Beschluss vom 17.04.2014, Se 5 XVII 1257/10:

  1. Die Entlassung eines Betreuers setzt nicht stets eine Gefährdung des Wohls des Betreuten voraus, dazu kann die fehlende Anerkennung des Betreuungsvereins im Bundesland des neuen Wohnsitzes des Betreuten genügen.
  2. Die Anordnung einer Betreuung bedeutet kein garantiertes Beschäftigungsverhältnis; auch die besondere Stellung der Betreuungsvereine rechtfertigt nicht die Annahme des Gegenteils.

VG Ansbach, Urteil vom 17.11.2015, AN 1 K 15.01184:

  1. Ein Widerruf der Anerkennung eines Betreuungsvereins ist nur möglich, wenn die Voraussetzungen des § 1908f BGB nicht mehr vorliegen.
  2. § 1908f BGB setzt nicht voraus, dass alle Mitarbeiter des Vereins fachlich geeignet sein müssen, sämtliche Aufgaben i.S. des § 1908f BGB zu erfüllen. Ausreichend ist vielmehr, dass die Mitarbeiter des Vereins in ihrer Gesamtheit dazu in der Lage sind.
  3. Vor dem Widerruf der Anerkennung eines Betreuungsvereins hat die zuständige Behörde zu prüfen, ob auch weniger einschneidende Maßnahmen, z.B. die nachträgliche Auflage, einen bestimmten Mitarbeiter des Vereins nicht mit der Wahrnehmung von Aufgaben als Vereinsbetreuer zu betrauen, ausreichend sind.

Literatur

Bücher

Bücher im Bundesanzeiger-Verlag

Weitere Bücher

Zeitschriftenbeiträge

  • Bauer/Mahr: Haftung der Vereinsbetreuer; BtMan 2005, 78
  • Becker-Laros: Die Vergütung des Vereinsbetreuers, BtPrax 1993, 164
  • Bienwald/Oetjen: Betreuungsvereine in Deutschland, 1994
  • Brill: Hoffnung auf Einsicht; BlWohlfpfl. 1991, 284
  • Coen: Aufsicht des Betreuungsvereins über Vereinsbetreuer; NJW 1999, 535
  • Dahle: Der Kreisverband als Betreuungsverein, BtPrax 1993, 12
  • Dannhäuser: Vielfalt unter einem Dach; BtMan 2009, 131
  • Deinert: Die Ausführung des BtG durch die Bundesländer, DAVorm 1992, 133
  • Deinert: Neues Vergütungssystem für Vereinsbetreuer; NDV 6/2005
  • Deinert: Beschäftigungsende beim Vereins- und Behördenbetreuer; BtPrax 2015, 138
  • Doleczik: Das Ehrenamt pflegen - Curriculum; BtMan 2009, 140
  • Ehl/Wessels: Reformiertes Betreuungsrecht und mögliche Zusammenarbeit am Beispiel des Bochumer Modells, BtPrax 1994, 79
  • Finke: Die neue Vergütungspraxis aus der Sicht eines Vereinsbetreuers, BtPrax 93, 52
  • Formella: Entlassung des Betreuungsvereines unter gleichzeitiger Bestellung eines Vereinsbetreuers; BtPrax 1995, 21
  • Fröschle: Der Betreuungsverein und das Rechtsdienstleistungsgesetz; BtMan 2009, 137
  • Fröschle: Haftung im Verein und in der Behörde; BtPrax 2008, 190 (PDF)
  • Geiger, Jan: Die Außenhaftung des Arbeitnehmers eines Betreuungsvereins, FamRZ 2015, 14
  • Geistert: Der Vereinsbetreuer zwischen Anspruch und Wirklichkeit, DAVorm 1995, 1095
  • Geistert: Wieviele Betreuungen kann ein Vereinsbetreuer führen?; BtPrax 1994, 2 (PDF)
  • Hellmann: Betreuungsvereine, Perspektiven und Probleme, BtPrax 1992, 4
  • ders.: Finanzierung eines Betreuungsvereins (Marburg), BtPrax 1995, 95, 59
  • Jaeger: Situation des Betreuungsvereins SKFM Cochem, BtPrax 1994, 55
  • Kleinz: Organisierte Einzelbetreuung, BtPrax 1993, 113
  • Mathew: Die Zukunft der Düsseldorfer Betreuungsvereine, BtPrax 1995, 139
  • Meyer-Höger: Die finanzielle Förderung von Betreuungsvereinen in Rheinland-Pfalz, BtPrax 1993, 201
  • Oehlhoff: Gesetz und Wirklichkeit - Der Betreuungsverein gem. § 1908 f BGB, BtPrax 1996, 136
  • Ortseifen/Scholl: Aufgabe und Struktur der Betreuungsvereine; Betrifft: Betreuung 9, S. 103-106 (0,9 MB)
  • Pippir: Betreuungsverein Biberach, BtPrax 1996, 53
  • Pippir/Pohlmann: Qualitätssicherung in der Querschnittsarbeit der Betreuungsvereine; Betrifft: Betreuung 9, S. 107-112 (0,9 MB)
  • Poschmann: Der Betreuungsverein Fürsorge e.V., BtPrax 1995, 90
  • Reichel: Eine Jahresbilanz aus Mecklenburg-Vorpommern, BtPrax 1993, 120
  • Scheffer/Busch: Betreuungsvereine: Rechtsgrundlagen, Anerkennung und Aufgaben; DStR 2015, 2451
  • Schleicher: Vom Förderverein Rampe zum Betreuungsverein, BtPrax 1992, 28
  • Seichter: Überlegungen zum vermehrten Einsatz ehrenamtlicher Betreuer, BtPrax 2008, 157 (PDF)
  • Sigusch: Querschnittsarbeit - Leistungsbereiche, Personalbemessung und Kostenkalkulation, BtPrax 2014, 159
  • Stein: Aufbau von Strukturen zur Umsetzung des BtR in Sachsen-Anhalt, BtPrax 1995, 130
  • Tänzer, Jörg: Zum Stand der Entwicklung des Betreuungswesens im Lande Brandenburg BtPrax 1993, 163
  • Teiting: Qualität durch Vernetzung; BtMan 2009, 143
  • Wagner: Zur Umsetzung des Betreuungsrechtes in NRW; FuR 1994, 284
  • Walther: Förderung von Betreuungsvereinen; BtMan 2009, 126
  • Wessels: Die Rolle des Betreuungsvereins, BtPrax 1992, 96
  • Winterstein: Die Landesausführungsgesetze und die Förderung von Betreuungsvereinen; BtPrax 1995, 194
  • Würtz/Just: Bezirksrevisor ./. Betreuungsverein, BtPrax 1993, 13

Weblinks


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